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Anklage fordert lebenslange Haft für Saudier nach Autoattacke auf Weihnachtsmarkt

Menschen legen vor der Johanniskirche nahe dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg Blumen nieder, 23. Dezember 2024
Magdeburg: Vor der Johanniskirche am Weihnachtsmarkt werden Blumen niedergelegt, am dreiundzwanzigsten Dezember 2024. Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Amoklauf erschütterte Deutschland und entfachte eine hitzige Debatte im ganzen Land über die Sicherheit der Weihnachtsmärkte, einer geliebten Tradition.

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag lebenslange Haft für den Mann gefordert, der wegen des Autoanschlags auf einen Weihnachtsmarkt im Jahr 2024 in der ostdeutschen Stadt Magdeburg vor Gericht steht. Bei der Amokfahrt kamen sechs Menschen ums Leben.

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Die Anklage verlangte die höchstmögliche Strafe für den geständigen Täter, den in Saudi-Arabien geborenen Taleb Jawad al‑Abdulmohsen. Der Anschlag, bei dem mehr als 300 Menschen verletzt wurden, „entzieht sich jeder menschlichen Vorstellungskraft“, erklärten die Staatsanwälte vor Gericht.

Der Angriff sei „lange im Voraus geplant“ gewesen und habe bei den Opfern und ihren Angehörigen anhaltendes Leid ausgelöst, das „schlicht unbeschreiblich“ sei, sagte Staatsanwalt Matthias Boettcher.

Im Verlauf des monatelangen Prozesses gab Abdulmohsen, ein Psychiater und Anti-Islam-Aktivist, zu, einen Angriff geplant zu haben. Er bestritt jedoch, dass er gezielt Menschen überfahren wollte.

Seine Aussagen vor Gericht wirkten streckenweise wirr und waren durchzogen von bizarren Verschwörungstheorien sowie Anspielungen auf rechtsextreme Randideen.

Taleb al‑Abdulmohsen nimmt am 9. Februar 2026 an einer Verhandlung vor dem Landgericht Magdeburg teil
Taleb al‑Abdulmohsen nimmt am 9. Februar 2026 an einer Verhandlung vor dem Landgericht Magdeburg teil AP Photo

„Ich war der Fahrer“, sagte Abdulmohsen zum Auftakt des Prozesses im November und räumte ein, am 20. Dezember 2024 mit einem SUV mit hoher Geschwindigkeit in den dicht gefüllten Weihnachtsmarkt gefahren zu sein.

Der übrige Teil seiner Eröffnungserklärung bestand weitgehend aus zusammenhanglosen Tiraden über Politiker, Gewalt gegen Frauen in Saudi-Arabien, religiösen Themen und den Vorwurf einer angeblichen Vertuschung durch die Polizei in Magdeburg.

Nach Angaben Boettchers lag das Motiv des Mannes in Zusammenhang mit einem Konflikt mit einer Kölner Flüchtlingsorganisation, gegen die er einen Zivilprozess verloren hatte.

Die Anklage lautet auf sechsfachen Mord und 338-fachen versuchten Mord im Zusammenhang mit der Amokfahrt.

Die Tat erschütterte Deutschland und löste eine hitzige Debatte im ganzen Land über die Sicherheit von Weihnachtsmärkten aus, die als beliebte Tradition gelten.

Weihnachtsmärkte sind ein fester Bestandteil der deutschen Kultur. Die seit dem Mittelalter gepflegte Tradition der Märkte in der Adventszeit hat sich inzwischen in viele andere Länder verbreitet.

Bereits 2016 war ein islamistischer Attentäter mit einem Lastwagen absichtlich in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gerast. Damals wurden zwölf Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt.

Weitere Quellen • AFP

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