Die Ölpreise sind am Montagmorgen gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran über soziale Medien erneut gedroht hatte.
Die Ölpreise haben am Montag spürbar angezogen, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut gedroht hatte. Die Nordseesorte Brent stieg um 1,8 Prozent auf 111,27 Dollar je Barrel. Der US-Ölpreis WTI legte um 2,1 Prozent auf 107,69 Dollar zu.
An den Märkten sorgte vor allem eine neue Botschaft Trumps auf seiner Plattform Truth Social für Nervosität. "Für den Iran tickt die Uhr. Sie sollten sich besser schnell bewegen, sonst wird nichts mehr von ihnen übrig sein. Die Zeit drängt!", schrieb der Präsident.
Seit den Großangriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar steckt der Konflikt mit Teheran fest. Fortschritte bei möglichen Gesprächen über ein Ende des Krieges gibt es bislang kaum. Gleichzeitig treiben die Spannungen die Energiepreise weltweit weiter nach oben. Für zusätzliche Unruhe sorgte am Wochenende zudem ein Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Anleger fürchten nun eine weitere Eskalation in der Region.
Märkte im asiatisch-pazifischen Raum fallen
Auch an den asiatischen Märkten dominierten am Montag Verluste. In Japan und Südkorea setzten nach den jüngsten Rekordständen Gewinnmitnahmen ein. Der japanische Nikkei 225 fiel in Tokio um 0,9 Prozent auf 60.843 Punkte.
Belastet wurden vor allem Technologiewerte, nachdem der Index in der vergangenen Woche noch ein Rekordhoch von mehr als 63.000 Punkten erreicht hatte. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auf 2,8 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit den späten 1990er Jahren.
Hintergrund sind die schrittweisen Zinserhöhungen der Bank of Japan sowie die Erwartung steigender Inflation durch höhere Energiepreise. In Südkorea legte der Kospi dagegen zwischenzeitlich um 0,9 Prozent auf 7.558 Punkte zu. Der Index hatte am Freitag erstmals die Marke von 8.000 Punkten überschritten, getragen von Technologiewerten und dem anhaltenden Boom rund um Künstliche Intelligenz.
Später gaben die Kurse jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab. Der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor 1,6 Prozent auf 25.543 Punkte. In China sank der Shanghai Composite leicht um 0,1 Prozent auf 4.132 Punkte, nachdem schwächer als erwartete Einzelhandelsdaten veröffentlicht worden waren. Auch andere Märkte in der Region gerieten unter Druck: Der australische S&P/ASX 200 fiel um 1,4 Prozent, Taiwans Taiex verlor 1,1 Prozent und der indische Sensex gab um 0,6 Prozent nach. Am Devisenmarkt stieg der Dollar von 158,62 auf 159,02 Yen.
Der Euro wurde zuletzt bei 1,1626 Dollar gehandelt. Nach Einschätzung des Analysehauses IG dürften auch die europäischen Börsen mit Verlusten in die Woche starten.
Wall Street fällt nach Rekordständen zurück
Auch an der Wall Street gerieten die Märkte unter Druck. Nachdem die US-Börsen zuletzt neue Höchststände erreicht hatten, setzten am Freitag deutliche Kursverluste ein. Belastet wurden die Märkte vor allem durch steigende Ölpreise und Turbulenzen am Anleihemarkt.
Besonders stark traf es Technologiewerte, die zuvor vom Boom rund um Künstliche Intelligenz profitiert hatten. Der S&P 500 verlor 1,2 Prozent und entfernte sich damit von seinem Rekordhoch vom Vortag. Der Dow Jones fiel um 537 Punkte beziehungsweise 1,1 Prozent.
Der technologielastige Nasdaq gab um 1,5 Prozent nach und rutschte ebenfalls von seinem bisherigen Höchststand ab. Vor allem KI-Aktien gerieten deutlich unter Druck. Nvidia, das als Symbol des KI-Booms gilt, verlor 4,4 Prozent und belastete den S&P 500 besonders stark. Trotz des Rückgangs liegt die Aktie seit Jahresbeginn weiter deutlich im Plus.
Auch Micron Technology gehörte zu den größten Verlierern und fiel um 6,6 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Aktie allerdings immer noch massiv zugelegt. Brian Jacobsen, Chefstratege bei Annex Wealth Management, sieht die Märkte inzwischen in einem überhitzten Bereich.
Die starken Unternehmenszahlen und die robuste US-Wirtschaft blieben zwar wichtige Stützen für die Börsen, sagte er. Gleichzeitig warnte er jedoch vor stärkeren Schwankungen: "Der Weg wird wahrscheinlich nicht glatt sein. In solchen Zeiten braucht es mehr Disziplin als Hoffnung."