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Türkischer Komiker: Festnahme wegen Islam- und Erdoğan-Beleidigung

Deniz Göktaş
Deniz Göktaş Copyright  YouTube Screenshot from Göktaş's video
Copyright YouTube Screenshot from Göktaş's video
Von Sertac Aktan mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Die Polizei nahm den türkischen Komiker Deniz Göktaş am Donnerstag am Flughafen Istanbul fest; die Behörden werfen ihm nach einem YouTube-Auftritt Beleidigung religiöser Werte und von Präsident Erdoğan vor.

„Ich finde, der Koran ist das beste der vier Bücher. Zum einen ist das eine ziemlich gewagte Ansage im siebten Jahrhundert. Und für den Autor ist es auch sehr schwierig: Wenn ihm eine neue Idee kommt, Pech gehabt, wir haben ja schon gesagt: ‚Das ist das letzte Buch ...‘“

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Dieser Witz brachte den beliebten türkischen Komiker Deniz Göktaş am Donnerstag bei seiner Ankunft am Flughafen Istanbul ins Gefängnis. Die Behörden werfen ihm vor, den Islam und Präsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt zu haben.

Noch ist unklar, welche Passage seines neunzigminütigen Stand-up-Programms, das auf YouTube veröffentlicht wurde, als Beleidigung des Staatspräsidenten gilt. Das wäre nach Artikel 299 des türkischen Strafgesetzbuchs eine Straftat. Göktaş bezeichnete Erdogan in dem Programm offen als „Diktator“, der nun „im Reinen mit seinen Gelüsten“ sei.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hört zu, während Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Istanbul, Türkei, am 30. Dezember 2025 spricht.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hört zu, während Somalias Präsident Hassan Sheikh Mohamud bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Istanbul, Türkei, am 30. Dezember 2025 spricht. Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.

Die Aufzeichnung der Show erschien am 24. Juni. Seitdem haben sie fast neun Millionen Menschen auf YouTube gesehen. Göktaş nimmt darin die politischen Entwicklungen in der Türkei satirisch auseinander und macht sich über fast alle Lager lustig - auch über Erdogans inhaftierten Rivalen, den Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu. Dessen Festnahme im vergangenen Jahr hatte Massenproteste auf den Straßen ausgelöst.

Die Festnahme von Göktaş fällt in eine Phase, in der die Behörden ihr Vorgehen gegen alle verschärfen, die als Kritiker der islamisch-konservativen Regierung oder ihrer Werte gelten. Immer mehr Musiker, Künstler, Journalistinnen, Journalisten und Politiker sehen sich Ermittlungen gegenüber.

„Deniz Göktaş wurde am 2. Juli am Flughafen Istanbul festgenommen“, erklärte die Staatsanwaltschaft der Metropole in einer Mitteilung.

Demnach gingen 185 Anzeigen zu dem Stand-up-Programm ein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen „öffentlicher Verunglimpfung religiöser Werte“.

Noch vor seiner Festnahme hatten die Behörden kurze Ausschnitte aus Göktaş’ Auftritt auf der Plattform X in der Türkei sperren lassen. Zur Begründung nannten sie „nationale Sicherheit und öffentliche Ordnung“.

Einige Tage später leiteten die Staatsanwälte ein formelles Ermittlungsverfahren ein. Die Show enthalte „beleidigende Äußerungen, die eine Straftat darstellen“, hieß es.

Göktaş erklärte auf X, er sei zum Zeitpunkt der Ermittlungen im Ausland im Urlaub gewesen. Am Donnerstag flog er trotzdem in die Türkei zurück - in dem Wissen, dass ihn dort die Festnahme erwartet.

Nach Angaben seines Anwalts soll er am Freitagmorgen einem Gericht vorgeführt werden.

Türkische Medien berichten, dass der in Ankara geborene Komiker 2019 im Istanbuler Comedy-Club TuzBiber mit Stand-up auf die Bühne ging. Inzwischen tritt er in zahlreichen Städten Europas und der USA auf.

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