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Pakt für gerechteren Tourismus: Wohlstand soll zu Anwohnern zurückfließen

Blick auf den Hafen von Malta aus einem der Zimmer des Hotels Iniala.
Blick auf den Hafen in Malta aus einem der Zimmer des Hotels Iniala. -  Copyright  Cortesía: hotel Iniala Valetta
Copyright Cortesía: hotel Iniala Valetta
Von David del Valle
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Eine Initiative aus Malta will den Tourismus neu denken: Hotels sollen sich stärker in das Leben der Nachbarschaften einbringen, Gewinne teilen und Gentrifizierung bremsen.

Der Boom des internationalen Tourismus hat viele Reiseziele in eine paradoxe Lage gebracht: Während große Hotels und andere Betriebe ihre Einnahmen steigern, zahlen die Bewohner den Preis des Anstiegs der Wohnungskosten, des Verlusts lokaler Identität und der veränderten Erscheinung ihrer Viertel.

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Positive Action Community Tourism (PACT) setzt in dieser Situation auf ein anderes Modell: Die Hotellerie soll sich aktiv an der Entwicklung der Gemeinden beteiligen, die sie beherbergen, damit ein Teil des von den Gästen erzeugten Wohlstands auch sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Nutzen für die lokale Bevölkerung bringt.

Die Initiative des britischen Unternehmers Mark Weingard, Gründer der Iniala Group, ist in Malta entstanden. Sie will Hotels, Organisationen und lokale Akteure zusammenbringen, damit der Tourismus eine positive Spur hinterlässt, die über seine rein wirtschaftlichen Auswirkungen hinausgeht.

Der britische Unternehmer Mark Weingard.
Der britische Unternehmer Mark Weingard. David Del Valle, Euronews

PACT wird globale Bewegung

„Wir haben in Valletta angefangen und wollen eine globale Bewegung schaffen. Wir arbeiten mit dem WTTC, dem World Travel & Tourism Council, zusammen, um PACT international zu lancieren“, sagt Weingard über das Netzwerk, das bereits 45 Mitglieder vereint. „Hotels müssen mit der Gemeinschaft vor Ort in Beziehung treten. Es reicht nicht, an einen Ort zu kommen, ein Hotel zu eröffnen und Gewinne mitzunehmen. Wir müssen auch dazu beitragen, das Leben der Menschen dort zu verbessern“, betont er.

Sein Luxushotelverbund, die Iniala Group, ist in der maltesischen Hauptstadt stark im lokalen Leben verankert. Er fördert zahlreiche lokale Projekte aus Kultur und Sport und arbeitet eng mit der Gemeinschaft zusammen. „Wir brauchen den Respekt der Menschen, die hier leben, nicht ihre Ablehnung. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit den Bewohnern so wichtig“, erklärt Weingard.

Als Beispiel nennt er sein Hotel Iniala Valletta, „ein Boutique-Resort im urbanen Maßstab“, wie er es beschreibt. Es entstand aus mehreren restaurierten historischen Gebäuden, die sich heute harmonisch in das Stadtbild einfügen.

„Als ich in diese Stadt kam“, erinnert er sich, „gab es Gebäude mit beeindruckender Architektur und einer Geschichte, die es wert war, erhalten zu werden. Mein Ziel war es, sie zu restaurieren und in Hotels zu verwandeln, die Reisende aus aller Welt anziehen, und gleichzeitig dazu beizutragen, dass die Stadt ein Stück ihrer Lebendigkeit zurückgewinnt.“ Nach Ansicht von Weingard hat die Investition geholfen, Teile dieses Erbes zu bewahren und bestimmten Vierteln neues Leben einzuhauchen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Umgestaltung einer Stadt ihre Bewohner verdrängt oder Traditionen zerstört. Das Ziel muss sein, die lokale Identität zu bewahren und die Stadt weiterzuentwickeln, ohne ihr Wesen zu verlieren“, sagt der Gründer der Iniala Group.

Seiner Meinung nach bietet PACT einen Weg, diesen Ansatz in vielen anderen Städten zu verfolgen, etwa in Madrid, London, Paris oder Lissabon. Daher wirbt er für eine breite Vereinbarung, die alle Beteiligten einbindet. „Ich wünsche mir, dass sich diese Philosophie auf andere Städte überträgt und sich mehr Hotels der Initiative anschließen.“

Die Initiative geht auf eine Bewegung zurück, die in Malta entstanden ist.
Die Initiative geht auf eine Bewegung zurück, die in Malta entstanden ist. Cortesía: Hotel Iniala Valetta

Hotels setzen auf Wohlbefinden

Weingard will sein Hotelkonzept nun in Lissabon, Athen und Madrid umsetzen – mit „Häusern, die eng mit Kultur und Identität jeder Stadt verbunden sind“ und Reisenden einzigartige Erlebnisse bieten. Architektur, Design und Gastronomie spielen in seiner Philosophie eine große Rolle, damit sich Gäste besonders fühlen. Dafür arbeitet er mit renommierten lokalen Designerinnen, Designern und Architektinnen, Architekten und führt Restaurants mit Michelin-Sternen.

Im Zentrum seines Hotelmodells stehen die Menschen und ihr Wohlbefinden. „Uns interessiert, was im Inneren der Menschen passiert, wie sie sich fühlen und wie sie ihr Leben verbessern können“, sagt er. Deshalb bieten seine Häuser ein umfassendes Wohlfühl-Ökosystem mit Beauty- und Körperpflegeangeboten, Behandlungen für Hautpflege und körperliche Regeneration nach dem Sport sowie Kurse zu gesunder Ernährung. Hinzu kommen psychologische Unterstützung, Entspannungstechniken und Meditation.

„Unser Ziel ist, Unterkunft, körperliche Aktivität, Ernährung, Körperpflege, emotionale Gesundheit und alle Werkzeuge zur Verbesserung der Lebensqualität an einem Ort zu vereinen“, erklärt Weingard. „Wir möchten, dass die Gäste nicht nur einige Tage ausspannen, sondern mit neuem Wissen, Gewohnheiten und einem Plan abreisen, den sie danach weiterverfolgen können.“

Er ist überzeugt, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren durchsetzen wird. Reisende suchen mehr als nur ein Ziel und ein Bett. Sie sind anspruchsvoll, wissen, was sie wollen, und streben nach ganzheitlichen Erfahrungen, die sie emotional berühren. Wenn dieses Konzept zugleich die lokale Gemeinschaft einbindet, wie PACT es vorsieht, kann es eine Antwort auf die Gentrifizierung sein, unter der Städte weltweit leiden.

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