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Ölpreise steigen: Trump drängt Verbündete zu Schutz der Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump spricht am 15. März 2026 an Bord der Air Force One mit Journalistinnen und Journalisten.
US-Präsident Donald Trump spricht an Bord der Air Force One mit Reportern, 15. März 2026 Copyright  AP Photo/Mark Schiefelbein
Copyright AP Photo/Mark Schiefelbein
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Die Ölpreise steigen weiter, der Irankrieg geht in seine dritte Woche. Präsident Trump drängt Verbündete, die Straße von Hormus zu sichern; Anleger reagieren auf Drohungen gegen Ölterminals im Nahen Osten.

Die Ölpreise sind zum Handelsauftakt am Sonntag gestiegen. Der Iran-Krieg ist inzwischen in der dritten Woche, ein Ende ist nicht absehbar.

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Die Nordseesorte Brent kletterte in der Spitze auf 106,5 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI auf 102,4 Dollar. Zum Redaktionsschluss lagen die Notierungen bei 103 beziehungsweise 97,5 Dollar.

Der Anstieg folgt US-Luftangriffen auf Irans wichtigstes Ölexport-Drehkreuz, die Insel Kharg, am Freitag nach Handelsschluss.

Der Angriff galt zwar in erster Linie der Militärinfrastruktur auf der Insel. Der Schlag gegen Irans zentrales Exportterminal ist jedoch nur der jüngste in einer Reihe von Aktionen, die die ohnehin belastete Straße weiter destabilisieren.

Nach Angaben von JPMorgan werden rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte über Kharg abgewickelt.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hält sich weitere Angriffe auf die Ölinfrastruktur der Region ausdrücklich offen.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sagte am Sonntag im Sender CNN, Trump habe „bewusst nur die militärische Infrastruktur angegriffen, vorläufig“.

„Ich gehe davon aus, dass er sich diese Option erhält, falls er ihre Energieinfrastruktur ausschalten will“, fügte Waltz hinzu.

Straße von Hormus: USA drängen auf Geleitschutz

Am Samstag erhöhte Trump den Druck auf europäische und asiatische Verbündete, sich einer Marine-Geleitschutzmission durch die Meerenge anzuschließen.

In einem Beitrag auf Truth Social wandte er sich ausdrücklich an China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und weitere Staaten. Sie seien vom Ausfall der Route stärker betroffen als die USA, argumentierte Trump.

Präsident Trump wirbt um Unterstützung von Verbündeten

Verbindliche Zusagen gibt es bislang nicht. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern plant das Weiße Haus jedoch, bereits in dieser Woche bekanntzugeben, dass mehrere Staaten sich an der Geleitschutzmission beteiligen wollen, berichtete das Wall Street Journal.

In dem Bericht heißt es zudem, Washington ringe noch mit der Frage, ob der Einsatz vor oder erst nach Ende des Krieges beginnen soll.

Die EU-Außenminister kommen am Montag in Brüssel zusammen, um eine Ausweitung der Marinemission Aspides der Staatengemeinschaft auf die Straße von Hormus zu beraten. Wichtige Stimmen wie der deutsche Außenminister Johann Wadephul haben sich allerdings bereits skeptisch zu dem Einsatz geäußert.

USA verleihen Ölreserven

Das US-Energieministerium hat Details zu seinem Beitrag von 172 Millionen Barrel für die bislang größte Notfallfreigabe der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlicht. Insgesamt sollen 400 Millionen Barrel auf den Markt kommen.

Anders als bei früheren Freigaben aus der strategischen Reserve spricht die Trump-Regierung von einem „Tauschgeschäft“. Das Öl gelte als geliehen und müsse später zurückgegeben werden, ergänzt um zusätzliche Barrel als Aufschlag.

Diese Kreditkonstruktion unterscheidet sich von früheren Krisen, in denen die Reserven direkt verkauft wurden. Die Umsetzung des IEA-Plans wird dadurch komplizierter, seine entlastende Wirkung fällt geringer aus.

Das Energieministerium bezifferte die erste Tranche auf 86 Millionen Barrel; Gebote müssen bis Dienstag vorliegen.

Die IEA stellte am Sonntag klar, dass Reserven aus Asien und Ozeanien sofort zur Verfügung stehen. Bestände aus Europa und Amerika würden hingegen erst Ende März auf den Markt kommen.

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