In sozialen Medien kursieren Warnungen vor angeblichen Schulangriffen an diesem Freitag, dem 9. Oktober. Die Polizei überwacht die Lage und will vor Schulen präsent sein. In einigen Städten Masowiens fällt der Präsenzunterricht aus.
Am Donnerstag verbreiteten sich in sozialen Netzwerken massenhaft Meldungen über angeblich geplante Angriffe auf Schulen. Unter Schülerinnen und Schülern sowie Eltern kursieren Screenshots und Videos. Sie warnen vor einem sogenannten „blutigen Freitag“, der auf diesen Freitag, den 9. Oktober, fallen soll.
Die Meldungen tauchten nach einer Serie schwerer Vorfälle an Schulen in der Woiwodschaft Masowien im Umland von Warschau auf. Am Mittwoch hatte ein 19-Jähriger in einer Schule in Ostrołęka (Ostrolenka) neun Personen mit einem Messer angegriffen. Einen Tag später attackierte in Leszczydół-Nowiny ein 15-jähriger ehemaliger Schüler drei Menschen. Eine 37-jährige Schulangestellte erlag ihren Verletzungen.
Polizei verstärkt Präsenz an Schulen
Wegen der wachsenden Unsicherheit kündigte die Polizei verstärkte Präventionsmaßnahmen an. Der Kommandant der nationalen Polizei, Generalinspekteur Marek Boroń, erklärte, Beamtinnen und Beamte würden bereits am Freitagmorgen im Umfeld der Schulen sichtbar sein.
„Die Polizei wird alles tun, damit diese Schulen gesichert sind“, sagte Boroń im Gespräch mit Polsat News. Bereits am Donnerstag patrouillierten Einsatzkräfte in der Nähe von Schulen und nahmen Kontakt mit den Schulleitungen auf. Am Freitag wollen die Beamtinnen und Beamten eng mit Schulleitungen, Lehrkräften und Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten.
Der Kommandant rief Schülerinnen und Schüler sowie Eltern dazu auf, jeden glaubwürdigen Verdacht auf geplante Gewalt den Lehrkräften oder direkt der Polizei zu melden. Die Dienste wollen alle Hinweise überprüfen.
Zugleich betonte Boroń, dass nach dem Angriff in Ostrołęka die Zahl der Meldungen über mögliche Bedrohungen deutlich gestiegen sei. Er mahnte zur Vorsicht beim Weiterverbreiten von Informationen über angebliche Angriffe.
Video löst Panik aus: Polizei nimmt 17-Jährigen fest
Ein Grund für die zunehmende Unruhe war ein Video, das im Internet kursierte. Nach Informationen des Portals Interia bezog sich der Clip auf angebliche Angriffspläne auf Schulen im Rahmen des „blutigen Freitags“. Lokale Medien berichteten, der Urheber habe ein „Blutbad in Przasnysz“ angekündigt.
Die Polizei in Przasnysz nahm den Fall rasch auf. Sie verhaftete einen 17-jährigen Bewohner des Kreises Przasnysz, der als mutmaßlicher Urheber des Videos gilt.
„Die Polizisten haben einen 17-jährigen Bewohner des Kreises Przasnysz festgenommen, der mutmaßlich das im Netz kursierende Video erstellt hat. Mit dem jungen Mann finden derzeit weitere Maßnahmen statt“, teilte die Polizei der Region Masowien mit.
Masowien: Schulen bleiben am Freitag geschlossen
Auch aus anderen Orten kamen beunruhigende Meldungen. In Sierpc nahm die Polizei einen 17-Jährigen fest, der gesagt haben soll, er wolle jemandem in der Schule etwas antun. Bei dem Jugendlichen fanden die Beamtinnen und Beamten zwei Messer. In diesem Fall spielten Schüler und Lehrkräfte eine entscheidende Rolle: Sie informierten die Polizei über sein Verhalten.
Am Donnerstag kam es zudem zu einem tödlichen Angriff in Leszczydół-Nowiny nahe Wyszków. Ein 15-jähriger ehemaliger Schüler attackierte mit einem scharfen Werkzeug die Hausmeisterin, den Schulleiter und eine Lehrerin. Die 37-jährige Hausmeisterin starb, die beiden anderen wurden verletzt.
Die Behörden beschlossen, dass an diesem Freitag die Grundschulen in der Gemeinde Wyszków keinen Unterricht abhalten. Die Einrichtungen sollen den Kindern dennoch Betreuung anbieten. Laut lokalen Medien stellen alle weiterführenden Schulen in Ciechanów an diesem Freitag auf Distanzunterricht um. Auch in Pułtusk findet der Unterricht nicht in üblicher Form statt.