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Nach über 80 Jahren: Wehrmachtsoldaten und Motorrad aus 2. Weltkrieg in Donau geborgen

Die niedrigen Pegelstände in der Donau legen Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg frei.
Die niedrigen Pegelstände in der Donau legen Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg frei. Copyright  Volksbund
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Von Franziska Müller
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Der Pegel der Donau steht so niedrig, dass in Budapest die Überreste des Zweiten Weltkriegs zum Vorschein kommen. Neben einem Motorrad konnten auch zwei Soldaten exhumiert werden.

Im Hafen liegen eigentlich Boote an, doch in Budapest wurde jetzt mitten in der Donau ein Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen. Am Grund der Donau auf Höhe von Budapest befinden sich noch mehr Relikte: auch zwei Soldaten wurden aus dem schlammigen Flussbett ausgegraben, wie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge berichtet.

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Der Volksbund hat eigenen Angaben zufolge einen Umbetter nach Budapest geschickt, der die Exhumierung mithilfe ungarischer Kollegen durchgeführt hat. Neben den Überresten der Soldaten, die durch den Schlamm konserviert werden konnten, wurden außerdem zahlreiche deutsche Tellerminen 35 gefunden. Diese wurden im Zweiten Weltkrieg gegen Panzer eingesetzt.

Am 2. August wurde das Motorrad auf der Budaer Seite des ungarischen Parlaments – neben dem Hafen am Batthyány-Platz – entdeckt.
Am 2. August wurde das Motorrad auf der Budaer Seite des ungarischen Parlaments – neben dem Hafen am Batthyány-Platz – entdeckt. Volksbund

Weil der Hafenschlamm am Grund der Donau am Batthyány-Platz mit Gasöl vermischt ist, haben sich perfekte Bedingungen ergeben, um die Wracks und menschlichen Überreste zu konservieren. Diesem Erdölprodukt sei es zu verdanken, dass der Schlamm auch die Erkennungsmarken hervorragend konserviert habe, so dass Buchstaben und Zahlen sehr gut zu lesen seien, erklärte der Umbetter laut Volksbund.

Das ist über die Soldaten aus der Donau bekannt

Die Erkennungsmarken waren die Ausweise von damals. Jeder Soldat trug eine Marke in doppelter Ausführung bei sich. Im Todesfall wurde eine Hälfte davon dann an die Wehrmachtsauskunftstelle weitergeleitet, die wiederum Familienangehörige informieren konnte.

Bei den Soldaten, die aus der Donau geborgen wurden, sind die Erkennungsmarken laut Volksbund noch vollständig zu lesen. Außerdem liegen beide Hälften beieinander, die Nachricht über ihren Tod ist also nie bis in die Auskunftstelle in Berlin gelangt.

Nach einer Untersuchung sollen die Soldaten auf der Kriegsgräberstätte Budaörs vor dem Stadteingang von Budapest bestattet werden.

Das Motorrad wurde von Mitarbeitern des Instituts und Museums für Militärgeschichte geborgen. Sie gehen davon aus, dass es sich um das Modell DKW NZ 350-1 handelt. Sie sollen damals als besonders robust und zuverlässig gegolten haben, wie der Volksbund mitteilt.

Auch ein Benzinkanister zählt zu den Fundstücken auf dem freigelegten Grund der Donau.
Auch ein Benzinkanister zählt zu den Fundstücken auf dem freigelegten Grund der Donau. Volksbund

Gefunden wurde außerdem ein militärischen Ehrenabzeichen aus dem Zweiten Weltkrieg und ein Benzinkanister. Rund 80 Jahre lagen die Überreste auf dem Grund der Donau.

Bei weiterem Niedrigwasser noch mehr Bergungen möglich

Wegen der extrem niedrigen Pegelstände rechne der Volksbund damit, dass auch Schiffswracks auftauchen, aus denen Kriegstote zu bergen sein könnten. Zunächst wäre zwar Ungarn zuständig, aber bei der Erkenntnis über mögliche deutsche Kriegstote wird der Volksbund verständigt und möglicherweise miteinbezogen.

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