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Droht eine Apokalypse? Die 17 größten Gefahren für die Menschheit bis 2100

Diese 17 Gefahren bedrohen die Menschheit laut der The Lancet Kommission (Symbolbild)
Diese 17 Gefahren bedrohen die Menschheit laut der The Lancet Kommission (Symbolbild) -  Copyright  AP Photo
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Von Franziska Müller
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Von apokalyptischen Szenarien bis zum fortschreitenden Klimawandel: eine Expertenkommission hat die 17 gefährlichsten Bedrohungen für die Menschheit bis zum Ende des Jahrhunderts ermittelt.

Inmitten von Konflikten, Krisen und Epidemien scheint die globale Gesundheit in Gefahr. Auf dem World Health Summit, dem Weltgesundheitsgipfel in Berlin, hat die Lancet-Kommission einen Bericht darüber veröffentlicht, welche Gefahren im 21. Jahrhundert die Menschheit am meisten bedrohen.

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"Wir argumentieren, dass die jüngsten globalen Schocks [...] zeigen, wie schnell Annahmen über Stabilität widerlegt werden können", heißt es zu Beginn des Berichts. Die Studienautoren fordern Regierungen und Institutionen dazu auf, Vorsorgepläne für verschiedene Szenarien zu entwickeln und kritisieren kurzfristiges Denken.

Unter anderem die Covid-Pandemie, aber auch die Epidemie durch das Bundibugyo-Ebola-Virus sowie geopolitische Konflikte und Auswirkungen des Klimawandels würden für eine unsichere Zukunft sorgen.

Als Bedrohung gilt für die Studienautoren von The Lancet Ursachen "für künftige Gesundheitsverluste, die durch politische Maßnahmen beeinflusst werden können".

Die Bedrohungen wurden in einer Pyramide angeordnet. Je höher sie positioniert sind, desto gefährlicher sind sie für die Menschheit bis zum Jahr 2100.

Die Priorisierung begründen die Experten unter anderem mit der Frage, welche Schäden sich noch verhindern lassen, wie Natalia Kanem, Ko-Vorsitzende der Kommission bei der Vorstellung des Berichts in Berlin sagte. "Resilienz erfordert jedoch Entscheidungen. Kein Unternehmen und keine Regierung kann sich auf alles vorbereiten", erklärte Kanem.

Bedrohungen mit Auslöschungspotenzial

Die oberen beiden Szenarien in der Pyramide könnten dabei sogar zum Aussterben der Menschheit führen. Der böswillige Einsatz von KI, beispielsweise für die Nutzung von Biowaffen oder ein Atomkrieg könnte die Menschheit, wie wir sie kennen, bis zum Jahr 2100 beenden. Zu diesem Schluss kommt eine neue globale Bewertung der Gesundheitsrisiken.

Ein nuklearer Konflikt umfasst nach der Studie nicht nur die unmittelbare Wirkung von Raketenangriffen, sondern auch Folgen wie eine nukleare Hungersnot. Unter dem böswilligen Einsatz von KI verstehen die Forschenden vor allem die Entwicklung und Nutzung von Biowaffen gegen Menschen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass in den kommenden 75 Jahren ein Asteroid die Erde treffen könnte oder ein Supervulkan zur Auslöschung der Menschheit führt, schätzten die Experten wiederum als extrem gering ein. Deshalb werden sie auch nicht gelistet.

In der Pyramide werden gefährlichere Bedrohungen weiter oben eingeordnet.
In der Pyramide werden gefährlichere Bedrohungen weiter oben eingeordnet. The Lancet

Die gefährlichsten Bedrohungen des 21. Jahrhunderts

Die zweite Kategorie in der Bedrohungspyramide setzte sich aus Bedrohungen zusammen, von denen prognostiziert wird, dass sie die Lebzeit der Menschheit verkürzen.

15 Bedrohungen wurden in die Kategorie der größten katastrophalen Bedrohungen aufgenommen. Darunter geht es unter anderem um die Ernährungssicherheit, um die Gewöhnung an Medikamente, um tiefergreifende und zunehmenden Ungleichheiten bei Einkommen sowie Bildung und gesundheitsschädigendes Verhalten.

Auf den beiden unteren Ebenen der Bedrohungspyramide fassen die Experten der Kommission mehr als 300 weitere Szenarien zusammen, die der Menschheit gefährlich werden können.

Insbesondere Einkommensungleichheit sowie ein niedriges Bildungsniveau und Adipositas sind laut der Kommission Gefahren, die am meisten Einfluss auf die Lebensdauer haben.

Einige Regionen sind Risiken besonders ausgesetzt

"Es handelt sich um Bedrohungen mit enormen vermeidbaren Belastungen, die lange Zeit eher als Rahmenbedingungen statt als die tatsächlichen Bedrohungen betrachtet wurden", erklärte Kanem in Berlin. Sie will auf das Ausmaß aufmerksam machen. "Schätzungen zufolge verursacht Adipositas 23 Milliarden vermeidbare DALYs", so Kanem.

Von DALYs ("Disability-Adjusted Life Year") sprechen die Experten, weil es die Anzahl der gesunden Lebensjahre angibt, die druch Krankheit, Behinderung oder einen vorzeitigen Tod verloren gehen. Ein DALY entspricht einem verlorenen gesunden Lebensjahr. Je höher die Zahl der DALYs, desto größer die Krankheitslast in einer Bevölkerung.

Ihr zufolge verursache ein geringer Bildungsstand 16 Milliarden vermeidbare DALYs, Einkommensungleichheit fast 14 Milliarden Fälle. Außerdem ist Kanem zufolge die Belastung nicht gleichmäßig auf der Welt verteilt. So würden laut Kanem mehr als zwei Drittel der Belastung durch geringen Bildungsstand auf Subsahara-Afrika entfallen.

"Nehmen wir das Beispiel von Subsahara-Afrika, dessen Anteil an der Weltbevölkerung voraussichtlich von derzeit 15,3 Prozent auf über ein Drittel der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 ansteigen wird", sagte Ko-Vorsitzende Kanem in Berlin. Die größten Belastungen durch Gesundheitsbedrohungen, niedriges Bildungsniveau, Einkommensungleichheit und der Einbruch der Entwicklungshilfe im Gesundheitsbereich würde sich folglich stark auf Subsahara-Afrika konzentrieren.

Doch Kanem macht auch deutlich: Die Belastungen würden sich derzeit noch durch "fundierte Entscheidungen, wirksame Politik und Innovation bewältigen" lassen.

The Lancet ist eine der renommiertesten und ältesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt. Neben medizinischen Forschungsergebnissen veröffentlicht The Lancet auch Analysen zu globalen Gesundheitsfragen, Gesundheitssystemen und gesundheitlichen Ungleichheiten. Die Zeitschrift erscheint bei Elsevier und gilt international als wichtige Quelle für Wissenschaftler, Ärzte und Gesundheitspolitiker.

Mit dem Bericht zu den Bedrohungen der Menschheit will The Lancet eine Prioritätenliste beisteuern und mögliche Lösungen und Maßnahmen vorschlagen und fördern. In der Kommission arbeiten 37 Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Sicherheit und Technologie zusammen.

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