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EZB lässt Zinsen unverändert: Energiepreise schüren neue Inflationssorgen im Iran-Krieg

ARCHIV: Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main, Deutschland
ARCHIV: Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main, Deutschland Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Die Europäische Zentralbank hat ihre wichtigsten Leitzinsen am Donnerstag unverändert gelassen. Steigende Öl- und Gaspreise gefährden die jüngsten Erfolge im Kampf gegen die Inflation.

Die Europäische Zentralbank hat ihre Sitzung im März beendet, ohne die Finanzierungskosten zu verändern. Der Einlagensatz bleibt bei zwei Prozent. Damit erfüllte sie die Erwartung fast aller Analysten.

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Auch die übrigen Leitzinsen bleiben unverändert: Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (MRO) liegt weiter bei 2,15 Prozent, der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,4 Prozent.

Laut ihrer Mitteilung sieht die EZB den Krieg im Nahen Osten als wichtigen Unsicherheitsfaktor. Er erhöht die Risiken nach oben für die Inflation und dämpft zugleich die Aussichten für das Wirtschaftswachstum.

Das Entscheidungsgremium der Notenbank erwartet, dass der Iran-Krieg die Inflation in den kommenden Monaten spürbar anheizt, vor allem über höhere Energiepreise. Welche Folgen sich auf mittlere Sicht ergeben, hängt vom Ausmaß und von der Dauer des Konflikts ab sowie davon, wie stark steigende Energiepreise auf Verbraucherpreise und Wirtschaft durchschlagen.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt des Zinsstopps. An diesem Donnerstag sprangen die Terminkontrakte auf europäisches Erdgas um mehr als dreißig Prozent auf bis zu 74 Euro je Megawattstunde – der höchste Stand seit mehr als drei Jahren.

Brent-Rohöl kletterte über 119 Dollar je Barrel, WTI überschritt 96 Dollar. Auslöser sind iranische Angriffe auf zentrale Energieanlagen im Nahen Osten, die Befürchtungen einer länger anhaltenden Verknappung des Angebots schüren.

Ökonominnen und Ökonomen, die die Lage verfolgen, warnen: Bleiben die Kosten über mehrere Monate hoch, könnten sie den allgemeinen Preisdruck verstärken und eine geldpolitische Lockerung bis weit ins Jahr 2027 hinauszögern.

Die jetzige Entscheidung folgt auf den Beschluss im Februar, als die EZB die Zinsen ebenfalls unverändert ließ und ihr Ziel bekräftigte, die Teuerung mittelfristig dauerhaft auf ihr Inflationsziel von zwei Prozent zurückzuführen.

Marktreaktion

Die Finanzmärkte starteten schwach in den Handelstag. Wichtige europäische Aktienindizes verbuchten zunächst Verluste, weil Anlegerinnen und Anleger den Energieschock gegen die erwartete EZB-Entscheidung abwogen.

Der Euro legte im frühen Handel leicht zu, die Renditen von Staatsanleihen stiegen ebenfalls moderat an.

Für private Haushalte und Unternehmen im einundzwanzig Länder umfassenden Euroraum bedeutet der Beschluss: Hypotheken- und Kreditzinsen, die direkt an die EZB gekoppelt sind, bleiben vorerst unverändert.

Dennoch könnte der Tonfall von EZB-Präsidentin Christine Lagarde die längerfristigen Erwartungen an den Märkten maßgeblich beeinflussen.

Terminkontrakte am Geldmarkt haben sich vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs bereits deutlich verschoben. Inzwischen preisen sie für dieses Jahr nicht mehr Zinssenkungen ein, wie noch vor wenigen Wochen, sondern die Möglichkeit von einer oder sogar zwei Zinserhöhungen.

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