Inflation im Mai bestätigt die vorläufigen INE-Daten. Teurer werden vor allem Verkehr und Pauschalreisen, Kleidung und Lebensmittel werden billiger. Kerninflation steigt auf drei Prozent.
Die Inflation verharrt den dritten Monat in Folge bei drei Komma zwei Prozent, mitten im wirtschaftlichen Einschlag des Kriegs im Iran. Der Verbraucherpreisindex (VPI) schloss den Mai mit einer Jahresrate von drei Komma zwei Prozent ab, genau wie in den beiden Vormonaten, wie die endgültigen Daten des spanischen Statistikamts INE zeigen.
Es ist der dritte Monat in Folge mit mehr als drei Prozent Teuerung in einem Umfeld stark schwankender Energiepreise infolge des Konflikts im Iran. Die Zahlen bestätigen die vom INE veröffentlichte Vorabschätzung vom Ende Mai. Auf Monatssicht stieg der VPI um null Komma eins Prozent, drei Zehntel weniger als im April.
Was teurer wird, was billiger
Zu den Faktoren, die die Inflation nach oben getrieben haben, zählen vor allem Verkehr sowie Freizeit-, Sport- und Kulturangebote. Der Hauptgrund: Pauschalreisen verbilligten sich weniger stark als im gleichen Monat 2025, was den Druck auf den Index erhöhte.
In die entgegengesetzte Richtung wirkten die Preise für Kleidung und Schuhe, außerdem für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Deren jährliche Teuerungsrate sank auf zwei Komma zwei Prozent, vier Zehntelpunkte weniger als im April, dank der Entwicklung bei Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Kartoffeln.
Ein Punkt erschwert die Einordnung des Berichts: Die Kerninflation ohne Energie und frische Lebensmittel stieg auf drei Prozent, ein Zehntelpunkt mehr als zunächst gemeldet und zwei Zehntelpunkte mehr als im April. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex, der mit den Daten der übrigen EU vergleichbar ist, lag bei drei Komma sechs Prozent im Jahresvergleich.
Regierung verteidigt Krisenschutzschirm
Aus dem Regierungslager kamen vergleichsweise beruhigende Töne. Die Regierung schrieb die Stabilität des VPI ihren Maßnahmen und dem sogenannten „erneuerbaren Schutzschirm“ zu. Sie geht davon aus, dass der Reaktionsplan auf den Konflikt im Nahen Osten die Gesamtinflation um etwas mehr als einen Prozentpunkt gedrückt hat.
In den kommenden zwei Wochen will die Regierung Vertreter der Energie-, Agrar- und Industriebranche treffen, um die Auswirkungen des Kriegs zu bewerten und die Maßnahmen des Antikrisenplans bei Bedarf anzupassen.