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G7 sichert „alle nötigen Schritte“ zum Schutz des Energiemarkts im Iran-Krieg zu

In Portland wird am Dienstag, dem sechsten November zweitausendsieben, Benzin in ein Auto getankt.
In Portland tankt am Dienstag, dem sechsten November 2007, jemand sein Auto. Copyright  AP Photo/Rick Bowmer
Copyright AP Photo/Rick Bowmer
Von Eleonora Vasques & Marta Pacheco
Zuerst veröffentlicht am
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Die G7-Staaten erklärten, sie seien bereit, mit abgestimmten Schritten die Stabilität der Energiemärkte zu sichern. Konkrete Maßnahmen fehlen noch.

Die Energie- und Finanzminister der G7 beobachten nach eigenen Angaben genau, wie sich der Krieg im Iran auf Energie- und Rohstoffmärkte, die Inflation und die gesamtwirtschaftliche Stabilität auswirkt. Sie seien bereit, „alle notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen, um die Sicherheit und Stabilität der Energiemärkte zu gewährleisten, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung.

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„Wir stehen bereit, in enger Abstimmung mit unseren Partnern alle notwendigen Schritte zu gehen, um die Stabilität und Sicherheit des Energiemarkts zu bewahren. Wir erkennen an, wie wichtig abgestimmtes internationales Handeln ist, um Ansteckungseffekte zu begrenzen und die makroökonomische Stabilität zu sichern“, heißt es in dem Text.

Konkrete Schritte wie eine weitere Freigabe strategischer Ölreserven haben die G7-Staaten zwar noch nicht beschlossen. Die Beratungen vom Montag sollen aber den Weg für eine Bewertung durch die europäischen Energieminister am Dienstag ebnen.

Die Minister wollen die Energiesicherheit und die Versorgungslage in der gesamten EU prüfen. Der Staatenverbund ringt darum, eine Ölkrise einzudämmen, die nach Einschätzung von Fatih Birol, dem Chef der Internationalen Energieagentur, an die siebziger Jahre erinnert.

Die IEA hat bereits am elften März die Freigabe von vierhundert Millionen Barrel Öl koordiniert, um das durch die Blockade der Straße von Hormus entstandene Defizit nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran abzufedern. Das reichte jedoch nicht aus, um den starken Anstieg der Ölpreise zu stoppen. Fachleute für Öl und Gas aus der EU kommen seither regelmäßig zusammen, um die Schwere der Lage einzuschätzen.

Die EU-Kommission geht weiterhin davon aus, dass die Staatengemeinschaft vor allem mit starken Preisschwankungen konfrontiert ist. Beim Treffen der Energieminister am Dienstag soll jedoch der Stand der Vorräte bewertet werden, denn die Lage wird unberechenbarer. LNG-Tanker auf dem Weg nach Europa wurden bereits wegen höherer Preise nach Asien umgeleitet.

Der plötzliche Rückgang des Angebots an Öl und Erdgas schickte Schockwellen durch die Märkte und trieb den Preis für Brent-Öl auf 119 US-Dollar pro Barrel, nach zuvor rund 70 US-Dollar vor Kriegsbeginn. Analysten halten einen Sprung des Ölpreises auf bis zu 200 US-Dollar für möglich, je nach unvorhersehbarem Verlauf des Konflikts.

Für Erdgas rechnen Analysten damit, dass die Preise wieder das Niveau der Energiekrise von 2022 erreichen könnten, als die EU nach dem russischen Angriff auf die Ukraine abrupt 44 bis 45 Prozent ihrer Importe aus Russland verlor. Die virtuelle G7-Schalte fand einen Tag statt, bevor die EU-Energieminister über die Versorgungssicherheit beraten sollen.

Die G7-Staaten treffen sich immer häufiger zu Krisensitzungen, um die weltweiten wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Iran zu begrenzen. Der Konflikt geht inzwischen in den zweiten Monat.

Anzeichen für zunehmenden Inflationsdruck und steigende Finanzierungskosten machen die sich abzeichnende Krise für die G7 kaum noch zu übersehen. Die Öl- und Gaspreise drehen bereits nach oben. Zugleich wächst die Sorge, dass ein langwieriger Krieg globale Lieferketten durcheinanderbringt. Wichtige Rohstoffe wie Düngemittel stecken in der Straße von Hormus fest, der strategischen Wasserstraße, die seit Beginn des Konflikts faktisch blockiert ist.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, es gebe „große Fortschritte“ in den Verhandlungen mit Teheran. Zugleich drohte er mit Angriffen auf iranische Kraftwerke, Ölinfrastruktur und möglicherweise auch Entsalzungsanlagen, falls nicht „in Kürze“ ein Abkommen zustande komme – Schritte, die die Spekulation an den Weltmärkten weiter anheizen könnten.

Die Gruppe der Sieben einigte sich unterdessen darauf, die Sicherheit in der Straße von Hormus zu gewährleisten – allerdings erst, wenn der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran beendet ist.

Am Montag forderte EU-Energiekommissar Dan Jørgensen gezielte Maßnahmen, die in eine langfristige Strategie passen sollen. Dazu zählte er eine Verringerung der Importe fossiler Brennstoffe, einen Ausbau der erneuerbaren Energien und den Aufbau einer Energieunion, schrieb er auf X (Quelle auf Englisch).

Die EU müsse „unsere Anstrengungen für mehr Energieunabhängigkeit verdoppeln“, erklärte Jørgensen. Zentral sei dafür ein Ausbau der Netzinfrastruktur – sie soll Strom aus erneuerbaren Quellen besser integrieren und Netzengpässe sowie Abregelungen vermeiden.

Der dänische Kommissar rief die Abgeordneten des Europaparlaments am 25. März dazu auf, einer „schnellen und ehrgeizigen Einigung zum Netze-Paket“ zuzustimmen. So ließe sich der dringend benötigte Ausbau von Infrastruktur und grenzüberschreitenden Verbindungen beschleunigen.

Parallel dazu haben einige europäische Staaten bereits nationale Maßnahmen gegen die Krise ergriffen.

Polen führt von diesem Dienstag an eine Obergrenze für Kraftstoffpreise ein, kündigte Energieminister Miłosz Motyka am Montag an. Ungarn und Kroatien haben ähnliche Preisdeckel bereits Anfang März eingeführt.

Mared Gwyn Jones hat zu diesem Bericht beigetragen

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