Ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen gedenken die USA der fast 3.000 Opfer, doch ausgerechnet beim Gedenken zeigt sich, wie gespalten das Land bis heute ist.
Die USA haben am Freitag mit einer feierlichen Zeremonie in New York des 25. Jahrestags der Anschläge vom 11. September 2001 gedacht. Überall im Land fanden Gedenkveranstaltungen statt, darunter Kranzniederlegungen, Schweigeminuten, Mahnwachen und das Verlesen der Namen der Opfer, ergänzt durch neue freiwillige Initiativen.
Am 11. September 2001 kaperten Attentäter des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida vier Linienflugzeuge und steuerten sie in das New Yorker World Trade Center, das Pentagon und ein Feld nahe Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania. Dabei kamen fast 3.000 Menschen ums Leben.
US-Präsident Donald Trump nahm an einer Gedenkfeier im Pentagon teil, nicht in New York. Angehörige von Opfern kritisierten das. Trump zog zudem gemeinsam mit Verteidigungsminister Pete Hegseth eine Linie vom nach den Anschlägen ausgerufenen „Krieg gegen den Terror" zum derzeitigen Krieg im Iran.
„Heute erneuern wir den heiligen Eid, den wir vor einem Vierteljahrhundert in ihren Namen geschworen haben. Wir werden niemals, niemals vergessen. Darum kämpfen wir heute", sagte Trump.
Erbe von 9/11: Sicherheit versus Freiheit
Die Anschläge vom 11. September haben das Leben in den USA dauerhaft verändert und prägen bis heute die Debatte über das richtige Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Freiheit. Der Anschlag veränderte den Luftverkehr, führte zur Schaffung des Heimatschutzministeriums, zu neuen Befugnissen für Überwachung und Nachrichtendienste sowie zu neuen Bankenaufsichtsregeln.
Die Ereignisse förderten auch eine Kultur der persönlichen Wachsamkeit, eingefangen im Slogan „If you see something, say something". Eine Welle des Patriotismus bewog zugleich viele US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner, zur Armee, zur Feuerwehr oder zur Polizei zu gehen.
Die Anschläge vom 11. September schürten Misstrauen, Vorurteile und Hassverbrechen gegen Muslime in den USA. Fünfundzwanzig Jahre später spielen muslimische US-Bürgerinnen und -Bürger im öffentlichen Leben eine wachsende Rolle. Einer von ihnen ist Zohran Mamdani, der erste muslimische Bürgermeister von New York City.
Mamdani nahm am Freitag trotz einer Kampagne, die ihn fernhalten wollte, an der Zeremonie am Ground Zero teil. Unterstützt wurde diese Kampagne unter anderem vom früheren Bürgermeister Rudy Giuliani und der rechtsgerichteten Zeitung „New York Post". Mehr als 100.000 Menschen unterzeichneten eine Petition. Sie wirft Mamdani Verbindungen zu Personen vor, die US-Institutionen ablehnend gegenüberstehen oder extremistische Ideologien vertreten sollen.
Mamdani erhielt zuletzt Anerkennung, weil er Unterlagen veröffentlichte, die zeigen, was die Stadtverwaltung über die giftige Luft in Lower Manhattan nach 9/11 wusste. Diese Luft wird mit Krebserkrankungen bei Tausenden New Yorkerinnen und New Yorkern in Verbindung gebracht.