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3 Jahre nach Hamas-Massaker und Gaza-Krieg - So verändert sich das Israel-Bild

Pro-Israel-Demonstration in Leipzig, Januar 2026
Pro-Israel-Demonstration in Leipzig, Januar 2026 -  Copyright  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Patrick Drews
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Drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober mit 1200 ermordeten Israelis und dem israelischen Militäreinsatz als Gegenreaktion, hat sich die öffentliche Wahrnehmung von Israel in Europa verändert. So eine Studie DAAD-Zentrums für Deutschlandstudien an der Hebräischen Universität Jerusalem.

Im Zuge des Hamas Terrorangriffs auf Israel und dem israelischen Militäreinsatz in Gaza hat sich die öffentliche Meinung in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Polen über Israel verändert. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Umfrage des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst)-Zentrums für Deutschlandstudien an der Hebräischen Universität Jerusalem. Gefördert wird die Studie vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland.

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Die meisten Befragten geben zwar an, dass der Gaza-Krieg ihre Meinung über Israel nicht verändert habe, in Deutschland 46 Prozent. Bei denjenigen, deren Meinung sich geändert hat, ging die Verschiebung weitaus häufiger in Richtung einer pro-palästinensischen Haltung. Dieser Trend verstärkte sich zwischen 2024 und 2026, am deutlichsten in Polen, wo sich der Anteil derjenigen, die eine zunehmend pro-palästinensische Haltung einnahmen, verdoppelte (von 14 Prozent auf 30 Prozent).

Die Daten stammen aus dem „HU/EF-Barometer“ 2026, einer repräsentativen Umfrage des Instituts Kantar, die seit 2022 alle zwei Jahre durchgeführt wird. Pro Land wurden mindestens 1.000 Personen befragt.

Die Kernbotschaft der Ergebnisse: Fast drei Jahre nach der Eskalation des Nahostkonflikts im Oktober 2023 zeigt sich in Europa eine messbare leichte Verschiebung der öffentlichen Meinung hin zu einer pro-palästinensischen Haltung. Gleichzeitig verändert sich auch der Blick der Israelis auf deutsche Politik.

Wie groß ist der Meinungsumschwung?

Zwar bleibt die Meinung der größten Gruppe (relative Mehrheit) unverändert, doch es gibt kleine Verschiebungen:

In allen untersuchten Ländern sank der Anteil derer, die angaben, „pro-israelischer“ geworden zu sein, um jeweils ein Prozent. Da sich diese Gruppe ohnehin nur zwischen vier Prozent und zehn Prozent bewegt, ist dies ein prozentual spürbarer Verlust.

Dafür gibt es einen Anstieg bei pro-palästinensischen Stimmen: Diese Gruppe wächst deutlich.

In Deutschland verzeichnete diese Gruppe einen Anstieg von 14 Prozent in 2024 auf 19 Prozent im Jahr 2026. Die weitaus größte Gruppe bleibt aber mit 46 Prozent der Deutschen die Gruppe, deren Meinung über Israel der Krieg gar nicht verändert hat, 2024 waren es allerdings noch 54 Prozent.

Wie sehen die Deutschen das “Existenzrecht Israels"?

Der Begriff „Staatsräson“ bedeutet, dass die Sicherheit und das Existenzrecht Israels ein unumstößlicher Teil des deutschen Staatsinteresses und der Außenpolitik sind – historisch begründet durch die deutsche Verantwortung für den Holocaust. Auch hier hat sich anscheinend die Meinung in Deutschland etwas verschoben.

37 Prozent der deutschen Befragten sind der Meinung, dass die Existenz Israels Teil des deutschen nationalen Interesses ist. Vor zwei Jahren waren es allerdings noch 45 Prozent. Eine klare Minderheit von 22 Prozent lehnt die Staatsräson ausdrücklich ab (2024: 18 Prozent).

Deutschland "bester Freund" für Israel

Für 43 Prozent der Israelis ist Deutschland weiter der wichtigste Partner in Europa. Danach folgen Ungarn (37 Prozent) und Polen (21 Prozent). Auch beim Auswandern ist Deutschland das europäische Wunschziel Nummer eins für Israelis.

1,3 Prozent aller Befragten würden nach Deutschland auswandern. Zum Vergleich: Großbritannien, Spanien und Italien kommen auf je nur 0,5 Prozent den Befragten. Dieser Trend wird vor allem von arabischstämmigen Israelis getragen (2 Prozent wollen nach Deutschland, verglichen mit 0,4 Prozent der jüdischen Israelis).

Antisemitismus in Europa - wer wird dafür verantwortlich gemacht?

Die in der Studie befragten europäischen Länder sind sich einig, dass Antisemitismus ein Problem ist. Eine klare Mehrheit sieht Antisemitismus im eigenen Land als Problem (Frankreich: 63 Prozent, Deutschland: 56 Prozent, Großbritannien: 55 Prozent).

Einzige Ausnahme ist Polen, wo sich Befürworter und Gegner dieser Aussage die Waage halten (29 Prozent zu 31 Prozent).

Die Studie zeigt, das es in den untersuchten europäischen Länder eine eine allgemeine Tendenz gebe, die Gefahr des Antisemitismus muslimischen Migranten zuzuschreiben. Diese Sichtweise ist besonders in Deutschland ausgeprägt, wo ein auffallend großer Anteil der Befragten Muslime als Hauptursache dieser Gefahr identifiziert (42 Prozent, in Ostdeutschland sind es sogar 49 Prozent), dicht gefolgt vom rechtsextremen politischen Spektrum als Ursache für Antisemitismus (41 Prozent).

Polen bildet, so die Studie, auch eine Ausnahme bei der Frage: Was die Rolle Israels im Kampf gegen den Radikalismus angeht. Dass Israel den Kampf des Westens gegen den Radikalismus anführt, sehen nur 20 Prozent der Polen so, aber 30 Prozent der Deutschen und Briten sowie 27 Prozent der Franzosen.

Israelis sehen AfD weniger "Bedrohung" als noch 2024

In Israel sinkt die Sorge vor der AfD. Meinten 2024 noch 55 Prozent der Israelis, die wachsende Rolle der AfD sei gefährlich, sank dieser Wert 2026 auf 47 Prozent. Die Gruppe, die in ihr keine Gefahr sieht, stieg von 7 Prozent auf 15 Prozent.

Der Umschwung resultiert aber fast ausschließlich aus der Meinung arabischstämmiger Israelis. Unter ihnen stieg der Anteil derer, die die AfD für ungefährlich halten, von 16 Prozent auf 28 Prozent.

Da sie etwa ein Fünftel (20 Prozent) der israelischen Bevölkerung ausmachen, verzerren sie das Gesamtergebnis dieser Frage maßgeblich nach unten.

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