Ocean Way ist nicht das erste Festival, das unter den Folgen des Klimawandels leidet. Schon andere Veranstaltungen mussten umplanen.
In den USA haben die Behörden ein Musikfestival abgesagt. Zuvor hatte ein Hurrikan den Strand beschädigt, auf dem es stattfinden sollte.
Das zweitägige Ocean Way Festival war für später in diesem Monat in Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien geplant. Doch Wellen mit einer Höhe von vier Komma fünf Metern und abfließendes Wasser nach den Stürmen haben den Strand bei Los Angeles stark beschädigt. Die örtlichen Behörden sagten die Veranstaltung deshalb ab.
„Brandung, die Hurrikan Marie ausgelöst hat, und Wasser aus einem Regenwasserkanal haben einen großen Teil des Festivalgeländes abgetragen“, teilte die Stadt Santa Monica mit.
Beim ersten Ocean Way Festival sollten The Killers, Olivia Dean und Jack White auftreten. Veranstalter war die Firma Goldenvoice, die auch das Coachella-Festival organisiert.
Hurrikan Marie, verstärkt durch das Wetterphänomen ‚Super‘ El Niño infolge steigender Wassertemperaturen im östlichen Pazifik, hat Küstenabschnitte von Malibu über Long Beach bis Dana Point schwer beschädigt.
„Die Brandung hat den Strand geholt“
Der Sturm hat in der vergangenen Woche das Wasser des Pazifiks aufgewühlt und den Sand vom Strand gespült. Dadurch wäre es nach Angaben der Stadt zu gefährlich gewesen, das Festival dort stattfinden zu lassen.
„Die Brandung hat den Strand weggerissen, auf dem wir das Festival geplant hatten, und wir können Zehntausende Besucher dort erst zulassen, wenn es wieder sicher ist“, sagte Bürgermeisterin Caroline Torosis.
Die Küstenstadt Santa Monica, offizieller Endpunkt der Route 66, verfügt über einen breiten goldenen Sandstrand und einen großen Holzpier, der häufig in US-Fernsehserien und Filmen zu sehen ist.
Die Nachricht von der Absage des Festivals kam nur wenige Tage, nachdem die starke Brandung vor einem Strandhaus des Oscar-prämierten US-Schauspielers Nicolas Cage ein riesiges Erdloch in der Auffahrt aufgerissen hatte. In Malibu, nördlich von Santa Monica, ordneten die Behörden wegen der Gefahr durch den Krater die Evakuierung von 31 Häusern an.
Weiter südlich erklärten die Behörden in Dana Point mindestens sieben Häuser für unbewohnbar, nachdem die Küste unter ihnen rasch abgetragen worden war. Ein Gebäude stürzte ins Meer.
Ein ähnliches Problem gibt es im benachbarten Laguna Beach.
El Niño verstärkt Unwetter
In den vergangenen Wochen haben mehrere Tropenstürme das Wasser des Pazifiks durcheinandergebracht, einige entwickelten sich zu Hurrikanen.
Nach Angaben von Wissenschaftlern erwärmt ein El Niño von nahezu Rekordstärke das Meerwasser und sorgt für zusätzliche Unbeständigkeit.
Das Phänomen gehört zu einem natürlichen Klimazyklus. Forschende gehen jedoch davon aus, dass die menschengemachte Erderwärmung die Aufheizung zusätzlich antreibt und die Folgen verschärft.
Ocean Way ist nicht das erste Festival, das unter den Folgen des Klimawandels leidet. Das Bonnaroo-Festival im US-Bundesstaat Tennessee kündigte im vergangenen Monat an, im Jahr 2027 auszusetzen, um das Gelände zu sanieren. In diesem Jahr hatten starke Unwetter Auftritte unmöglich gemacht und Evakuierungen ausgelöst. Auch Stagecoach, das Countrymusik-Festival auf demselben Gelände wie Coachella, musste in diesem Jahr wegen heftiger Winde vorübergehend schließen.