Nach tagelanger Suche nach einem vermissten 18-Jährigen in den Allgäuer Alpen gibt es nun traurige Gewissheit. Einsatzkräfte machten am Nebelhorn eine tragische Entdeckung.
Traurige Gewissheit am Nebelhorn bei Oberstdorf: Ein seit dem 1. November vermisster 18-jähriger Bergsteiger ist tot aufgefunden worden. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West berichtet, waren zuvor umfangreiche Suchmaßnahmen im Bereich Oberstdorf eingeleitet worden.
Am Donnerstag entdeckten Einsatzkräfte der Polizei den jungen Mann schließlich unterhalb des Nebelhorn-Gipfels in den Allgäuer Alpen.
Laut Polizei stammte der 18-Jährige aus Unterknöringen, einem Ortsteil von Burgau im Landkreis Günzburg. Am 1. November verließ er gegen 7:30 Uhr sein Elternhaus. Offenbar wollte er mit dem Zug nach Oberstdorf fahren, um dort eine Bergtour zu unternehmen. Nach bisherigen Erkenntnissen war der junge Mann vermutlich allein unterwegs.
Nachdem er als vermisst gemeldet worden war, wurde eine umfangreiche Suchaktion eingeleitet, an der sich neben der Polizei auch die Bergwacht beteiligte. Dabei kamen unter anderem Hubschrauber, Drohnen und Spürhunde zum Einsatz.
Am 5. November wurde der 18-Jährige schließlich gegen Mittag unterhalb des Nebelhorn-Gipfels tot aufgefunden. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, deuten die festgestellten Verletzungen auf einen Absturz hin. Die genauen Umstände des mutmaßlichen Bergunfalls sind bislang nicht abschließend geklärt.
Es gibt bislang keine ausreichend gesicherte öffentliche Auskunft darüber, an welcher genauen Stelle er abstürzte, wann der Unfall passierte oder wodurch er ausgelöst wurde. Auch die konkrete Wanderroute ist nicht bestätigt.
Gefährliches Nebelhorn
Das Nebelhorn bei Oberstdorf im Allgäu ist ein 2.224 Meter hoher Berg in den Allgäuer Alpen. Es zählt zu den bekanntesten Ausflugsbergen der Region und ist durch eine Seilbahn erschlossen. Trotzdem kann das Gelände abseits der gesicherten Wege sehr gefährlich werden.
Besonders tückisch ist der Gegensatz zwischen dem touristisch gut erschlossenen Gipfelbereich und dem teilweise steilen, felsigen Gelände rundherum. Während Besucher den Gipfel bequem mit der Bergbahn erreichen können, führen andere Routen durch anspruchsvolles alpines Gelände. Dort besteht insbesondere bei Nässe, Schnee, Eis oder schlechter Sicht Absturzgefahr.
Erst am 04. August stürzte ein 74-jähriger Bergsteiger zwischen dem Nebelhorn und dem nahe gelegenen Gundkopf rund 80 Meter in die Tiefe. Nach Polizeiangaben war der Mann gestolpert. Die Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.