Eine neue Ethikerklärung zeigt: US-Präsident Donald Trump tätigte im ersten Quartal zweitausendsechsundzwanzig über 3600 Aktiengeschäfte im Wert von 220 Millionen Dollar (188 Millionen Euro) bis 750 Millionen Dollar (641 Millionen Euro).
Donald Trumps jüngste Finanzangaben geben einen ungewöhnlich detaillierten Einblick in Umfang und Tempo der Wertpapiergeschäfte rund um das Anlageportfolio des US‑Präsidenten.
Der Bericht ging am Donnerstag über zwei OGE‑Formulare 278‑T beim US‑Amt für Regierungsethik ein. Er listet mehr als 3.600 Transaktionen auf, die zwischen Januar und Ende März 2026 getätigt wurden.
Der Gesamtwert der Geschäfte lag den Unterlagen zufolge zwischen mindestens 220 Millionen US‑Dollar (188 Millionen Euro) und bis zu 750 Millionen US‑Dollar (641 Millionen Euro). Hintergrund ist, dass die Pflichtangaben an die Bundesregierung nur grobe Wertspannen verlangen, nicht exakte Beträge.
US‑Präsidenten dürfen grundsätzlich an den Finanzmärkten handeln, müssen ihre privaten Transaktionen aber offenlegen. Gegen Trump gibt es bislang weder Anklagen noch belegte Hinweise auf Insiderhandel. Die Veröffentlichung schürt dennoch Kritik von Ethikexperten und nährt Forderungen nach strengeren Handelsregeln.
Aus den Unterlagen geht nicht hervor, ob Trump die Geschäfte persönlich anordnete. Sein Privatvermögen und sein Firmenimperium führen seine Söhne Donald Trump Jr. und Eric Trump. Einige Einträge deuten jedoch auch auf die Beteiligung von Brokern hin.
Die Dokumente zeigen umfangreiche Engagements bei einigen der größten Wall‑Street‑Konzerne, vor allem im Technologiesektor und dort insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz.
Einzelkäufe von Nvidia, Microsoft, Broadcom, Amazon, Apple und weiteren Titeln hatten laut Offenlegung ein Volumen zwischen einer Million US‑Dollar (856.000 Euro) und fünf Millionen US‑Dollar (4,27 Millionen Euro). Kauforders für AMD, Intel, Goldman Sachs, Alphabet, Airbnb, DoorDash, Micron, Bloom Energy und andere Unternehmen lagen zwischen 500.000 US‑Dollar (427.500 Euro) und einer Million US‑Dollar (856.000 Euro).
US‑Präsident Donald Trump meldete außerdem Hunderte Aktienverkäufe mit Größenordnungen zwischen 15.000 US‑Dollar (12.825 Euro) und bis zu 25 Millionen US‑Dollar (21,37 Millionen Euro).
Laut Bericht liegt Trump bei fast allen genannten Titeln derzeit mindestens zwanzig Prozent im Plus, sofern die Bestände seit Ende März weitgehend unverändert geblieben sind.
Bei AMD, Intel, Iridium Communications, Bloom Energy, Intuitive Machines, Marvell Technology, Penguin Solutions, SanDisk, Seagate, Vishay Intertechnology und weiteren Werten liegt sein Buchgewinn demnach sogar bei mehr als 100 Prozent.
Die Datumsangaben der Transaktionen zeigen zudem, dass Trump den Kursrutsch im März nach Beginn des Iran‑Kriegs massiv zum Einstieg nutzte. Der Leitindex S&P 500 verlor zeitweise mehr als acht Prozent und markierte sein Tief Ende des Monats, bevor er sich um rund 19 Prozent auf Rekordstände erholte.
USA: Vorstoß für Aktienhandelsverbot für Amtsträger
Im US‑Kongress läuft derzeit eine parteiübergreifende Initiative für ein Verbot des Aktienhandels durch Amtsträger. Mehrere Gesetzesentwürfe befinden sich in unterschiedlichen Stadien des Verfahrens.
Das prominenteste Vorhaben ist der „Restore Trust in Congress Act“, ein parteiübergreifender Gesetzentwurf, den der republikanische Abgeordnete Chip Roy und sein demokratischer Kollege Seth Magaziner im September 2025 eingebracht haben.
Das Gesetz würde Mitgliedern des US‑Kongresses, ihren Ehepartnern und unterhaltsberechtigten Kindern den Besitz und Handel einzelner Aktien sowie weiterer erfasster Anlagen untersagen. Eine entsprechende Fassung für den Senat legten im Januar 2026 die republikanische Senatorin Ashley Moody und die demokratische Senatorin Kirsten Gillibrand vor.
Nach Angaben der Initiatoren hat die Kongressversion inzwischen mehr als 120 Mitunterzeichner gefunden. Eine von der republikanischen Abgeordneten Anna Paulina Luna gestartete „discharge petition“ soll den Gesetzentwurf zudem auch ohne Zustimmung der Fraktionsspitzen zur Abstimmung im Repräsentantenhaus zwingen.
Parallel dazu läuft eine Debatte darüber, ob ein Verbot über den Kongress hinaus auch den Präsidenten und den Vizepräsidenten erfassen soll.
Einige von Demokraten unterstützte Vorstöße sehen vor, die Regeln auch auf die Exekutive auszuweiten. Sie reagieren damit unter anderem auf die Diskussion um die Geschäfts‑ und Handelsaktivitäten von US‑Präsident Donald Trump.
Im Senat kam 2025 zudem eine Variante des sogenannten ETHICS Act im zuständigen Ausschuss voran. Sie würde den Aktienhandel für Kongressmitglieder, den Präsidenten und den Vizepräsidenten verbieten, doch Ausnahmen und politische Kompromisse erschweren den weiteren Verlauf.
Obwohl in der Bevölkerung ungewöhnlich breite Unterstützung für strengere Handelsregeln besteht, bleibt das Thema politisch umstritten. Republikanische und demokratische Abgeordnete streiten darüber, ob Amtsträger ihre bisherigen Anlagen vollständig verkaufen müssten oder nur keine neuen Aktien mehr kaufen dürften.
Uneinigkeit gibt es auch darüber, ob Ehepartner und Familienangehörige einbezogen werden sollen und ob die Einschränkungen für den Präsidenten gelten müssten.
Mehrere Entwürfe haben Ausschüsse passiert oder genügend Unterstützung gesammelt, um möglicherweise im Plenum des Repräsentantenhauses behandelt zu werden. Ein umfassendes Verbot ist jedoch bislang nicht in Kraft getreten.