An Halloween 2026 ging es vielerorts in Deutschland und in Österreich besonders gruselig zu. Und erst Tage später kommt langsam ans Licht, warum vielerorts mit riesigen Nadeln gespickte Süßigkeiten aufgetaucht sind.
Mehrere Zentimeter lange Nadeln oder Nägel waren an Halloween in Deutschland und in Österreich in Süßigkeiten von Kindern versteckt. Nachdem sich eine Neunjährige in Norddeutsschland an der Zunge verletzt hatte, forderte die Polizei die Eltern dazu auf, die Ausbeute ihrer Kinder zu kontrollieren.
Ermittler gingen davon aus, dass die Nadeln und andere spitze Gegenstände vorsätzlich in Schokoriegeln und Bonbons platziert worden waren.
In Österreich hat die Polizei bis zum 5. November 21 Fälle von mutmaßlich manipulierten Süßigkeiten registriert. Es gab sieben Vorfälle in der Steiermark, sechs in Niederösterreich, vier in Oberösterreich, drei in Wien und einen in Salzburg.
Polizeiteam "Treat" findet TikTok-Challenge
Da das Halloween-Problem in diesem Jahr viel größer war als zuvor befasst sich das österreichische Bundeskriminalamt mit den manipulierten Sweets. Ermittlungsteams mit dem Namen «Treat» wurden eingerichtet.
Und bei vier Anzeigen hat die Polizei inzwischen die Verantwortlichen entdeckt.
In drei Fällen wollten Kinder die eigenen Eltern erschrecken. Und in einem vierten Fall stießen die Ermittler auf eine Online-Challenge auf TikTok. Ziel des Aufrufs auf der Plattform war es offenbar, die Polizei in die Irre zu führen.
Schon zuvor hatte die Polizei vermutet, dass das Internet hinter der Zunahme der Vorfälle geführt hatte.
Vor einigen Monaten hatten Jugendliche mit einer Paracetamol-Challenge ihre Gesundheit in Gefahr gebracht. In Italien war die 10-jährige Antonella 2021 nach einer Blackout-Challenge verstorben. Deshalb sollten Eltern genau beobachten, was ihre Kinder im Internet tun, was bei Jugendlichen sicher nicht immer einfach ist.
Wie weit Erwachsene an Halloween gehen sollten, fragen sich viele angesichts der Verkleidung von Heidi Klum, die 2026 als "abgeschnittene Hand" auftrat.
Auch Kinder in Deutschland wollten Eltern erschrecken
In Deutschland kommt die Polizei zu ähnlichen Ermittlungsergebnissen wie die Teams in Österreich, wie die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet.
So hat in Thüringen ein neunjähriges Mädchen gestanden, selbst eine Art Holzspieß in einen Schokoriegel gesteckt zu haben. Offenbar wollte sie ihren Vater erschrecken, der dann Anzeige gegen unbekannt erstattet hatte.
Auch in Bayern gaben zwei Kinder laut Medienberichten zu, ihre Süßigkeiten selbst manipuliert zu haben.
Inzwischen hat das österreichische Bundeskriminalamt ausdrücklich davor gewarnt, derartige Aktionen als Scherz anzusehen oder bei gefährlichen Online-Challenges mitzumachen. Wer andere in Gefahr bringt, erschreckt oder Polizeieinsätze auslöst, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.