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Herbststürme treffen Deutschland: Stromausfälle, Schäden und Sturmflutgefahr

Archivfoto. Ein Gewitter zieht am Sonntag, dem 31. Mai 2026, über die Außenbezirke von Frankfurt am Main in Deutschland hinweg.
Archivfoto. Ein Gewitter zieht am Sonntag, dem 31. Mai 2026, über die Außenbezirke von Frankfurt am Main in Deutschland hinweg. -  Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Sturmtief „Luise“ hat bereits Schäden und Verletzte verursacht, nun bringt „Manja“ neuen Wind und Regen. In Freiburg fällt zeitweise großflächig der Strom aus, im Norden drohen Sturmfluten. Auch der Bahn- und Fährverkehr ist beeinträchtigt.

Umgestürzte Bäume, beschädigte Gebäude und Stromausfälle: Gleich mehrere Herbststürme sorgen an diesem Wochenende in Deutschland für erhebliche Probleme. Nach Sturmtief „Luise“ zieht mit „Manja“ bereits das nächste Tief über das Land. Besonders im Norden drohen schwere Sturmböen, während im Süden zahlreiche wetterbedingte Einsätze gemeldet werden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für mehrere Regionen amtliche Warnungen herausgegeben.

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Nach einer vorläufigen Bilanz der Deutschen Presse-Agentur mussten die Einsatzkräfte bundesweit zu Hunderten wetterbedingten Einsätzen ausrücken. Mehrere Menschen wurden verletzt. Bis zum Sonntagnachmittag blieb eine größere Schadenslage aus, die Gefahr ist aber vor allem an exponierten Orten und an der Küste noch nicht vollständig gebannt.

Stromausfall in Freiburg: Tausende Haushalte betroffen

Besonders deutlich zeigten sich die Auswirkungen des Sturms am Sonntagmorgen in Freiburg und Umgebung, dort kam es zu einem großflächigen Stromausfall. Nach Angaben des Energieversorgers Badenova waren zeitweise rund 10.000 Haushalte betroffen. Die Polizei sprach von etwa 25.000 Menschen ohne Strom.

Als Ursache gilt ein windbedingter Schaden an einem Umspannwerk im Freiburger Stadtteil Littenweiler. Eine starke Böe riss ein Metalldach von einem Vorbau und wehte es in die Transformatoren. Dadurch kam es zu einem Kurzschluss.

Bis zum späten Vormittag konnte die Stromversorgung für die meisten betroffenen Haushalte wiederhergestellt werden. In Oberried im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald waren laut Badenova allerdings noch rund 2.500 Haushalte ohne Strom. Die Reparaturarbeiten liefen weiter.

Auch die medizinische Versorgung war zeitweise beeinträchtigt: Die Freiburger Universitätsklinik teilte mit, dass die Notaufnahme wegen des Stromausfalls nicht mehr alle Notfälle versorgen könne. Patienten mit lebensbedrohlichen Beschwerden sollten weiterhin aufgenommen werden, andere wurden aufgerufen nach Möglichkeit auf umliegende Einrichtungen auszuweichen.

Umgestürzte Bäume, Verletzte und Schäden an Gebäuden

Im Harz registrierte die örtliche Leitstelle seit dem Morgen zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume und herabfallender Äste. Insgesamt wurden 28 Einsätze gemeldet. Dabei entstanden Schäden an Fahrzeugen und einem Haus, Verletzte gab es dort nach den vorliegenden Angaben nicht.

Rund um den Brocken wurden noch für Sonntag Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde vorhergesagt.

In Nordrhein-Westfalen mussten Feuerwehren ebenfalls ausrücken. In Wuppertal wurden bis zum Sonntagmorgen 31 weitere wetterbedingte Einsätze gezählt. Häufig ging es darum, Bäume und Äste von Straßen zu entfernen.

Die Deutsche Bahn meldete zudem Einschränkungen auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen.

Bereits am Freitag hatte „Luise“ in Teilen Westdeutschlands Schäden verursacht. Nach Angaben des ZDF wurden in Rheinland-Pfalz zwei Menschen schwer verletzt, als eine Sturmböe ein Gerüst auf einem Oktobermarkt umwarf. Auch beschädigte Oberleitungen und Behinderungen im Bahnverkehr wurden gemeldet.

Norddeutschland: Sturmböen und mögliche Sturmflut

Besonders aufmerksam beobachten die Behörden derzeit die Wetterlage an der Nordsee: Der Deutsche Wetterdienst erwartet neben stürmischen Böen auch einzelne, teils kräftige Gewitter. An der Nordseeküste und in höheren Lagen sind schwere Sturm- bis Orkanböen möglich.

Zusätzlich besteht Sturmflutgefahr. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erwartet in der Nacht zum Montag erhöhte Wasserstände an der Nordseeküste und im Elbegebiet. An der nordfriesischen Küste könnten sie 2 bis 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen. Für Hamburg wird am Pegel St. Pauli am Montagmorgen gegen 4 Uhr ein Wasserstand von rund zwei Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet.

Auch der Fährverkehr ist beeinträchtigt. Verbindungen zu mehreren Nordseeinseln fallen aus oder sind eingeschränkt. Reisende sollten sich vor der Abfahrt bei den jeweiligen Reedereien über den aktuellen Betrieb informieren.

DWD erwartet allmähliche Wetterberuhigung

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes soll der Wind in der Nacht zum Montag vielerorts nachlassen. An der Küste und in exponierten Berglagen können jedoch auch zu Wochenbeginn weitere stürmische Böen auftreten. Für Dienstag und Mittwoch bleibt es vor allem im Küstenbereich windig.

Ab Donnerstag, dem 29. Oktober, sollte sich die Wetterlage nach Angaben des DWD beruhigt haben.

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