Im Januar 2026 hat sich der Arbeitsmarkt der Eurozone leicht erholt. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank auf ein Rekordtief von sechs Komma eins Prozent.
In der Eurozone mit einundzwanzig Mitgliedern ist die Arbeitslosenquote im Januar auf sechs Komma eins Prozent gesunken, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im Dezember 2025 hatte sie noch bei sechs Komma zwei Prozent gelegen, vor einem Jahr bei sechs Komma drei Prozent.
Ökonomen hatten mit einer unveränderten Quote von sechs Komma zwei Prozent gerechnet.
Das entspricht rund elf Millionen Menschen ohne Arbeit in der Währungsunion.
Ohne Bulgarien, den jüngsten Beitritt zum Währungsraum, zeigen auch die ursprünglichen zwanzig Euro-Länder eine bessere Entwicklung. Die offizielle Quote bleibt dort allerdings unverändert bei sechs Komma zwei Prozent.
Insgesamt geht die Zahl der Arbeitslosen jedoch zurück. Das deutet auf einen robusteren Arbeitsmarkt hin.
In der gesamten Europäischen Union sank die Arbeitslosigkeit auf fünf Komma acht Prozent. Im Dezember lag sie noch bei fünf Komma neun Prozent, im Januar 2025 bei sechs Prozent.
Im Monatsvergleich nahm die Zahl der Arbeitslosen in der EU um 185.000 ab, in der Eurozone um 184.000.
Unter den größten Volkswirtschaften des Blocks verzeichneten Deutschland und die Niederlande mit jeweils vier Prozent die niedrigsten Quoten.
Spanien mit neun Komma acht Prozent, Frankreich mit sieben Komma sieben Prozent und Italien mit fünf Komma eins Prozent liegen weiterhin am oberen Ende der Skala.
Auch die Jugendarbeitslosigkeit ging leicht zurück. In der EU sank die Quote von 15,2 auf 15,1 Prozent, in der Eurozone von 15 auf 14,8 Prozent.
Aktuelle Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass die EU-Wirtschaft widerstandsfähiger ist als bisher angenommen.
Vorläufige Schätzungen von Eurostat gehen für das Jahr 2025 von einem Wirtschaftswachstum von eins Komma fünf Prozent im Euroraum und eins Komma sechs Prozent in der gesamten EU aus. Triebfedern sind robuste Entwicklungen in wichtigen Branchen.
Arbeitslosigkeit im Vereinigten Königreich auf höchstem Stand seit der Pandemie
Im Vereinigten Königreich stieg die Arbeitslosenquote dagegen auf fünf Komma zwei Prozent. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren und liegt nun über den fünf Komma eins Prozent in Italien.
Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse beim Vermögensverwalter AJ Bell, sprach von einer unerwarteten Folge langfristiger Weichenstellungen.
„Unternehmen haben sehr deutlich gemacht, dass staatliche Maßnahmen, die die Arbeitskosten erhöhen, sie dazu gebracht haben, Einstellungspläne auf Eis zu legen. Zugleich könnten sie Veränderungen beschleunigt haben, die langfristige Folgen für die Schaffung von Arbeitsplätzen haben“, erklärte sie.
Analysten verweisen außerdem auf die möglichen Folgen künstlicher Intelligenz für die Beschäftigung junger Menschen.
Hewson fügte hinzu: „Die Integration von KI in Unternehmen, um die Produktivität zu steigern, ist grundsätzlich positiv. Für junge Menschen, die ohnehin schon um ihren Einstieg ins Berufsleben kämpfen, könnte KI jedoch die Zahl der Einstiegsjobs verringern.“
EZB: KI verdrängt in Europa bislang kaum Arbeitsplätze
Künstliche Intelligenz hat in Europa bislang nicht zu massiven Arbeitsplatzverlusten geführt, erklärte die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in einem Blogbeitrag.
Laut EZB stellen Unternehmen, die KI intensiv einsetzen, zu vier Prozent häufiger zusätzliche Mitarbeiter ein als Firmen ohne KI-Einsatz. Viele bauen Personal auf, um KI-Werkzeuge einzuführen und die Produktion auszuweiten.
Welche langfristigen Auswirkungen KI haben wird, ist nach Einschätzung der EZB noch offen. Bislang falle der Einfluss auf den Arbeitsmarkt jedoch neutral bis leicht positiv aus.