Polen könnte bald mit den stärksten Volkswirtschaften an einem Tisch sitzen: Donald Tusk meldet eine Einladung aus London und Indiens Rückhalt für eine größere G20-Rolle.
Polen hat eine Einladung zur Teilnahme am G20-Gipfel im kommenden Jahr erhalten, der in Großbritannien stattfinden soll. Donald Tusk gab dies bei einem Briefing am Freitag in Indien bekannt, wo er sich derzeit zu einem offiziellen Besuch aufhält.
Der polnische Regierungschef erklärte, er habe dazu eine Einladung vom britischen Premierminister Andy Burnham bekommen: „Ich kann bestätigen, dass ich bereits eine eindeutige Einladung des britischen Premiers zur Teilnahme an der G20 erhalten habe“, so Tusk.
Der Regierungschef betonte, die Einladung ermögliche es ihm, Polen beim Gipfel im kommenden Jahr zu vertreten.
„Polen wird eingeladen sein, und ich kann persönlich an diesem Gipfel teilnehmen“, unterstrich er.
Modi sagt Polen Unterstützung für G20 zu
Bei seinem Besuch in Indien sprach Donald Tusk auch über sein Gespräch mit dem indischen Premierminister Narendra Modi. Nach seinen Worten sagte Modi Unterstützung für die Präsenz Polens in der G20 zu.
Tusk berichtete, Modi habe zugesichert, Indien werde „nicht nur eine dauerhafte Präsenz Polens in der G20 unterstützen“, sondern sehe auch die Teilnahme Polens am diesjährigen Gipfel sehr positiv.
Der Premier räumte ein, dass ihn diese Zusage etwas überrascht habe. „Angenehm überrascht“ – so beschrieb er seine Reaktion auf die Worte des indischen Premiers.
Tusk erzählte außerdem, dass beide Politiker über das künftige Treffen der G20 und darüber, wie sie sich bei den Beratungen gegenseitig unterstützen könnten, gescherzt hätten.
„Halb im Scherz sagten wir, wir würden alles tun, um bei der G20 nebeneinander zu sitzen und uns gegenseitig zu unterstützen“, fügte der polnische Regierungschef hinzu.
G20: Forum der größten Volkswirtschaften
Die G20 gibt es seit 1999. In der Gruppe sind die größten Volkswirtschaften der Welt vertreten. Ihr gehören 19 Staaten an, darunter die Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich, China, Japan, Indien und Russland, außerdem die Europäische Union sowie – seit 2023 – die Afrikanische Union.
Die Mitgliedstaaten und Organisationen der G20 stehen zusammen für rund 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und mehr als 75 Prozent des globalen Handels. Die Gruppe hat jedoch weder formale, rechtlich festgelegte Aufnahmekriterien noch feste Organisationsstrukturen.
Der diesjährige G20-Gipfel ist für den 14. und 15. Dezember geplant. Das Treffen findet in Miami im US-Bundesstaat Florida statt, Gastgeber ist der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump.
USA wollen Polen in der G20
Die Frage einer größeren Rolle Polens in der G20 steht schon seit einiger Zeit im Raum. Im Oktober teilte das US-Außenministerium mit, die Vereinigten Staaten wollten mit den übrigen Mitgliedern über eine Vollmitgliedschaft Polens „so bald wie möglich“ sprechen.
Die US-Regierung verwies dabei sowohl auf die Bedeutung der polnischen Wirtschaft als auch auf die wachsende Stellung des Landes auf der internationalen Bühne.
„Das anhaltende und stabile Wirtschaftswachstum Polens, verbunden mit seiner wachsenden Rolle als eine der führenden Nationen auf der internationalen Bühne, macht das Land zu einem idealen Teilnehmer an den Diskussionen im Rahmen der G20“, hieß es in der Erklärung des State Department.
Das US-Außenministerium hob außerdem hervor, dass Polen bereits zuvor an Arbeitsgruppen und Ministertreffen teilgenommen hat, die die USA im Rahmen der G20 organisiert hatten.
„Die G20-Mitglieder haben vom Beitrag Polens zu den Diskussionen in den Arbeitsgruppen und bei den Ministertreffen profitiert, die die Vereinigten Staaten bereits organisiert haben“, so das State Department.