Irland schlägt Israel 3:0 bei politisch aufgeladenem Nations-League-Spiel in Ungarn. Die Hintergründe zum Israel-Irland-Spiel.
Das emotional aufgeladene Nations-League-Duell zwischen Irland und Israel in Debrecen war von demonstrativer Distanz geprägt, während die sportliche 0:3-Niederlage der Israelis nach einer eindeutigen ersten Halbzeit in den Hintergrund trat.
Keine Handshakes und kein Respekt bei der Hymne. Die Begegnung verlief gänzlich ohne sportlichen Respekt oder freundschaftliche Gesten zwischen den Teams.
Die Iren senkten ihre Köpfe beim Abspielen der israelischen Hymne zu Boden. Auch ein Wimpel wurd nicht übergeben, wie sonst bei Länderspielen üblich. Einlaufkinder gab es ebenfalls keine.
Die Fußballnationalmannschaft der Republik Irland war zudem beim Nations-League-Spiel am Sonntag gegen Israel mit schwarzen Armbinden aufgelaufen. Hintergrund sind Boykottaufrufe wegen des Kriegs im Gazastreifen.
Aus Israel lies die Antwort nicht lange auf sich warten. Außenminister Gideon Sa’ar erinnerte bei X an Irlands vermeintliche Neutralität im Zweiten Weltkrieg. 1939 spielten die Iren gegen das Deutsche Reich und zeigten den Hitlergruß.
Die Debatte um das Spiel hatte sich in den vergangenen Wochen deutlich zugespitzt. Eine von der Gruppe Irish Sport for Palestine organisierte "Stop The Game“-Petition fand immer mehr Unterstützung.
Vor der Partie, die auf neutralem Boden in Ungarn ausgetragen wurde, erklärte FAI-Geschäftsführer David Courell, die Spieler wollten die Armbinden "als Anerkennung für alle im Konflikt getöteten Menschen“ tragen. Zugleich bestätigte er, dass das Spiel nach stundenlangen Gesprächen und einer Abstimmung im Kader wie geplant stattfinden wird.
„Außerdem wird es Elemente der Zeremonie vor dem Anpfiff geben, an denen die Republik Irland nicht teilnehmen wird“, sagte er am Samstag vor Journalisten. Eine "deutliche Mehrheit“ der Spieler habe für die Austragung der Partie gestimmt.
Der israelische Verband lobte in einer Erklärung die FAI und die irische Mannschaft für ihre Entscheidung und erklärte: "Der Fußball hat gewonnen.“
Weiter heißt es: "Die Trennung von Fußball und Politik muss gewahrt bleiben. Jeder andere Ansatz führt zu Chaos und zu einem gefährlichen Abgleiten, das dem Spiel, das wir alle lieben, schweren Schaden zufügen kann. Der irische Verband und die Nationalspieler haben das Richtige getan, indem sie dies anerkannt haben.“
Torhüter Gavin Bazunu sagt ab
Courell bestätigte, dass ein Spieler "sein Unbehagen darüber geäußert hat, dieses Spiel zu bestreiten“ und "seine Absicht bekundet hat, für die Partie gegen Israel nicht zur Verfügung zu stehen“.
Torhüter Gavin Bazunu teilte am Samstag auf Instagram mit, dass er aus "persönlicher Überzeugung, dass die Tötung unschuldiger Menschen falsch ist“, nicht spielen werde.
"Ich bin zu einer Entscheidung gekommen, die ich mir nicht leicht gemacht habe“, schrieb er. "Ich bin ein Mann mit starkem Glauben und versuche, ein Mensch mit Charakter und Prinzipien zu sein. Daher empfinde ich es als falsch, an den kommenden Spielen gegen Israel teilzunehmen.“
"Wichtig ist, dass meine Haltung nicht gegen das israelische Volk oder die jüdische Gemeinschaft gerichtet ist, sondern gegen die Gräueltaten in der Region“, fügte er hinzu.
Auf die Auswirkungen auf sein Team angesprochen, bezeichnete Irlands Trainer Heimir Hallgrímsson die Lage bei einer Pressekonferenz mit Courell als „eine Situation, in der man nicht gewinnen kann“.
"Natürlich geht das an keinem vorbei, und wie ich eben gesagt habe, niemand fühlt sich im Moment wohl“, sagte der Isländer.
"Die Situation ist neu und sehr speziell, und wir versuchen im Moment, sie so gut wie möglich auszubalancieren“, ergänzte er.