Drohnenangriffe gelten zunehmend als große Gefahr. Britische Atom-U-Boote setzen laut Berichten nun Feuerlöschschläuche gegen Angriffe aus der Luft ein.
Laut dem britischen Boulevardblatt "The Sun“ übt die Besatzung der Atom-U-Boote der Royal Navy inzwischen, sich mit Feuerwehrschläuchen gegen Drohnenangriffe zu verteidigen.
Die U-Boote der Vanguard-Klasse kosten rund 6,5 Milliarden Euro und tragen nukleare ballistische Raketen. Trotzdem setzen sie dem Bericht zufolge auf Hochdruck-Wasserstrahlen gegen Angriffe aus der Luft.
Die Wasserkanonen stehen auf den Decks, wenn die Boote im Hafen liegen, und dienen dort als wichtigste Abwehr gegen Drohnen.
Die Marine betont laut Zeitung, dass mehrere Schutzschichten die U-Boote im Hafen sichern. Genannt werden "physische Barrieren, Patrouillen, Überwachung, Beobachtung und Fähigkeiten zur Drohnenabwehr“. Die Schläuche bedienen Seeleute direkt auf dem Deck, sie sollen auf Drohnen zielen, die die landseitigen Systeme überwinden.
Die Feuerwehrschläuche sollen kleine und mittelgroße FPV-Drohnen abwehren. Langstreckendrohnen wie iranische Shaheds oder russische Gerbera-Modelle würden dagegen von Kampfjets der Royal Air Force abgefangen.
"Wir dachten immer, das sei für kleine Spionagedrohnen oder Zivilisten, die aus Spaß mit Drohnen herumspielen, aber die Bedrohung hat sich stark weiterentwickelt“, sagte eine Marinequelle "The Sun“.
Gefahr durch Drohnen
Der Stützpunkt Faslane nordwestlich von Glasgow in Schottland gehört zu den sensibelsten Militäranlagen des Vereinigten Königreichs. Dort ist die Atom-U-Boot-Flotte stationiert. Wegen seiner Lage tief in einer Bucht gilt der Hafen als gut vor Angriffen von See geschützt, könnte aber für Drohnen besonders verwundbar sein.
„Gare Loch bietet einen ausgezeichneten natürlichen Schutz gegen feindliche U-Boote, aber die Topografie macht den Ort für Drohnen angreifbar“, sagte eine Quelle der Marine "The Sun“.
„Es gibt viele öffentliche Straßen, Menschen können über die Hügel laufen. Wenn mehrere Drohnen in der Nähe gestartet würden, bleibt wenig Zeit zur Reaktion.“
„Faslane steht ganz offensichtlich im Fokus feindlicher Staaten. Wir wissen, dass der Stützpunkt bereits zuvor ins Visier genommen wurde, und es wäre keine Überraschung, wenn er erneut angegriffen würde“, sagte Charlie Williams, Forscher und Verteidigungsanalyst beim Londoner Thinktank International Institute for Strategic Studies (IISS), „The Sun“.
"Es ist sehr überraschend, dass man sich auf Feuerwehrschläuche verlässt, um die U-Boote zu schützen. Wir müssen hoffen, dass das Verteidigungsministerium in die richtigen Fähigkeiten zur Verteidigung investiert“, fügte er hinzu.
Nach seinen Angaben hat Russland bereits Hunderte Drohnen über nuklearen Einrichtungen in ganz Europa eingesetzt, darunter über dem französischen Atom-U-Boot-Stützpunkt Île Longue und dem Royal-Air-Force-Stützpunkt Lakenheath in der Grafschaft Suffolk.
"Der Schutz unserer Basen wird laufend überprüft“, erklärte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums. „Über den Defence Investment Plan investieren wir in den kommenden vier Jahren zusätzlich 470 Millionen Pfund, rund 554 Millionen Euro, um den Schutz britischer Militärstandorte zu verstärken.“