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EZB fordert Europas Großbanken: Vorbereitung auf KI-Cyberangriffe

Archiv: Die Sonne geht hinter der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main unter, am Mittwoch, dem fünften März 2025, einen Tag vor der Ratssitzung.
Archivaufnahme: Die Sonne ist hinter der Europäischen Zentralbank in Frankfurt untergegangen, am Mittwoch, 5. März 2025, dem Vortag der Sitzung des EZB-Rats. Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Doloresz Katanich mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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EZB setzt Großbanken der Eurozone Frist bis Ende Oktober: Institute sollen darlegen, wie sie ihre Cyberabwehr gegen immer leistungsfähigere KI stärken.

Die oberste Bankenaufsicht der Eurozone, die Europäische Zentralbank (EZB), hat am Dienstag große europäische Institute aufgefordert. Sie sollen Aktionspläne gegen die wachsenden Cyberrisiken durch immer leistungsfähigere KI-Systeme erarbeiten.

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Neue KI-Modelle wie Mythos von Anthropic, das Schwachstellen in Computersystemen besonders gut erkennt, beunruhigen europäische Regierungen und Entscheidungsträger.

Der Aufsichtsrat der EZB hat einen Brief an die 110 Banken geschickt, die er direkt beaufsichtigt. Darin heißt es, die neuesten KI-Modelle seien eine „langfristige Verschiebung im Bedrohungsszenario und kein vorübergehendes Phänomen“.

„Diese Entwicklungen bringen zwar keine völlig neuen Risiken mit sich, sie verstärken jedoch Tempo und Umfang, in denen solche Risiken sichtbar werden“, schrieb Claudia Buch, Vorsitzende des EZB-Aufsichtsrats.

Die EZB verlangt von großen Kreditinstituten wie Deutsche Bank, BNP Paribas und Santander, dass sie bis zum 31. Oktober einen Plan vorlegen. Darin sollen sie kurzfristige und längerfristige Maßnahmen beschreiben, mit denen sie ihre Widerstandskraft gegen Cyberangriffe stärken wollen.

Die Pläne sollen vor allem ein schnelleres Management von Sicherheitslücken und Software-Patches, stärkere KI-gestützte Überwachungs- und Erkennungssysteme sowie eine genauere Kontrolle externer Technologieanbieter und Risiken in der Lieferkette vorsehen.

Diese Maßnahmen müssen von den obersten Ebenen der Institute gesteuert werden, betonte die EZB.

Um den Banken mehr Zeit für die neue Bedrohung zu verschaffen, verschiebt die EZB ihren jährlichen IT-Risiko-Fragebogen von September 2026 auf Februar 2027. Sie prüft zudem, ob sie weitere Aufsichtstätigkeiten im Einzelfall anpasst.

Nach Ablauf der Frist will die EZB jeden Plan auswerten und mit den jeweiligen Instituten besprechen. Anschließend plant sie eine Querschnittsanalyse, um gemeinsame Schwachstellen und bewährte Praktiken im Bankensektor zu identifizieren.

Der Brief erwähnt auch andere neue Technologien, darunter Quantencomputing, das „die Landschaft der Cybersicherheit erheblich beeinflussen wird“. Die EZB kündigte an, die damit verbundenen Risiken zu einem späteren Zeitpunkt in einem eigenen Schreiben zu behandeln.

Systemische Cyberrisiken gelten nun als „schwerwiegend“

Der Schritt des Aufsichtsrats fällt zusammen mit einer Warnung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB), der in der EU systemische Finanzrisiken überwacht.

Der ESRB warnte am Dienstag vor „systemischen Cyberrisiken durch Frontier-KI-Modelle“.

Die Warnung folgt auf eine Entscheidung des Allgemeinen Rats des ESRB im Juni. Damals hob das Gremium die Einstufung des systemischen Cyberrisikos von „erhöht“ im März auf „schwerwiegend“ an.

Die Aufsichtsbehörde spricht bei Frontier-KI-Modellen von einem „Paradigmenwechsel“ in der Cybersicherheit. Sie seien inzwischen zu einer Quelle systemischer Risiken für das Finanzsystem der EU geworden. Nach Angaben des ESRB nutzen „böswillige Akteure KI bereits, um Cyberangriffe zu verstärken“.

Der ESRB warnt, KI könne die Zeit drastisch verkürzen, die Banken bleibt, um Software-Schwachstellen zu erkennen und zu schließen, bevor Angreifer sie ausnutzen. Damit steigt das Risiko gleichzeitiger Cybervorfälle im gesamten Finanzsektor.

Die Behörde weist außerdem darauf hin, dass die Konzentration führender Frontier-KI-Entwickler außerhalb der Europäischen Union den Staatenbund in eine strategische Abhängigkeit bringt und geopolitische Risiken erhöht.

Anthropic, einer der weltweit führenden KI-Entwickler, entwickelt immer leistungsfähigere Frontier-KI-Modelle. Das Unternehmen hielt die Vollversion von Mythos zunächst zurück, aus Sorge, sie könne dazu dienen, Software-Schwachstellen aufzuspüren und Hacker zu unterstützen. Erst im vergangenen Monat veröffentlichte Anthropic eine öffentliche Version mit eingebauten Sicherheitsmechanismen.

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