Bei einem Besuch an seiner früheren Schule sprach Friedrich Merz über seine Schulzeit – nicht aber über seine Abiturnote. Die hält der Kanzler seit Jahren geheim. Nur so viel deutete er an: Sie könnte bei etwa 3,8 gelegen haben.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kehrte am Montag an seine ehemalige Schule zurück. Am Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen im Sauerland, wo er vor 51 Jahren sein Abitur machte, war er im Rahmen der Reihe "Ehemalige erzählen" zum 100. Geburtstag der Schule zu Gast. Doch über eine Sache wollte der Kanzler lieber nicht sprechen: Seine Abiturnote.
Seit Jahren hält Merz sein Abschlusszeugnis unter Verschluss. Im Zeit-Podcast "Alles gesagt?" erklärte er: "Mein Abiturzeugnis liegt bei mir zu Hause im Tresor und kommt auch nicht raus". Seine Begründung: "Ich habe mittlerweile Enkelkinder, die auf die Schule gehen, und ich möchte, dass denen die Motivation erhalten bleibt", wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet.
Merz selbst hatte die Spekulationen bereits im Podcast zumindest teilweise eingeordnet. Als die Zahl 3,8 fällt, sagte er: "Gehen Sie mal davon aus, dass es in dieser Bandbreite war." Auf die ungläubige Nachfrage "3,8?", antwortete er: "So, lassen wir es dabei" und beendete damit das Thema.
Eine offizielle Bestätigung der Note gibt es damit allerdings nicht. Bekannt ist lediglich, dass Merz während seiner Schulzeit einmal sitzen blieb und nach Disziplinproblemen die Schule wechselte. Mit 19 Jahren erlangte er schließlich die allgemeine Hochschulreife.
Auch über seine damalige Einstellung zur Schule sprach Merz im Podcast. Er habe als Jugendlicher keine Disziplin und "echte Motivationsprobleme" gehabt. Außerdem habe er einen Freundeskreis gehabt, "der mich da eher zusätzlich demotiviert hat". Sein Verhältnis zur Schule beschrieb er rückblickend mit den Worten, er habe ganz einfach "keinen Bock" auf Schule gehabt.
Bei seinem Besuch an seiner alten Schule erklärte der Kanzler: "Macht ein bisschen besseres Abitur als ich." Zudem sprach er über seine schulischen Schwierigkeiten, bevor er vom Gymnasium Brilon nach Rüthen wechselte: "Ich hatte keine Schwierigkeiten mit der Schule, die Schule hatte Schwierigkeiten mit mir." Unter den Schülern sorgten Merz’ Aussagen für Gelächter, wie die dpa schreibt.
In Rüthen habe der Kanzler gute Lehrer gefunden und sich wohlgefühlt. Fächer wie Mathematik und Physik, in denen er zuvor Probleme gehabt hatte, seien zu seinen Lieblingsfächern geworden.