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Macron leiht London 70 Meter langen Wandteppich aus dem Mittelalter aus

Bayeux-Teppich kommt ins British Museum
Wandteppich von Bayeux geht bald ins British Museum Copyright  AP Photo
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Von Célia Gueuti & Serge Duchêne
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Anlässlich des 1000. Jahrestags der Geburt von Wilhelm dem Eroberer: Emmanuel Macron leiht London ein mittelalterliches Meisterwerk aus. In diesem Museum kann man den Teppich von Bayeux bewundern.

Der Teppich von Bayeux soll Frankreich verlassen. Das mittelalterliche Meisterwerk zeigt auf 70 Metern die Eroberung Englands durch die Normannen und wird von September 2026 bis Juli 2027 im British Museum in London zu sehen sein – anlässlich des 1000. Jahrestags der Geburt von Wilhelm dem Eroberer.

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Normalerweise ist die Tapisserie im nordfranzösischen Bayeux ausgestellt. Präsident Emmanuel Macron hat sie im Rahmen der Feierlichkeiten, die auch die Beziehung zwischen Frankreich und Großbritannien zelebrieren, der anderen Seite des Ärmelkanals als Leihgabe zugesagt.

Die französische Kulturministerin Catherine Pégard sprach von "einem politischen, kulturellen und symbolischen Akt“. Sie sagte vor dem umstrittenen Transport des Teppichs: "In einer Welt, die sich zusehends fragmentiert und sich mitunter in sich selbst zurückzieht, bleibt Frankreich sich treu und setzt auf die Verbreitung seines kulturen Einflusses. Wir wollen zeigen, dass große Demokratien und alte Nationen Europas dazu bestimmt sind, sich gegenseitig zu bereichern“.

Der Überlieferung nach ließ Mathilde von Flandern, die Ehefrau von Wilhelm dem Eroberer, den Teppich während seines Feldzugs anfertigen.

Einige Expertinnen und Experten warnen vor möglichen Schäden an der 70 Meter langen Stickerei. Sie weist schon jetzt mehr als 24 000 Flecken, 9 000 Löcher und 30 Risse auf.

Am 5. Juni hat der französische Staatsrat den Antrag eines Denkmalschutzvereins abgewiesen, der die Leihgabe des Teppichs von Bayeux von Frankreich an das Vereinigte Königreich verhindern wollte. Das Gericht erklärte sich für "nicht zuständig“.

Die Fasern des jahrtausendealten Werks sind äußerst empfindlich. Jede Veränderung von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit kann neue Risse verursachen. Für den Transport wurde daher ein spezieller Behälter gebaut, der Erschütterungen während der Reise abmildern soll.

Kulturministerin Pégard nannte die „Insinuationen der Inkompetenz, die einige verbreiten wollten, besonders ungerecht“.

„Nichts, absolut gar nichts, ist dem Zufall überlassen worden, vor allem beim Transport dieses Werks“, sagte sie auf einer Pressekonferenz in Paris.

Bayeux-Tapisserie: Geheimer Transport ins British Museum

Die Tapisserie von Bayeux soll auf einer geheimen Route in einem stoßgedämpften Container nach Großbritannien gebracht werden, um noch in diesem Jahr in London ausgestellt zu werden, teilte die Kulturministerin mit.

Den Angaben der Ministerin und von Vertretern des Ministeriums zufolge erfolgt der Transport auch zu einem geheim gehaltenen Termin. Der Teppich kommt erst in die eigens entwickelte Kiste, die Erschütterungen abfedern soll, und wird dann ins British Museum in London gebracht.

Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Kulturministeriums in Paris besagt nach einem zweiten Test im April, die Kiste könne auf der gesamten Strecke 96 % eines starken Stoßes von dem Werk fernhalten.

Die Ergebnisse gelten als Freigabe für den Transport der Tapisserie, „auch wenn es ein Nullrisiko nicht gibt“, so die Ministerin.

„In der Geschichte des Kunsttransports hat es noch nie so viele Tests, so viele Protokolle und so viele Risikoanalysen für einen einzigen Transport gegeben“, sagte Catherine Pégard. Die Kiste sei „wie eine Wiege für ein Neugeborenes“.

Wenn die Tapisserie Ende 2027 nach Frankreich zurückkehrt, soll eine seit Langem geplante Restaurierung nachgeholt werden.

Außerdem wollen Frankreich und das Vereinigte Königreich weitere mittelalterliche Werke vorübergehend austauschen, darunter ein Schachspiel und Grabfunde aus Sutton Hoo.

Cutter • Alexander Kazakevich

Weitere Quellen • AFP

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