USA: Am John-F.-Kennedy-Kulturzentrum ist Trumps Name von der Fassade verschwunden. Die weiter angebrachten Planen sorgen für Ärger und Spott über sein „empfindliches Ego“.
Für Donald Trump war es ein turbulentes Wochenende: die Ankündigung eines Rahmenabkommens zur Beendigung des Kriegs mit dem Iran, die Fußball-WM in den USA in vollem Gange, der erste NBA-Titel der New York Knicks seit 53 Jahren und seine Feier zum 80. Geburtstag mit einem umstrittenen UFC-Käfigkampf auf dem Rasen des Weißen Hauses.
„AM NATIONALEN GURKENTAG??“, witzelte ein Nutzer auf X (Quelle auf Englisch).
Doch ein besonders peinlicher Aspekt wird im wahrsten Sinne des Wortes verhüllt: die Entfernung von Trumps Namen vom John F. Kennedy Center for the Performing Arts, dem nationalen Kulturzentrum in Washington, D.C.
Trump hatte als neuer Vorsitzender des Kennedy Center verfügt, dass sein Name an der Fassade erscheint – und zwar über dem von John F. Kennedy.
Im Mai entschied der Bundesrichter Christopher Cooper vom US-Bezirksgericht, dass das Haus nicht ohne Zustimmung des Kongresses umbenannt werden darf.
Cooper stellte fest, der Kongress habe „glasklar“ festgelegt, dass das Gebäude nach dem früheren Präsidenten John F. Kennedy benannt sei und „keinen anderen offiziellen Namen oder öffentliches Denkmal“ tragen dürfe, das allein auf dem „einseitigen Machtwort“ eines von Trump eingesetzten Gremiums beruhe.
Er setzte den Freitag, den 12. Juni, als Frist für die Entfernung des Namens Trump.
Arbeiter stellten am Freitag ein Gerüst auf. Die Entfernung verzögerte sich, weil ein letzter Versuch der Trump-Regierung, den Beschluss auszusetzen, vom Richter abgewiesen wurde.
Inzwischen ist Trumps Name von der Vorderseite des Kennedy Center verschwunden. Von außen ist das allerdings kaum zu erkennen.
Arbeiter hängten lange Plastikplanen vom Gerüst, die den Abbau der Buchstaben verdecken.
Als im Netz Videos und Fotos auftauchten, auf denen das Gerüst die Demontage des Schriftzugs verdeckt, verbreiteten sie sich rasant. Viele bezeichneten Trump als „Loser“.
„Gab es in der Geschichte der Welt jemals eine größere Mimose als Donald Trump?“, fragte ein Nutzer auf X. Ein anderer nannte die Planen-Aktion „ein fragiles Ego, das sich in voller Größe zeigt“.
Einige Reaktionen im Netz:
Zum Zeitpunkt des Schreibens versperren die gestreiften Planen noch immer den Blick auf das inzwischen Trump-freie Kennedy Center.