Die Mutter der Familie im Wald, Catherine Birmingham, wartet auf das Urteil des Jugendgerichts in L’Aquila und stellt ihr Buch "Meine Wahrheit" vor. Ihr und ihrem Mann war das Sorgerecht für die gemeinsamen drei Kinder entzogen worden.
Catherine Birmingham - nicht nur in Italien bekannt als Mutter der Familie im Wald - hat ein neues Buch geschrieben, der Titel lautet "La mia verità, memorie e pensieri della mamma nel bosco“ (Solferino, 2026) ("Meine Wahrheit, Erinnerungen und Gedanken der Mama im Wald").
Vorgestellt wird das Buch am 12. August in Valle dell'Angelo in der Provinz Salerno. Der Ort hat 125 Einwohner und gilt als kleinste Gemeinde Kampaniens. Bürgermeister Salvatore Iannuzzi, Kinderneuropsychiater und Initiator von Waldaufenthalten für Stadtkinder, hat die Veranstaltung persönlich organisiert.
Das Buch markiert ein weiteres Kapitel einer Gerichtsaffäre, deren Abschluss noch aussteht.
Im Juni war die Mutter, die aus Australien stammt, viel gereist ist und weiter nordöstlich in Italien lebt, bereits in einer Talkshow im italienischen Fernsehen aufgetreten.
Das Jugendgericht in L'Aquila muss noch entscheiden, ob die drei Kinder der sogenannten "Waldfamilie" zu ihren Eltern Catherine Birmingham und Nathan Trevallion zurückkehren dürfen. Der Australierin und dem Briten hatte das Gericht im vergangenen November das Sorgerecht entzogen.
Auf die Kinder aufmerksam wurden die Behörden, weil die fünf Personen der Familie wegen einer Pilzvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Der Anwalt der Familie stellte im Juni einen letzten Antrag auf Wiedervereinigung und reichte am 7. August eine Erinnerung nach, weil das Schicksal der Kinder weiter in der Schwebe ist.
Im Mittelpunkt stehen die Bildungs- und Gesundheitsbedingungen der Kinder. Die Justiz soll klären, ob die Geschwister in der Einrichtung bleiben, in der sie jetzt leben, und ob sie in die öffentliche Schule aufgenommen werden.
Erhalten die Eltern das Sorgerecht zurück, könnten die Kinder auch mit Unterricht durch die Eltern in der neuen, von der Gemeinde Palmoli bereitgestellten Wohnung leben.
"Wunde gemeinsam heilen"
"Eine Rückkehr zu Verbundenheit und Familie, wo Erwachsene Zeit und Möglichkeit haben, den Kindern ein Beispiel zu sein, frei von Stress und der Angst vor Verlust, die uns heute leiten, kann zum Balsam für eine generationenübergreifende Wunde werden, die wir nun gemeinsam heilen sollten. Verbundenheit: Sie ist die wunderbare Liebesquelle, aus der jedes Kind sich nährt, wächst und sich entwickelt“, heißt es in einem Kapitel mit dem Titel "Illuminazione“.
So erklärt die "Mutter im Wald“ ihre Entscheidung im Jahr 2016, den urbanen Lebensstil hinter sich zu lassen und mit ihrem Mann und den Kindern in ein Bauernhaus bei Palmoli in der Provinz Chieti zu ziehen, das auf Selbstversorgung ausgerichtet ist.
Im Buch gibt es keinen Hinweis auf das Gerichtsverfahren, das die Familie seit 2025 beschäftigt, als das Gericht feststellte, dass die hygienischen Bedingungen im Haus und der von den Eltern organisierte Unterricht für die Kinder nicht ausreichten, um das Kindeswohl sicherzustellen.
Louise Birmingham schildert die Gründe, die sie zu ihrem radikalen Umweltaktivismus geführt haben, und die Vorteile, die ihrer Ansicht nach aus diesem Lebensstil entstehen.
„Lärm, Lichtverschmutzung sowie die Belastung von Luft, Wasser, Boden und Nahrung, verbunden mit einem Leben unter ständigem Stress, sind die wichtigsten Probleme, von denen wir ausgehen müssen, um Veränderung anzustoßen“, schreibt sie im Kapitel „Uniti“.
Nach der Station in Valle dell'Angelo wird das Buch auch in Agnone bei Isernia vorgestellt, bei einer Veranstaltung, die Bürgermeister Daniele Saia initiiert hat.