Die US-Regierung zieht Militärgelder aus Osteuropa und dem Nahen Osten ab und leitet sie nach Süd- und Mittelamerika um. Washington begründet den Schritt mit dem Kampf gegen "Narkoterrorismus" und der Sicherheit des Panamakanals.
Die Regierung von Donald Trump verlagert 52 Millionen US-Dollar an Militärhilfe von Europa und dem Nahen Osten nach Lateinamerika. Das Geld soll künftig nicht mehr an Staaten in diesen Regionen fließen, sondern US-freundliche Regierungen in Nord- und Südamerika stützen.
Das US-Außenministerium informierte den Kongress am Dienstag darüber, dass es Mittel aus dem Irak, aus Tunesien sowie von den Nato-Mitgliedern Slowakei und Nordmazedonien abzieht. Sie sollen stattdessen nach Kolumbien, Ecuador, Peru und Panama fließen.
Das Ministerium erklärte, die Gelder sollten dazu beitragen, "Narkoterrorismus in unserem Hinterhof" zu bekämpfen und "die Sicherheit des Panamakanals weiter zu gewährleisten". Zudem solle das Paket verhindern, "dass Gegner sich strategische Brückenköpfe in unserer Hemisphäre schaffen". Die betroffenen Länder sollen trotz der Umverteilung weiterhin Unterstützung erhalten, wie hoch diese künftig ausfällt, ließ das Ministerium jedoch offen.
Trumps Fokus auf den amerikanischen Kontinent
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 richtet Trump seinen Blick verstärkt auf den amerikanischen Kontinent. US-Streitkräfte greifen mutmaßliche Drogenschiffe aus der Region an, zudem hat Trump eine Operation zur Festnahme des früheren venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gestartet. Gleichzeitig bemüht er sich um Zugang zur venezolanischen Ölindustrie und schloss im August ein umfangreiches Ölabkommen mit Caracas.
Der Präsident sucht zudem gezielt die Nähe zu Regierungen, die er als Verbündete seiner politischen Ziele betrachtet, und will die amerikanische Präsenz in der Region ausbauen. US-Außenminister Marco Rubio reiste vergangene Woche im Rahmen dieser Strategie nach Südamerika und traf dort die konservativen Staats- und Regierungschefs von Peru, Kolumbien und Ecuador. Er sagte ihnen weitere Unterstützung und engere Zusammenarbeit zu.
In Europa verfolgt Trump dagegen einen gegenteiligen Kurs. Er macht keinen Hehl daraus, dass er die Rolle der USA auf dem Kontinent verkleinern will, kritisiert europäische Nato-Partner wiederholt wegen ihrer Verteidigungsausgaben und droht mit einem Abzug von US-Truppen.
Milliardenpaket für Kolumbien in Vorbereitung
Bereits im August hatte das Außenministerium mitgeteilt, ein Sicherheitspaket über eine Milliarde Dollar für die rechtsgerichtete Regierung des neuen kolumbianischen Präsidenten Abelardo de la Espriella vorzubereiten. Das Büro des Ministeriumssprechers erklärte, das Paket solle Washington und Bogotá helfen, "unsere gemeinsamen Ziele" zu erreichen.
Trump lobt de la Espriella seit Langem öffentlich. Er bezeichnet ihn als "kluge, entschlossene und durchsetzungsstarke Führungspersönlichkeit" und verspricht, "die volle Unterstützung und Stärke der Vereinigten Staaten hinter ihn zu stellen".