Nach der Flucht in die USA behauptet der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene Flavio Bolsonaro, der Wahlsieg in Brasilien sei ihm "gestohlen worden".
Der unterlegene rechtsgerichtete Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro aus Brasilien erklärte, er sei der rechtmäßige Staatschef seines Landes. Zuvor war er vor der Justiz seines Heimatlandes in die USA geflohen.
Sein trotziger Auftritt bei der Ankunft in Florida deutet auf mögliche politische Turbulenzen in Brasilien hin. Dort hatte der linksgerichtete Präsident Luiz Inacio Lula da Silva am Sonntag die Stichwahl um das höchste Amt im Staat gewonnen.
„Ich bin der gewählte Präsident, und die Kriminellen, die Brasiliens Wahl gestohlen haben, gehören zu einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat“, behauptete Bolsonaro in einer Stellungnahme auf seinem Konto auf X und wetterte gegen „Wahlbetrug“.
„Ich werde die Opposition von hier aus anführen“, sagte der 45-Jährige. In einer späteren Erklärung korrigierte er seine Aussage und bezeichnete sich nun als „leader“ statt als „Präsident“. Und er erklärte: "Das ist erst der Anfang unseres Kampfes für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit in Brasilien."
Bolsonaro landete am Mittwoch mit einem Privatjet auf dem Opa-Locka Executive Airport nahe Miami.
Trump will sich "nicht einmischen"
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump pflegt enge Kontakte zu Flavio Bolsonaro und dessen Vater Jair Bolsonaro. Jair Bolsonaro steht in Brasilien unter Hausarrest, nachdem er 2022 versucht hatte, seine eigene Niederlage gegen Lula rückgängig zu machen.
Trump behauptete seinerseits, die Wahl in Brasilien sei „sehr merkwürdig“ gewesen, aber er werde sich „nicht einmischen“ in Flávio Bolsonaros Anspruch auf das Präsidentenamt.
Noch ist unklar, auf welchem genauen Weg Bolsonaro gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinen Töchtern US-Territorium erreichte.
In seiner Heimat läuft gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Korruption und Geldwäsche. Seine derzeitige parlamentarische Immunität läuft bald aus. Er hätte deshalb seine Pässe abgeben sollen, verließ Brasilien allerdings trotzdem und gelangte offenbar über Argentinien und Ecuador in die Vereinigten Staaten.