Nelly Florida Riama, stellvertretende Geophysikchefin der indonesischen Wetter- und Klimabehörde, warnte, die Tsunamiwarnung sei zwar vorbei, aber „Nachbeben treten weiterhin auf“.
Ein starkes Erdbeben der Stärke 7,7 hat am Samstag den südostasiatischen Staat Indonesien erschüttert und mindestens 38 Menschen getötet.
Das Epizentrum lag nördlich der Insel Flores im Osten des Landes. Das Beben ereignete sich in den frühen Morgenstunden und löste Panik aus. Menschen rannten auf die Straßen, Gebäude stürzten ein.
Zunächst gaben die Behörden eine Tsunami-Warnung aus, hoben sie jedoch später wieder auf. Die Meteorologie-, Klimatologie- und Geophysikbehörde BMKG erklärte, sie registriere keine nennenswerten Anstiege des Meeresspiegels mehr, die Küstengemeinden gefährden könnten.
„Nach unseren bisherigen Meldungen sind 20 Menschen ums Leben gekommen, sechs wurden verletzt und zwei liegen noch unter den Trümmern begraben“, sagte der Rettungsbeamte Fathur Rahman der Nachrichtenagentur AFP auf dem Weg in den Bezirk Nagekeo, der am stärksten betroffen ist.
„Wir konzentrieren uns darauf, die unter den Trümmern verschütteten Opfer zu finden“, fügte Fathur hinzu.
Nelly Florida Riama, stellvertretende Direktorin für Geophysik beim BMKG, warnte, dass die Tsunami-Warnung zwar aufgehoben sei, Nachbeben aber weiter registriert würden.
„Wir rufen die Bevölkerung dazu auf, ruhig zu bleiben, sich nicht von verantwortungslosen Gerüchten verunsichern zu lassen und die Informationen über die offiziellen Kanäle des BMKG zu verfolgen“, sagte Nelly.
Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde BNPB haben in dem Bezirk Nagekeo rund 2000 Bewohner nach dem Erdbeben und der Tsunami-Warnung aus eigener Initiative ihre Häuser verlassen.
Die BNPB berichtete, die Erschütterungen seien in mehreren Regionen zu spüren gewesen: in den Bezirken Nagekeo, Sikka und West Manggarai in der Provinz Ost-Nusa-Tenggara, in der Stadt Bima und im Bezirk Bima in West-Nusa-Tenggara sowie in den Bezirken Jeneponto, Selayar-Inseln und Maros in Süd-Sulawesi.
Indonesien liegt in einer der tektonisch aktivsten Regionen der Erde. Der Inselstaat liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo mehrere Erdplatten aufeinandertreffen: Er liegt an einer tektonisch aktiven Plattengrenze, an der die Indisch-Australische Platte unter die Sunda-Platte abtaucht. Die Sunda-Platte umfasst unter anderem Indonesiens westliche Inseln wie Sumatra, Java und Bali sowie Teile von Malaysia und Südostasien. Entlang dieser Zonen und verschiedener Verwerfungen entstehen häufig starke Erdbeben.