Möglicherweise ist ein Puma im Großraum des Münchner Flughafens unterwegs. Aufnahmen einer Wärmebildkamera haben die Polizei in Aktion versetzt: Einsatzkräfte suchen mit Drohnen und Hubschraubern, bisher ohne Erfolg.
Raubkatzensichtung im Gemeindebereich Oberding, Notzinger Moos. Mit dieser Meldung machte der Landkreis Erding in Bayern darauf aufmerksam, dass möglicherweise ein Puma unterwegs sein könnte.
Sicherheitskräfte und die Polizei haben unter anderem mit Drohnen nach einer entlaufenen Raubkatze gesucht, bisher ohne Erfolg. Der Landkreis hat die Anwohner vorsorglich um erhöhte Vorsicht gebeten. Sollte das Tier gesichtet werden, müsse umgehend die Polizei verständigt werden.
"Nähern Sie sich auf keinen Fall", heißt es weiter in der Nachricht, die unter anderem auf Facebook und Instagram geteilt wurde. Weiter sollten Hunde auf Spaziergängen angeleint werden und kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt draußen spielen.
In einem Update wird mitgeteilt, dass sich seit der Sichtung keine weiteren Hinweise und ebenso keine Erkenntnisse zu einem potenziellen Halter des Tieres ergeben haben. Experten würden das Bildmaterial weiter analysieren. Um welches Tier es sich bei der Raubkatze genau handelt, kann noch nicht bestätigt werden.
In den Nachtstunden soll nun erneut eine Drohne schwerpunktmäßig in dem Gebiet suchen, wo der Jäger seine Beobachtung gemacht hat. Die Beamten hoffen, dass das gesuchte Tier zurückkommt und mittels Wärmebildtechnik aufgespürt werden kann.
"Bitte nicht aktiv nach dem Tier suchen und stattdessen die Behörden ihre Arbeit machen lassen", sagte Thomas Schreder der Deutschen Presse-Agentur. "Nachts würde ich das Gebiet auch für Spaziergänge erst mal eher meiden. Hunde sollte man auch tagsüber nicht frei laufen lassen." Panik sei sicher nicht angebracht, betonte Schreder. "Aber wenn es ein Puma sein sollte, ist das eben auch kein ungefährliches Tier."
Mögliches Raubtier in Flughafennähe
Betroffen ist die Gemeinde Oberding und der Bereich Notzinger Moos. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem der Flughafen München/Erding.
Den ersten Hinweis soll demnach ein Jäger gegeben haben, der eine Großkatze mit seiner Wärmebildkamera gefilmt haben soll, wie die Lokalzeitung Münchner Merkur berichtet.
"Nach erster fachlicher Einschätzung könnte es sich um einen Puma handeln", teilt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer auf Nachfrage der Zeitung mit. "Nach einer möglichen Raubtiersichtung in der vergangenen Nacht führt die Polizei in enger Abstimmung mit dem Landratsamt Erding die weiteren Untersuchungen durch", erklärte auch die Polizei Oberbayern Nord.
Die gefertigten Bildaufnahmen wurden noch in der Nacht einem Experten vorgelegt, der davon ausgeht, dass es sich bei dem Tier um einen Puma handeln könnte, heißt es weiter. In dem weitläufigen Waldgebiet waren unter anderem ein Polizeihubschrauber sowie Drohnen der Polizei unterwegs, um den Aufenthaltsort der Katze zu bestimmen.
Peta fordert Wildtierverbot
Die Tierrechtsorganisation PETA erklärte auf die Meldung, dass ein Ausbruch keine Überraschung sei. Wildtiere würden nicht in Käfige oder Wohnzimmer gehören.
"Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass bei München ein Puma unterwegs ist, wäre dies die vorhersehbare Folge einer seit Jahren komplett verfehlten Politik". kritisiert die Organisation. Immer wieder würden Großkatzen aus privater Haltung, Zirkusbetrieben oder Zoos entkommen. "Eine Begegnung mit dem Tier könnte lebensgefährlich sein", warnt Peta und fordert eine bessere Gesetzgebung.
Pumas sind in Deutschland nicht heimisch. Die großen Wildkatzen werden bis zu 1,2 Metern groß und können zwischen 40 und 70 Kilogramm wiegen.
Immer wieder werden Sichtungen von Wildtieren gemeldet und sorgen für Großeinsätze der Polizei oder Feuerwehr. Auch in Polen soll im August ein Puma die Wälder unsicher gemacht haben, in Berlin machte die Sichtung eines möglichen Löwens vergangenes Jahr Schlagzeilen. Der Polizeieinsatz zur Suche der potenziellen Löwin dauerte über 30 Stunden, letztendlich erfolglos. Fachleute gingen am Ende davon aus, dass es sich ebenso auch um ein Wildschwein gehandelt haben könnte.