Auf dem Rasen des Weißen Hauses entsteht ein Käfigkampf-Ring, zugleich ist am National Mall in Washington ein Fest zu 250 Jahren USA geplant – die Auswahl gilt als Parodie, erste Acts sagen ab.
In diesem Jahr feiern die Vereinigten Staaten von Amerika ihren 250. Geburtstag, und Donald Trump legt sich bei den „Freedom 250“-Veranstaltungen mächtig ins Zeug.
Auf der Südwiese des Weißen Hauses entsteht derzeit ein achteckiger Käfig, in dem ein umstrittener UFC-Kampf (Ultimate Fighting Championship) stattfinden soll.
Die Mixed-Martial-Arts-Show stößt vielen schon jetzt sauer auf. In sozialen Netzwerken ziehen Nutzer Parallelen zu den „Hunger Games“ und kritisieren, dass Käfigkämpfe kein sinnvoller Einsatz von Geldern seien, wenn viele Amerikaner unter Einsparungen im Gesundheitswesen, hoher Inflation und steigenden Spritpreisen leiden.
„Elect a clown, expect a circus“, brachte es eine X-Nutzerin (Quelle auf Englisch) auf den Punkt.
Nun ist ein weiteres Spektakel angekündigt: die „Great American State Fair“, die vom 25. Juni bis 10. Juli auf der National Mall in Washington, D.C., stattfinden soll.
Die Musikacts stehen fest – und das Line-up ist, höflich formuliert, sehr neunzigerjahrelastig. Dagegen ist nichts einzuwenden, das Jahrzehnt und seine Hits fehlen vielen.Auch wir erinnern uns gern daran. Doch sobald man die Headliner durchgeht, kippt der Eindruck. Weniger höflich gesagt: Es ist eine Ansammlung von Acts, deren Glanzzeit vorbei ist und die heute vor allem von Nostalgietouren leben.
Auf der Bühne stehen sollen unter anderem Vanilla Ice, Martina McBride, C+C Music Factory, Young MC, Morris Day, Bret Michaels von Poison, Flo Rida und Fab Morvan – das überlebende Mitglied des Playback-Duos Milli Vanilli.
Girl, you know it’s true ...
Weniger zutreffend ist allerdings die Ankündigung, dass Morris Day, vor allem als Sänger der mit Prince verbundenen Band The Time bekannt, auftreten werde.
Day meldete sich auf Instagram zu Wort und schrieb: „Entgegen den Gerüchten werden Morris Day & The Time nicht auf der ‚Great American State Fair‘ auftreten“, und fügte hinzu: „Für mich ist das ein Nein.“
Kann man verstehen. Dafür wird sich Kid Rock als Ersatz sicher nicht lange bitten lassen.
Auch Young MC ist nach seiner Ankündigung wieder abgesprungen. Er postete: „ICH HABE MEINEN AGENTEN MITGETEILT, DASS ICH NICHT BEIM FREEDOM-250-EVENT AUFTRETEN WERDE“, und ergänzte: „Den Künstlern wurde nie von einer politischen Dimension der Veranstaltung berichtet.“
Im Netz hagelt es Kritik am Line-up. Viele nennen es „einen Witz“, „erbärmlich“ oder „eine Parodie“. Eine Instagram-Nutzerin kommentierte: „Milli Vanilli?! Also die Achtzigerband, bei der herauskam, dass sie nicht ein einziges Wort selbst gesungen hat? Passt.“
Abseits der Musik soll die Feier angeblich „alle 56 US-Bundesstaaten und Territorien in einem einzigen Event von der Größenordnung einer Weltausstellung vereinen und präsentieren“.
Laut Website ist „dies eine Gelegenheit für Besucherinnen und Besucher aus ganz Amerika, eine unvergessliche Feier der Menschen und Traditionen zu erleben, die unsere Nation ausmachen. Unser Land vereint unterschiedliche Bundesstaaten und Territorien zu dem stärksten Staatengefüge der Welt. Diese einmalige Generationenfeier bietet Livemusik, Fahrgeschäfte wie auf der Kirmes und Dutzende Mitmachangebote von Partnern, bei denen Besucherinnen und Besucher schmecken, fühlen und erleben können, was jeden Bundesstaat und jedes Territorium einzigartig macht.“
„Freedom 250“ wird über eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert, unter anderem mit Geld von Trump-nahen Techfirmen wie Palantir und Oracle sowie von den Bundesauftragnehmern Deloitte und Lockheed Martin. Das Programm gerät zunehmend ins Visier von Watchdog-Organisationen und Mitgliedern des Kongresses, die den Einsatz öffentlicher Gelder für Trump-nahe Veranstaltungen kritisieren.
Die Verbraucherschutzorganisation Public Citizen fordert Kongressuntersuchungen, nachdem die „New York Times“ berichtet hatte, dass Großspendern der Freedom-250-Initiative Zugang zum Präsidenten in Aussicht gestellt wurde, wenn sie eine Million Dollar beisteuern.
Die „Great American State Fair“ beginnt am 25. Juni.