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Wiedereröffnung der Straße von Hormus: Milliardenroute bleibt Spielball der Unsicherheit

Der unter indischer Flagge fahrende Flüssiggastanker Jag Vasant transportiert LNG im Hafen von Mumbai, nachdem er die Straße von Hormuz passiert hat, Indien, 1. April 2026
Der unter indischer Flagge fahrende Flüssiggastanker Jag Vasant transportiert LNG im Hafen von Mumbai, nachdem er die Straße von Hormuz passiert hat, Indien, 1. April 2026 Copyright  AP Photo/Rafiq Maqbool
Copyright AP Photo/Rafiq Maqbool
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die großen Schifffahrtsunternehmen äußern sich nach der Ankündigung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vorsichtig optimistisch über die Transitmöglichkeiten in der Straße von Hormuz, betonen jedoch, dass vor der Abfahrt von Schiffen dringend vollständige Klarheit geschaffen werden muss.

Berichte über den zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, der die Straße von Hormuz für Schiffe öffnen könnte, nachdem sie über einen Monat lang fast vollständig geschlossen war, haben die Schifffahrtsunternehmen dazu veranlasst, ihre Optionen angesichts der anhaltenden Ungewissheit abzuwägen.

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Maersk, der zweitgrößte Containerreeder der Welt, hat sich an die Spitze der Reaktion auf diese Entwicklung gestellt.

"Der Waffenstillstand kann Transitmöglichkeiten schaffen, aber er bietet noch keine vollständige Sicherheit für den Seeverkehr, und wir müssen alle potenziellen Bedingungen verstehen", erklärte das dänische Unternehmen.

Maersk versicherte ferner, dass es "mit Hochdruck" daran arbeite, genau zu klären, wie Schiffe nach den monatelangen strengen Einschränkungen die Straße von Hormuz passieren können.

Die Entscheidung über die Durchfahrt, so betonte das Unternehmen, werde von kontinuierlichen Risikobewertungen, einer genauen Beobachtung der Sicherheitslage und der Beratung durch Behörden und Partner abhängen.

Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd hat einen ähnlich gemäßigten Ton angeschlagen.

Der Vorstandsvorsitzende Rolf Habben-Jansen sagte am Mittwoch in einer Telefonkonferenz, es sei noch zu früh, um zu beurteilen, wie viel Verkehr über die wichtige Wasserstraße abgewickelt werden könne.

Habben-Jansen warnte, dass es mindestens sechs Wochen dauern werde, bis das Unternehmen wieder ein völlig normales Netz aufbauen könne, auch wenn einige Schiffe den Golf schon bald wieder verlassen könnten.

Das Unternehmen schätzt, dass rund 1.000 Handelsschiffe im Persischen Golf festsitzen, sechs davon gehören zu Hapag-Lloyd.

Dieser beträchtliche Rückstau dürfte die Verwaltung einer Wiederaufnahme des Verkehrs in der Straße von Hormuz erheblich erschweren, während der Konflikt das Unternehmen weiterhin rund 55 Millionen Dollar (47,5 Millionen Euro) pro Woche kostet.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Wiedereröffnung als eine Kernforderung des Waffenstillstands, forderte die "VOLLSTÄNDIGE, SOFORTIGE und SICHERE ÖFFNUNG" der Straße von Hormuz und sagte die Unterstützung der USA für das Verkehrsmanagement zu.

Präsident Trump über die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass eine sichere Durchfahrt für den Zeitraum von zwei Wochen möglich sei, sofern die Angriffe auf den Iran eingestellt würden, und zwar in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung der technischen Einschränkungen.

Regionale Beamte haben angedeutet, dass sowohl der Iran als auch der Oman voraussichtlich Transitgebühren für Schiffe erheben werden, was eine Abkehr vom bisherigen Status der gebührenfreien Route durch die maritime Engstelle darstellt.

Die genauen Beträge und Verfahren wurden noch nicht öffentlich bestätigt.

Andere Schifffahrtsunternehmen beobachten die Entwicklungen genau

Auch andere Unternehmen wie das japanische Schifffahrts- und Logistikunternehmen NYK Line haben erklärt, dass sie die Situation nach der Ankündigung des Waffenstillstands genau beobachten.

Da Hunderte von Schiffen wochenlang im Leerlauf liegen, sind die Opportunitätskosten durch entgangene Einnahmen, höhere Versicherungsprämien und Liegegebühren, die von den Betreibern erhoben werden, wenn ein Schiff länger als die vereinbarte Zeit in einem Hafen liegt, weiter gestiegen.

Selbst ein begrenzter Schiffsverkehr während des vorübergehenden Zeitfensters könnte es einigen Schiffen ermöglichen, den Golf zu verlassen und alternative Routen zu bedienen, wodurch die aufgelaufenen Verluste verringert würden.

Das Erfordernis einer militärischen Koordinierung und die Einführung neuer Gebühren bringen jedoch weitere Unsicherheiten und Komplexität mit sich, die nach Aussage der Betreiber unbedingt gelöst werden müssen, bevor sinnvolle operative Entscheidungen getroffen werden können.

Die Situation bleibt ungewiss, da am Freitag in Islamabad weitergehende Gespräche unter Vermittlung der pakistanischen Behörden beginnen sollen.

Vorläufig deuten die bekannten Fakten eher auf einen streng geregelten, zweiwöchigen Zugang als auf eine sofortige Rückkehr zum Betrieb vor dem Konflikt hin.

Die Schifffahrtsunternehmen und die Energiemärkte werden die Entwicklungen in den kommenden Tagen weiterhin aufmerksam verfolgen, um weitere Hinweise zu erhalten.

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