Die Stürme Austen und Boelo haben am Wochenende in Nordeuropa für Chaos gesorgt: es gab Stromausfall in 150.000 Haushalten, Verletzte durch umstürzende Bäume sowie gestrichene Flüge und Fähren von Schottland bis Dänemark.
Am Sonntag haben Stürme Nordeuropa heimgesucht. Sie legten den Strom in mehr als 150.000 Haushalten lahm, führten zur Streichung von Hunderten Flügen und setzten Telefonnetze außer Betrieb.
In Argyll and Bute im Westen von Schottland wurden Böen von bis zu 135 Kilometern pro Stunde gemessen. Umgestürzte Bäume und herabgerissene Stromleitungen blockierten Straßen und Bahnstrecken im ganzen Land.
Lebensgefahr durch Sturm Boelo
Sturm Boelo, das zweite Tiefdruckgebiet, das an diesem Wochenende das Vereinigte Königreich erreichte, sorgte am Sonntag in Schottland, Nordirland und Nordengland für massive Verkehrsprobleme - auch bei Flugreichen - und Stromausfälle.
Der britische Wetterdienst Met Office warnte, Boelo sei lebensgefährlich wegen herumfliegender Trümmerteile und hoher Wellen.
Auch Hochwasserwarnungen gelten weiterhin. An Flughäfen, bei Fährverbindungen, im Bahnverkehr und auf den Straßen kam es zu Störungen. Stromausfälle trafen rund 82.000 Haushalte in Großbritannien, fast 60.000 in Frankreich und mindestens 10.000 in Deutschland. Boelo, ausgesprochen „Boo-Loh“, folgte dicht auf Sturm Austen, der vor allem den Süden Englands bereits am Freitag schwer getroffen hatte und danach weiter über den nördlichen Teil des europäischen Festlands zog.
Sturm Boelo: Hunderte Flüge fallen aus oder werden umgeleitet
Wegen des ostwärts ziehenden Sturms warnte der Amsterdamer Flughafen Schiphol vor Ausfällen und Verspätungen bei ankommenden und abfliegenden Flügen, verursacht durch starke Winde über den Niederlanden. Auch Belgien wurde schwer getroffen. In Brüssel wurden am Samstag vier Menschen durch umstürzende Bäume verletzt.
Bereits am Samstag wurden nach Angaben der Polizei zwei Menschen schwer verletzt, als auf einem Herbstmarkt in Nastätten in Rheinland-Pfalz ein Gerüst durch die Böen von Sturm Austen zum Einsturz gebracht wurde. Der Deutsche Wetterdienst DWD erwartete an der Nordseeküste erneut kräftige Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde.
Starken Wind und kräftigen Regen meldeten die Meteorologen auch in Dänemark, Norwegen und Teilen Schwedens. In Skandinavien fielen einige Fährverbindungen aus, auf bestimmten schwedischen Strecken stellte die Bahn vorsorglich den Betrieb ein, und für LKW-Anhänger galt auf Dänemarks Großer-Belt-Brücke ein Fahrverbot.