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Studie: Pestizide vergiften jährlich 400 Millionen Landwirtinnen und Landwirte

Bauern spritzen Pestizide auf einem Tomatenfeld in Kimana am Rand des Amboseli-Nationalparks im Bezirk Kajiado in Kenia, am Mittwoch, 5. August 2026.
Bauern spritzen Pestizide auf einer Tomatenfarm in Kimana am Rand des Amboseli-Nationalparks im kenianischen Landkreis Kajiado, am Mittwoch, 5. August 2026. Copyright  AP Photo/Andrew Kasuku
Copyright AP Photo/Andrew Kasuku
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Jährlich erleiden fast die Hälfte der Landwirtinnen und Landwirte weltweit Vergiftungen durch Pestizide; der globale Einsatz steigt weiter, zeigt eine Studie.

Zwischen 402 und 433 Millionen Fälle akuter Pestizidvergiftungen treten jedes Jahr weltweit bei Bäuerinnen, Bauern und landwirtschaftlichen Arbeitskräften auf. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

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Vergiftungen von Menschen durch Pestizide gelten seit Langem als schwerwiegendes Problem der öffentlichen Gesundheit. Trotz weltweiter Bemühungen, den Einsatz dieser Mittel zu verringern, leiden weiterhin Millionen Menschen unter den Folgen. Darauf weist eine neue Studie im Fachjournal Frontiers in Public Health. (Quelle auf Englisch) hin.

Weltweit arbeiten schätzungsweise 934 Millionen Menschen in der Landwirtschaft. Die Forschenden gehen davon aus, dass jedes Jahr rund 46 % von ihnen betroffen sind.

Sie warnen zudem: Trotz zwei Jahrzehnten internationaler Bemühungen gegen die Schäden durch Pestizide hat sich der weltweite Jahresverbrauch seit 1990 verdoppelt. Im Jahr 2023 lag er bei 3,8 Millionen Tonnen.

„Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen, die auf den Feldern arbeiten und unsere Nahrung erzeugen, gefährlichen Pestiziden ausgesetzt sind und krank werden“, sagte Susan Haffmans von Pesticide Action Network (PAN) Germany, der Organisation, die den Bericht in Auftrag gegeben hat.

Am stärksten betroffen sind Länder in Südasien, gefolgt von Südostasien und Ostafrika. In Burkina Faso verzeichnen die Forschenden die höchste nationale Rate: Fast 84 % der Landwirtinnen und Landwirte erleiden dort jedes Jahr eine Vergiftung.

Europa ist die einzige große Region, in der der Pestizidverbrauch seit 1990 zurückgegangen ist. Die Autorinnen und Autoren führen das auf strenge Regulierung zurück.

Diese Maßnahmen haben die geschätzte Zahl tödlicher Vergiftungen sehr niedrig gehalten: Sie reicht von nur zwei Todesfällen in Westeuropa bis zu 60 in Osteuropa. Gleichzeitig bleibt die Belastung durch nicht tödliche Vergiftungen bei Landwirtinnen, Landwirten und Arbeitskräften hoch.

Südeuropa ist die am stärksten betroffene Teilregion mit einer Vergiftungsrate von 32 % und über 1,5 Millionen geschätzten Fällen pro Jahr. In West- und Osteuropa liegen die Raten mit rund 6 % deutlich niedriger.

Die Forschenden weisen jedoch darauf hin, dass die Datenlage für Osteuropa besonders dünn ist. Bisher ist in der Studie nur Ungarn vertreten. Das deutet darauf hin, dass das tatsächliche Ausmaß der Belastung in der Region noch unterschätzt wird.

Datenlücken schließen

Die Autorinnen und Autoren fordern dringende Maßnahmen auf internationaler, nationaler und wissenschaftlicher Ebene. Dazu zählen bessere Überwachungssysteme, eine bessere Schulung von Fachkräften, die mit diesen Stoffen arbeiten, und die Umsetzung des UN-Ziels, hochgefährliche Pestizide bis 2035 schrittweise zu verbieten.

Solche Schritte scheitern jedoch oft an fehlenden Daten. Dadurch lassen sich Schätzungen zwischen Ländern und unterschiedlichen Nutzungsmustern von Pestiziden nur schwer vergleichen.

„Nicht alle Fälle werden erfasst. Ursache sind ein eingeschränkter Zugang zum Gesundheitswesen und mangelnde klinische Ausbildung oder Systeme, um Pestizidvergiftungen zu erkennen und zu dokumentieren“, sagte Sheila Willis von PAN im Vereinigten Königreich.

Sie ergänzte, dass Bäuerinnen und Bauern auf Grundlage der neuen Daten stärker unterstützt werden müssen. Sie brauchen sichere Alternativen, um ihre eigene Gesundheit und die ihrer Familien zu schützen.

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