Griechenland schockt Deutschland in Augsburg. Deutsche Medien kritisieren das DFB-Team nach der ersten Heimniederlage unter Bundestraner Jürgen Klopp.
Dämpfer im Klopp-Fieber! Auf das starke 1:1 in Holland folgt ein bitteres 0:1 gegen Griechenland in Augsburg. Klar: Die Mannschaft war komplett zusammengewürfelt und sieht so nie wieder den Rasen. Passieren darf es trotzdem nicht! Satte 44 Spieler hat der neue Bundestrainer in seinen ersten beiden Kadern schon durchrotiert. Für die Spiele drei und vier der Nations League holt der Bundestrainer frische Kräfte.
Großes DFB-Experiment: Neun Debütanten im neuen Klopp-Kader
Bundestrainer Jürgen Klopp krempelt das Team komplett um und holt gleich neun Länderspiel-Neulinge in sein zweites Aufgebot. Erstmals dabei sind die Torhüter Noah Atubolu, Finn Dahmen und Jonas Urbig sowie Finn Jeltsch, Mika Baur, Said El Mala, Vitaly Janelt, Felix Keidel und Derry Scherhant. Verstärkt wird diese junge Riege durch erfahrene WM-Fahrer wie Waldemar Anton, David Raum, Malick Thiaw, Aleksandar Pavlovic, Nick Woltemade und Talent Lennart Karl.
Insgesamt umfasst das neue Aufgebot 25 Spieler. Sechs Akteure aus dem vorherigen Kader – darunter Nico Schlotterbeck, Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Bambasé Conté, Serge Gnabry und Keeper Finn Dahmen – bleiben direkt vor Ort. Florian Wirtz und Jonathan Burkardt, die eigentlich für diese zweite Phase eingeplant waren, wurden wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Jamal Musiala und Kai Havertz bereits vorzeitig für das Griechenland-Spiel in Augsburg hochgezogen.
Griechenland jubelt - Puzzle komplett
Der griechische Fußball hat seiner Geschichte eine weitere bemerkenswerte Seite hinzugefügt. Die Nationalmannschaft vollendete mit dem 1:0 gegen den viermaligen Weltmeister ein einzigartiges Puzzle: Griechenland hat nun gegen alle fünf traditionellen europäischen Fußball-Großmächte einen Sieg gefeiert – gegen England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.
Dieser Weg entstand nicht an einem Tag. Er beginnt in den 1950er-Jahren, führt über die goldene Ära von 2004 und findet seinen Abschluss im großen Auswärtssieg auf deutschem Boden.
Deutschland war der letzte der fünf großen Gegner, der bis dahin noch nie gegen Griechenland verloren hatte. Nach zehn vorherigen Pflichtspielen ohne griechischen Erfolg durchbrach das Team von Ivan Jovanović diese Serie.
Griechenland hielt dem Druck der Deutschen stand und fand in der 74. Minute das Tor. Dimitris Kourbelis zog aus der Distanz ab, der Ball wurde nach einem Kontakt mit Joshua Kimmich abgefälscht und landete zum 1:0 im Netz.
Deutsche Medien zur Niederlage gegen Griechenland
Die erste Heimvorstellung von Jürgen Klopp als Bundestrainer rückte nach der Niederlage gegen Griechenland in den Mittelpunkt der deutschen Sport- und Nachrichtenberichterstattung.
Die Bild stellte das Ergebnis in den Fokus ihrer digitalen Ausgabe und titelte: "Jürgen Klopp patzt beim Heimdebüt – Fußballzwerg bremst Jürgen Klopp“.
Der Bericht erinnerte daran, dass Klopp vor der Partie davor gewarnt hatte, die griechische Mannschaft zu unterschätzen, und verwies auf die Platzierung Griechenlands in der Weltrangliste. Zudem wurden die jüngsten Teilnahmelücken der Nationalelf bei großen Turnieren hervorgehoben – und der Sieg gegen Deutschland als erster Erfolg in der Geschichte gegen die DFB-Auswahl.
n-tv präsentierte die Partie mit der Überschrift: "Griechenland verdirbt Jürgen Klopp das Heimdebüt“. Der Sender bezeichnete die Niederlage als besonders schlechten Start für den neuen Bundestrainer und betonte die Disziplin der griechischen Mannschaft.
Im selben Bericht hieß es, Deutschland habe seine Chancen gehabt, um die Niederlage zu vermeiden, doch das Offensivspiel sei nicht effizient genug gewesen.
Die ARD setzte in der Sportschau den Fehler in den Mittelpunkt, der zum Tor der Griechen führte, und wählte den Titel: "Wunderheilung vertagt: Griechenland bestraft den Fehler der Deutschen“.
In diesem Rahmen erklärte der frühere Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, heute TV-Experte, Deutschland sei keine Spitzenmannschaft mehr und habe sich mit Mittelmaß abgefunden.
Der Spiegel schlug einen ähnlichen Ton an und sprach von einem "Dämpfer für die Klopp-Euphorie“. Das Magazin hob auch die Präsenz der griechischen Fans in Augsburg hervor, die trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit auf den Rängen deutlich zu hören waren.
Die Süddeutsche Zeitung fasste den Abend unter der Überschrift "Griechenland stoppt Klopp“ zusammen, analysierte den Auftritt der deutschen Mannschaft und ging besonders auf Joshua Kimmich ein.
Zum Schluss bezeichnete der Kicker Klopps erstes Heimspiel als missglückt und überschriftete den Bericht mit: "Das Heimdebüt von Jürgen Klopp war ein Fehlschlag“.