Manchester City verurteilt - Zwangsabstieg oder Punkteabzug? Die Premier-League klagt gegen Man-City. Der Klub wurde nun in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen.
In England überschlagen sich derzeit die Ereignisse: Britische Medien wie The Athletic, die BBC und The Times berichten übereinstimmend, dass die unabhängige Schiedskommission ein Urteil gefällt hat.
Die Premier League hatte nach einer langjährigen Untersuchung im Februar 2023 Anklage gegen Manchester City erhoben, wobei die Hauptverhandlung zwischen September und Dezember 2024 stattfand.
Manchester City wurde nun in 114 von 115 Anklagepunkten wegen massiver Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League für schuldig befunden.
Die Vorwürfe erstrecken sich über den Zeitraum von 2009 bis 2018 und überschneiden sich damit in den Spielzeiten 2016/17 sowie 2017/18 mit der Amtszeit von Trainer Pep Guardiola, dem jedoch kein persönliches Fehlverhalten vorgeworfen wird. Die Untersuchungen umfassen unter anderem Guardiolas erste Meisterschaft in der Saison 2017/18, die im Falle eines Entzugs von Titeln theoretisch betroffen sein könnte. Seine späteren Erfolge liegen außerhalb des Untersuchungszeitraums - wie zum Beispiel der Champions-League Titel mit Manchester City 2023.
Den Berichten zufolge sieht es die Kommission als erwiesen an, dass der Klub über Jahre hinweg (hauptsächlich im Zeitraum 2009 bis 2018) falsche Finanzangaben gemacht, Sponsoreneinnahmen künstlich aufgebläht und Trainer- sowie Spielergehälter verschleiert hat. Lediglich in einem einzigen Punkt wurde der Verein entlastet.
Allerdings wurdenoch kein Strafmaß verkündet und lässt gewaltigen Spielraum für Interpretationen. Denn welche konkreten Konsequenzen das Urteil hat, steht offiziell noch nicht fest. Die englischen Medien spekulieren jedoch über historische und vor allem drakonische Strafen. Diskutiert werden drastische Punktabzüge, horrende Geldstrafen, die Aberkennung von in diesem Zeitraum gewonnenen Meistertiteln oder sogar der Zwangsabstieg bzw. Ausschluss aus der Premier League.
Reaktion von Manchester City steht aus
Der Verein betont in einem ersten Statement, dass das Verfahren aufgrund strenger Vertraulichkeitsregeln offiziell noch laufe und wesentliche Schritte ausstehen. Da City die Vorwürfe seit jeher bestreitet, wird in England fest damit gerechnet, dass der Klub unverzüglich in die Berufung geht, wodurch das Verfahren in die nächste Instanz wechselt. Der Eigentümer von Manchester City ist die City Football Group (CFG). Die Gesellschaft befindet sich zu 81 % im Besitz der Abu Dhabi United Group (ADUG). Diese gehört wiederum Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, dem Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Die restlichen Anteile halten die US-Investmentfirma Silver Lake (ca. 18 %) sowie chinesische Konsortien.Hinter den Kulissen formieren sich bereits andere Premier-League-Klubs. Laut BBC holen mehrere Vereine juristischen Rat ein, um Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe gegen Manchester City geltend zu machen, da ihnen durch die mutmaßlichen Wettbewerbsverzerrungen Titel, Europapokal-Plätze oder Einnahmen entgangen sind