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Marianne d'or: Pariser Münze prägt erstmals seit über hundert Jahren reine Goldmünzen

ARCHIV: Franc-Banknoten in Collobrières in Südfrankreich, am zweiten Mai 2008 in der Bäckerei von Nathalie Lepelletier.
ARCHIV - In der Bäckerei von Nathalie Lepelletier im südfranzösischen Collobrières liegen am zweiten Mai 2008 Geldscheine der früheren französischen Währung. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Frankreich prägte zuletzt Goldmünzen, die sich als Geldanlage lohnten, als Napoleon noch auf dem Geld war. Jetzt bringt die Pariser Münze goldene Mariannes heraus.

Die Pariser Münzprägeanstalt hat am Dienstag angekündigt, bald wieder Anlagemünzen aus purem Gold zu verkaufen. Es sind die ersten seit mehr als einem Jahrhundert, seit die Prägung der Napoleon- und Louis-Münzen eingestellt wurde.

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Ab dem 16. Juni kommen vier Varianten der neuen Marianne-Münze auf den Markt. Sie reichen von einem Zehntel Unze, also 3,1 Gramm, bis zu einer vollen Unze mit 31,1 Gramm.

Auf der einen Seite ist das Symbolgesicht Marianne als Personifikation der Französischen Republik zu sehen. Die andere Seite zeigt eine Karte der Staatsgebiete, wie die Münzprägeanstalt mitteilte.

Napoleon-Münzen galten von 1803 bis 1914 als Standard-Goldanlagemünze Frankreichs. Der Name „Napoleon“ bezeichnete nicht nur den Kaiser, sondern die gesamte Serie der goldenen 20-Franc-Stücke.

Sie bestanden zu 90 Prozent aus Feingold, wogen 6,45 Gramm und enthielten 0,1867 Feinunzen Gold.

Die sogenannten Louis oder Louis d’or, wörtlich „goldene Louis“, sind noch älter. König Ludwig XIII. führte sie 1640 ein, mit seinem Porträt auf der einen und dem königlichen französischen Wappen auf der Rückseite.

Mit der Französischen Revolution ersetzte der Franc die Münze, später folgte der wertähnliche Napoleon. Der Wert des Louis d’or lag zunächst bei zehn Livres, änderte sich unter den folgenden Herrschern und erreichte unter Ludwig XV. schließlich 24 Livres.

Die neuen Marianne-Münzen sollen weltweit mit südafrikanischen Krugerrand-, kanadischen Maple-Leaf- und amerikanischen Gold-Eagle-Münzen konkurrieren.

Goldmünzen als sicherer Hafen

Ziel sei es, „den Goldmarkt in Frankreich zu demokratisieren“, sagte Generaldirektor Marc Schwartz vor dem Start vor Journalistinnen und Journalisten. Er verwies auf die starke „Nachfrage von Anlegern“, seit der Goldpreis in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist.

Gold gilt im Vergleich zu anderen Anlagen vielen als sicherer Hafen. Die meisten Anleger greifen bislang jedoch eher zu börsengehandelten Fonds, die den Goldpreis abbilden, oder zu Aktien von Goldminenunternehmen.

Die derzeit von der Münzprägeanstalt ausgegebenen Gold- und Silbermünzen sind Gedenk- oder Sammlerstücke. Sie bestehen aus Legierungen mit einem geringeren Edelmetallanteil.

Die neuen Münzen werden dagegen zum jeweiligen Marktpreis für Gold verkauft. Der liegt derzeit bei rund 4.600 Dollar je Unze, nachdem er im vergangenen Jahr um mehr als 65 Prozent gestiegen ist.

Für Anleger, die sich Lager- und Sicherheitskosten zu Hause sparen wollen, bietet die Münzprägeanstalt eine digitale „E-Marianne“ an. Diese bleibt dort hinterlegt, bis die Eigentümer sie wieder verkaufen möchten.

Wie viele Münzen sie verkaufen will, ließ die Pariser Münzprägeanstalt offen. Ihr Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf 197 Millionen Euro, umgerechnet rund 230 Millionen Dollar.

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