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Rentenjahre in Europa: Wie lange beziehen Europäer Rente?

In Athen wartet ein Rentner vor einer Bank. Andere stehen am Donnerstag, dem 9. Juli 2015, vor dem Geldautomaten der Filiale Schlange.
Vor einer Bank in Athen wartet ein Rentner auf den Einlass. Andere stehen an, um den Geldautomaten der Filiale zu benutzen, Donnerstag, 9. Juli 2015. Copyright  AP
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Die Zahl der zu erwartenden Jahre nach dem Renteneintritt variiert in Europa stark. Euronews Business beleuchtet Rentenalter und Bezugsdauer der Pension.

In Europa steigt das gesetzliche Rentenalter, die Menschen werden älter. Gleichzeitig unterscheiden sich die Länder deutlich darin, wie viele Jahre sie ihren Bürgerinnen und Bürgern nach dem Rentenbeginn statistisch noch geben.

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Stand 2024 liegt das Rentenalter in der EU laut OECD für Männer bei 64,7 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren.

Sobald Menschen das Rentenalter erreichen, können sie eine gesetzliche Rente beziehen. Euronews Business stützt sich deshalb auf die Lebenserwartung genau zu diesem Zeitpunkt in jedem Land.

Wer die weiteren Voraussetzungen erfüllt, etwa genügend Beitragsjahre, kann seine Rente voraussichtlich so viele Jahre lang beziehen. Manche Ruheständlerinnen und Ruheständler arbeiten allerdings auch nach Erreichen des Rentenalters weiter.

18,4 Jahre für Männer, 21,8 Jahre für Frauen

Männer in der EU leben nach Rentenbeginn im Schnitt noch 18,4 Jahre, Frauen 21,8 Jahre. Grundlage sind die Lebenserwartungen zum jeweiligen Renteneintritt, erhoben von Eurostat und der OECD für 2024.

Für Männer reicht die erwartete Rentenbezugsdauer von 14,7 Jahren in Bulgarien und Ungarn bis zu 27,3 Jahren in der Türkei. In der EU verzeichnet Luxemburg die längste Zeitspanne: Männer dort beziehen voraussichtlich 22 Jahre lang Rente.

Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus zwei Faktoren: dem gesetzlichen Rentenalter und der allgemeinen Lebenserwartung.

Männliche Rentner in Griechenland (21 Jahre), Frankreich (20,7), Slowenien (20,7), der Schweiz (20,4) und Malta (20,2) verbringen ebenfalls mehr als 20 Jahre im Ruhestand.

Über dem EU-Durchschnitt von 18,4 Jahren liegen auch Zypern (19,8), Schweden (19,4), Portugal (19,3), Belgien (19,1), Irland (19), das Vereinigte Königreich (19), Österreich (18,8) und Finnland (18,7).

Deutschland: unter den großen Volkswirtschaften die kürzeste Rentenzeit

Damit gilt: In allen großen europäischen Volkswirtschaften außer Deutschland verbringen Männer im Schnitt mehr Jahre im Ruhestand als im EU-Mittel. In Deutschland liegt der Wert um 1,1 Jahre unter dem EU-Durchschnitt – ein deutlicher Abstand zu Frankreich, Italien und Spanien.

Am wenigsten Zeit im Ruhestand haben neben Bulgarien und Ungarn männliche Rentner in Lettland, Rumänien und Litauen. Dort bleibt die erwartete Rentenbezugsdauer jeweils unter 16 Jahren.

Für Frauen liegt die erwartete Rentenzeit in der EU bei 21,8 Jahren. Sie reicht von 18,6 Jahren in Ungarn bis zu 34,5 Jahren in der Türkei. In Luxemburg übersteigt sie ebenfalls 25 Jahre.

Frauen in Slowenien, Griechenland, Frankreich, Spanien, der Schweiz, Malta, Italien, Portugal, Zypern und Finnland verbringen voraussichtlich mehr als 22 Jahre im Ruhestand und beziehen damit über 22 Jahre lang eine Rente.

Unter den Frauen liegen Deutschland (20,3) und das Vereinigte Königreich (21) unter dem EU-Durchschnitt.

Neben Ungarn verbringen Frauen in mehreren Ländern voraussichtlich weniger als 20 Jahre im Ruhestand. Dazu zählen Bulgarien (18,8), Rumänien (19,1), die Niederlande (19,2), Kroatien (19,6), Dänemark (19,7), Lettland (19,8) und Island (19,8).

Rentenalter und erwartetes Lebensende

Stand 2024 bildet die Türkei unter den 32 untersuchten europäischen Staaten einen Ausreißer. Männer können dort bereits mit 52 Jahren in Rente gehen, Frauen mit 49.

Abgesehen von der Türkei reichen die Rentenalter in den übrigen Ländern von 62 bis 67 Jahren für Männer und von 60 bis 67 Jahren für Frauen.

In der EU beträgt das Rentenalter 64,7 Jahre für Männer und 64 Jahre für Frauen. Männer erreichen im Schnitt ein Alter von 83,1 Jahren, Frauen von 85,8 Jahren.

Abstand zwischen Männern und Frauen in der Rente

Im EU-Durchschnitt verbringen Frauen 3,4 Jahre länger im Ruhestand als Männer. Die Spannweite reicht von 1,6 Jahren in Island bis zu 7,2 Jahren in der Türkei.

In Estland, Litauen, Lettland, Bulgarien, Rumänien und Polen liegt der Unterschied ebenfalls bei mindestens vier Jahren. Allerdings ist die Erwerbsbeteiligung in diesen Ländern vergleichsweise niedrig.

Ein weiterer Aspekt ist die Rentenschere zwischen den Geschlechtern. In den OECD-Staaten erhalten Frauen im Schnitt 23 Prozent weniger Rente als Männer, im Vereinigten Königreich beträgt der Abstand sogar 37 Prozent.

Austrittsalter aus dem Arbeitsmarkt und die Türkei

Das tatsächliche Austrittsalter aus dem Arbeitsmarkt weicht jedoch oft vom gesetzlichen Rentenalter ab. In der EU etwa liegt das Rentenalter für Männer bei 64,7 Jahren, sie verlassen den Arbeitsmarkt im Schnitt aber schon mit 63,8 Jahren. Bei Frauen liegt das Austrittsalter bei 62,9 Jahren, das Rentenalter bei 64 Jahren.

Die größte Differenz zwischen Rentenalter und Austrittsalter zeigt sich in der Türkei. Männer können dort mit 52 Jahren in Rente gehen, bleiben im Schnitt aber bis 60,8 Jahren im Erwerbsleben. Für Frauen liegen die Werte bei 49 und 60,5 Jahren.

Nach dem Austritt aus dem Arbeitsmarkt verbleiben Männern in der Türkei statistisch 18,2 Jahre, Frauen 22,6 Jahre. Das zeigt: Die Türkei weist zwar die höchste theoretische Rentenzeit auf, gemessen am tatsächlichen Austrittsalter fällt sie deutlich geringer aus.

Renten sind die wichtigste Einkommensquelle älterer Menschen in Europa, doch die Rentenniveaus unterscheiden sich erheblich – sowohl nominal als auch in der Kaufkraft.

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