Drei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, erinnerte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Berlin an das Massaker mit 1.200 Toten und warnte vor Judenhass. Unter hunderten Teilnehmern waren viele Politiker und Prominente wie die Schauspielerin Iris Berben.
"Wenn ich hier heute mit Ihnen stehe, dann kommt dieses unbeschreibliche Leid, dieser Terror, alles, was ich gesehen habe, es kommt auch wieder hoch und ich habe die Bilder im Kopf, die grausamen Bilder des Terrors", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) heute in seiner Rede auf der Gedenkveranstaltung zum 7. Oktober 2023 auf dem Berliner Bebelplatz.
Dobrindt war sichtlich bewegt. Er schilderte wie er im Dezember 2023 den israelischen Kibbuz Be'eri besucht hatte. Allein dort wurden mindestens 130 Menschen ermordet und Dutzende als Geiseln verschleppt.
"Ich werde diese bestialischen Bilder des Mordes niemals vergessen. Ich wache heute noch davon auf", sagte Dobrindt. Beim Hamas-Terrorangriff sei es nicht darum gegangen, etwas zu befreien: "Hier geht es darum, dass etwas vernichtet werden soll. Hier sollen Menschen vernichtet werden. Hier soll ein Volk vernichtet werden. Hier soll ein jüdisches Volk vernichtet werden", so Dobrindt.
Zu den weiteren Rednern zählten Ron Prosor, Botschafter des Staates Israel, Cornelia Seibeld, Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, Ben Salomo, Melody Sucharewicz sowie Noga Friedman, deren Ehemann Ido Rosenthal am 7. Oktober 2023 im Kampf gegen die Hamas getötet wurde.
Der Innenminister bedankte sich bei den mehreren Hundert Teilnehmern: "Wir geben ein Zeichen gegen Israel-Hass und Antisemitismus, der nach dem 7. Oktober weltweit und leider auch in Deutschland zugenommen hat. Antisemitismus ist ein abscheuliches Gift, das auch Teile unserer Gesellschaft zu vergiften droht." Dagegen müsse man sich wehren und auch er selbst werde weiter offensiv Partei ergreifen für Jüdinnen und Juden in Deutschland und für den Staat Israel.
Unter den Teilnehmern waren unter anderen auch die Schauspielerinnen Iris Berben und Andrea Sawatzki, Staatssekretärin Daniela Ludwig (CSU), Volker Beck (Grüne) der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Florian Hahn (CSU), der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Rabbi Yehuda Teichtal.
Am Ende seiner Rede wandte sich Alexander Dobrindt gegen Judenhass von Rechtsextremisten, Islamisten und Linksextremisten: "Wir müssen alarmiert sein, wenn in Berlin eine Partei über eine mögliche Regierungsbeteiligung spricht, die offen Antisemiten in ihrem Umfeld duldet." Jeder Einzelne, so Dobrindt, der in politischer Verantwortung stehe, habe die Verantwortung, "dafür zu sorgen, dass neuer Antisemitismus weder toleriert noch hoffähig gemacht wird, weil man ihm eine Regierungsbeteiligung ermöglicht."