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Biometrie, KI und digitale Pässe: Europäer bei Reistechnik am vorsichtigsten, zeigt IATA-Umfrage

„Biometrie ist heute Standard im Reiseerlebnis“, erklärt IATA.
IATA: Biometrie ist heute ‚Mainstream‘ beim Reisen -  Copyright  Phil Mosley/Unsplash
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Von Fakhriya M. Suleiman
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Europäische Reisende stehen digitalen Pässen laut IATA Global Passenger Survey 2026 am skeptischsten gegenüber. Sorgen um Datenschutz und Einreisebestimmungen beeinflussen ihr Buchungs- und Reiseverhalten.

Laut der Global Passenger Survey 2026 des internationalen Luftfahrtverbands IATA gelten europäische Reisende als „am vorsichtigsten“, wenn es um digitale Reistechnologien geht.

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Die Studie stützt sich auf mehr als 10.000 Antworten aus 200 Ländern. Demnach sind Europäer mit 70 Prozent weltweit am wenigsten bereit, biometrische Daten für Abläufe am Flughafen zu teilen. Im globalen Durchschnitt liegt die Zustimmung bei 78 Prozent.

Am offensten zeigen sich Reisende aus dem Nahen Osten und aus Afrika, dort liegen die Werte bei 84 beziehungsweise 82 Prozent.

Auch digitale Pässe für den Online-Check-in stoßen in Europa auf weniger Begeisterung: 79 Prozent interessieren sich dafür, weltweit sind es 84 Prozent.

Datenschutzsorgen könnten die Zurückhaltung erklären. Insgesamt gaben 59 Prozent der Befragten an, sie fürchteten Datenlecks. 49 Prozent sorgen sich, dass ihre Informationen mit anderen Organisationen geteilt werden. 41 Prozent bemängeln, dass unklar sei, wie mit ihren persönlichen Angaben umgegangen wird.

Trotz dieser Vorbehalte stellt IATA fest, dass biometrische Verfahren inzwischen zum „Mainstream“ des Reiseerlebnisses gehören. 58 Prozent der Passagiere berichten, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal biometrische Kontrollen erlebt. 2022 waren es erst 34 Prozent.

„Immer mehr Passagiere machen auf ihren Reisen Erfahrungen mit Biometrie. Sie mögen sie und wollen mehr davon“, sagte Nick Careen, Senior Vice President für Betrieb, Sicherheit und Schutz bei IATA.

„Das sind gute Nachrichten, denn die Vorteile sind erheblich: reibungslosere Reisen für die Passagiere und effizientere, sichere Prozesse für Staaten und Fluggesellschaften.

Um Biometrie zur Norm im internationalen Reiseverkehr zu machen, müssen sich Regierungen auf einen Rahmen für die Ausgabe und Anerkennung sicherer digitaler Pässe einigen – sogenannter Digital Travel Credentials.“

Laut IATA wären bis zu 82 Prozent der Befragten bereit, einer Fluggesellschaft bereits bei der Buchung und nach der Zahlung einen digitalen Pass zur Verfügung zu stellen, um personalisierte Dienste zu erhalten, etwa Informationen zu Visavorschriften.

Ebenso würden 82 Prozent ein Smartphone nutzen, das digitale Geldbörse, digitalen Pass und Treuekarten kombiniert, um Reisen zu buchen, zu bezahlen und die Abläufe am Flughafen bei Abflug und Ankunft zu durchlaufen.

KI verändert Reiseplanung

KI spielt bei der Reiseplanung eine immer wichtigere Rolle.

Der Erhebung zufolge nutzen 49 Prozent der Reisenden KI für ihre Planung. 21 Prozent suchen so gezielt nach Flügen zu einem bestimmten Ziel. 19 Prozent setzen KI ein, um die günstigsten Verbindungen zu finden. 17 Prozent holen sich damit allgemeine Reiseinspiration.

„Menschen nutzen KI, um ihre Reisen zu planen“, ergänzte Careen. „Für Fluggesellschaften ist es wichtig, dass ihre Angebote in KI-Systemen sichtbar sind und dass sie praktische Verbindungen schaffen, um ein KI-Gespräch in eine echte Buchung zu überführen.“

Einreisebestimmungen werden zum Reisehindernis

Trotz neuer Technologien, die Reisen erleichtern sollen, bleiben Einreiseauflagen ein wachsendes Hindernis. Sie schrecken weltweit bis zu 43 Prozent der Reisenden davon ab, ein Ziel zu besuchen. Im IATA-Bericht 2025 lag der Wert bei 33 Prozent.

Besonders stark betroffen sind Reisende aus Afrika: Für 52 Prozent dort sind Einreisebestimmungen ein Abschreckungsgrund, mehr als in jeder anderen Region. In Europa geben 38 Prozent dies an.

Unter den Reisenden, die sich von Einreiseauflagen abschrecken lassen, finden 53 Prozent das Verfahren zu kompliziert. 17 Prozent nennen die Kosten als Hauptgrund, weitere 17 Prozent verweisen auf Datenschutzbedenken.

Für eine schnellere Abwicklung wären 86 Prozent bereit, Einreisedaten vorab digital zu übermitteln. 45 Prozent würden Einreiseformalitäten am liebsten schon vor der Ankunft am Flughafen erledigen. 60 Prozent ziehen ein Online-Verfahren für ihre Visa vor, nur 25 Prozent bevorzugen eine persönliche Antragstellung im Konsulat oder in der Botschaft.

„Passagiere wollen Visa online beantragen und Einreiseformalitäten erledigen, bevor sie den Flughafen erreichen“, sagte Careen. „E-Visa können das leisten, doch Fluggesellschaften können sie nur effizient prüfen, wenn Regierungen gemeinsame Standards verwenden.

Mehr als 100 Staaten geben E-Visa aus, aber die Verfahren zu ihrer Kontrolle sind kaum vereinheitlicht. Die Werkzeuge, um das zu ändern, gibt es bereits, und Regierungen sollten sie nutzen.“

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