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Europäische Aktienmärkte leicht im Minus, Ölpreise und Renditen fallen

Archivaufnahme: Börsenparkett in den USA
Archivbild: US-Börsenparkett Copyright  AP Photo
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Von Doloresz Katanich & Angela Barnes
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ölpreise geben nach, europäische Börsen starten am Freitag im Minus. Auslöser ist die Zinserhöhung der Bank von Japan, der dritten großen Notenbank binnen eines Monats.

Die wichtigsten europäischen Börsen haben am Freitag leicht nachgegeben. Viele Anleger nahmen nach der Kursrallye vom Donnerstag Gewinne mit und verarbeiteten zugleich eine weitere Runde geldpolitischer Straffungen durch Notenbanken weltweit.

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Der europaweite Index STOXX 600 lag im frühen Handel rund 0,2 Prozent im Minus. Der DAX büßte 0,42 Prozent ein, der EURO STOXX 50 gab 0,19 Prozent nach, der französische CAC 40 verlor 0,34 Prozent und der britische FTSE 100 sank um 0,18 Prozent.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtete sich zudem auf neue Konjunkturzahlen. Die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien nahmen im August um 0,5 Prozent zu und lagen damit 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau – mehr als erwartet. In Deutschland stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr um kräftige 4,6 Prozent.

An den Anleihemärkten kehrte nach dem jüngsten Ausverkauf etwas Ruhe ein. Die Rendite der zehnjährigen US‑Staatsanleihe fiel auf etwa 4,94 Prozent, die entsprechende Laufzeit in Japan sank auf rund 2,97 Prozent. In der Eurozone blieben die Renditen hoch: Deutschland verzeichnete bei zehnjährigen Papieren etwa 3,49 Prozent, Frankreich 4,47 Prozent und Italien 4,36 Prozent.

Die nachlassenden Renditen in den USA und Japan stützten Edelmetalle. Gold verteuerte sich am europäischen Morgen um rund 1,2 Prozent auf knapp 4.395 US‑Dollar je Feinunze, Silber legte etwa 2,8 Prozent auf rund 67 US‑Dollar je Unze zu.

In Asien stieg der japanische Leitindex Nikkei 225 um 1,9 Prozent auf 65.332,57 Punkte. Zuvor hatte die Bank of Japan ihren Leitzins von 1,0 auf 1,25 Prozent angehoben – den höchsten Stand seit 31 Jahren.

Der Schritt galt an den Märkten bereits weitgehend als eingepreist, nachdem auch die US‑Notenbank Federal Reserve in dieser Woche ihren Leitzins erhöht hatte. Aus den USA wächst der Druck auf Japan, die Zinsen anzuheben, da die anhaltende Schwäche des Yen Sorgen bereitet.

Beide Länder hatten zuletzt gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen, um den Yen zu stützen. Bisher blieb die Wirkung jedoch überschaubar.

Am Devisenmarkt bewegte sich der Euro zum Dollar kaum und kostete rund 1,148 US‑Dollar. Das Pfund Sterling legte zum Handelsstart in Europa um etwa 0,1 Prozent auf 1,337 US‑Dollar zu. Der US‑Dollar stieg zum Yen von 155,95 auf 157,55 japanische Yen.

Der südkoreanische Kospi‑Index sprang um 2,3 Prozent auf 6.866,83 Punkte. Australiens S&P/ASX‑200 gab leicht um weniger als 0,1 Prozent auf 8.731,50 Punkte nach. In Hongkong rückte der Hang‑Seng‑Index um fast 0,7 Prozent auf 24.769,80 Punkte vor, der Shanghai Composite legte 1,0 Prozent auf 3.916,08 Punkte zu.

Sinkende Ölpreise und der nachlassende Druck vom Anleihemarkt halfen der Wall Street, einen großen Teil der Verluste vom Vortag wieder gutzumachen.

Der S&P‑500‑Index legte um 1,1 Prozent zu und verzeichnete damit erst seinen zweiten Anstieg in den vergangenen neun Tagen. Der Dow Jones Industrial Average gewann 316 Punkte beziehungsweise 0,6 Prozent, der technologielastige Nasdaq Composite zog um 1,7 Prozent an.

Unterstützung erhielten Aktien, nachdem der Preis für ein FassBrent‑Öl von fast 110 US‑Dollar, die es zu Wochenbeginn erreicht hatte, deutlich gefallen war. Auslöser sind Sorgen, der Konflikt mit Iran könnte Öl im Nahen Osten festhalten, statt es zu Abnehmern weltweit zu bringen.

Im europäischen Morgenhandel gaben Brent‑Futures für die Lieferung im kommenden Monat um mehr als 2 Prozent auf 102,50 US‑Dollar je Fass nach. Die US‑Referenzsorte WTI verbilligte sich um knapp 2 Prozent und notierte gegen 10.00 Uhr MESZ wenige Cent unter 100 US‑Dollar.

Trotz des Rückgangs liegt Brent damit noch deutlich über den 72 US‑Dollar je Fass, die im Frühsommer fällig wurden.

Die US‑Notenbank Federal Reserve erhöhte am Mittwoch ihren kurzfristigen Leitzins, den sogenannten Federal Funds Rate, um einen Viertel Prozentpunkt. Es war die erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren. Vertreter der Fed signalisierten zudem, dass sie den Satz in diesem Jahr möglicherweise ein weiteres Mal anheben, um die hohe Inflation in den USA einzudämmen.

Die Signale schickten die Wall Street auf eine Achterbahnfahrt. Nach der Entscheidung hielten sich die Kurse zunächst im Plus, rutschten dann deutlich ab und machten vor Handelsschluss einen Teil der Verluste wieder wett.

Für die Märkte hat der Kurswechsel hin zu höheren Zinsen eine positive Seite: Er stärkt das Vertrauen, dass die Fed entschlossen ist, die Teuerung wieder in Richtung ihres Ziels von 2 Prozent zu bringen. Gleichzeitig belasten steigende Zinsen die Bewertungen von Aktien und anderen Anlageklassen.

Weitere Quellen • AP

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