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Schock über Tod von Antonella (10) - Italien geht gegen TikTok vor

TikTok auf einem Handy
TikTok auf einem Handy   -   Copyright  Kiichiro Sato/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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In Italien soll allen der Zugang zu TikTok verweigert werden, deren Altersangabe unklar ist. Das haben die Behörden nach dem Tod der 10 Jahre alten Antonella angekündigt.

Das Mädchen hatte sich zu Hause in Palermo auf Sizilien im Badezimmer eingeschlossen. Sie machte bei einer sogenannten "blackout challenge" mit, bei der sich die Teilnehmenden die Luft abschnüren und mit dem Smartphone filmen. Laut AFP hatte sie sich ihren Gürtel um den Hals geschnürt.

Die fünf Jahre alte Schwester fand Antonella später - bewusstlos.

Die Zehnjährige wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie später starb.

Die Eltern erzählten der Tageszeitung La Repubblica, dass Antonellas andere Schwester, neun Jahre alt, ihnen erklärte, was passiert war: "Antonella spielte das Spiel des Erstickens". Antonellas Vater meinte, er sei davon ausgegangen, dass seine Tochter nur Choreographien mit TikTok einstudiere und sich auf der Plattform Vidoes anschaue. "Wie hätte ich mir so etwas Schreckliches vorstellen können?"

Die Eltern haben die Organe ihrer Tochter gespendet, damit andere Kinder durch Antonellas Tod gerettet werden könnten.

Bei ähnlichen Spielen - bei denen es als Nervenkitzel angesehen wird, möglichst lange keine Luft zu holen - sind weltweit zahlreiche Jugendliche ums Leben gekommen.

Die Justiz hat Ermittlungen wegen "Anstiftung zum Suizid" eingeleitet.

Dabei versichert TikTok, es schütze die Sicherheit seiner jungen Userinnen und User und habe die Richtlinien verschärft.

Italien wirft dem 2016 gegründeten chinesischen Unternehmen TikTok schon länger vor, dass es Jugendliche unter den 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzern nicht genug schützt. So können sich offenbar auch unter 13-Jährige problemlos anmelden.