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WHO: Europa führt bei Tabakkonsum – E-Zigaretten im Verdacht

Archivfoto: Eine Oberstufenschülerin dampft am Rand eines Schulgeländes in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts, am elften April zweitausendachtzehn.
Archivbild: Ein Oberstufenschüler nutzt eine E-Zigarette nahe einem Schulgelände in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts im April 2018. Copyright  AP Photo/Steven Senne, File
Copyright AP Photo/Steven Senne, File
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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In Europa greifen laut Weltgesundheitsorganisation wieder mehr Jugendliche zu Tabak, weil E-Zigaretten und neue Produkte den Konsum trotz Rückgang ankurbeln.

Die Europäische Region der Weltgesundheitsorganisation, die 53 Länder in Europa und Zentralasien umfasst, wird laut einem neuen Bericht voraussichtlich bis 2030 der größte Tabakkonsument der Welt bleiben.

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Der klassische Tabakkonsum geht zwar zurück. Doch E-Zigaretten und aromatisierte Nikotinprodukte erobern eine neue Generation.

„Tabakkonsum verursacht in der Europäischen Region schon heute jedes Jahr über 1,1 Millionen Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten, und ohne deutlich mehr Engagement bleiben wir bis 2030 die am schlechtesten abschneidende Region der Welt“, sagte Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa.

Rund 173 Millionen Menschen in der WHO-Region Europa rauchten oder konsumierten im Jahr 2024 Tabakprodukte.

„Wir tragen Verantwortung, jetzt gegenzusteuern: junge Menschen vor Nikotinsucht zu schützen, Einflussnahme der Industrie auf die Gesundheitspolitik zu verhindern und Vorschriften konsequent durchzusetzen, die ein Leben voller vermeidbarer Schäden verhindern“, fügte er hinzu.

Junge Menschen besonders gefährdet

Schätzungsweise vier Millionen Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren in der Region nutzen Tabakprodukte.

Am dringendsten ist nach Einschätzung der WHO der Kampf gegen den wachsenden Konsum von E-Zigaretten: In der Altersgruppe der 13- bis 15-Jährigen nutzen 14,3 Prozent E-Zigaretten, bei Jungen und Mädchen in etwa gleich häufig.

Unter Erwachsenen weist die Region die weltweit zweithöchste Verbreitung von E-Zigaretten auf, knapp hinter Amerika, mit geschätzt 31,4 Millionen Nutzerinnen und Nutzern.

Besonders hohe Werte bei jungen Mädchen

Die Europäische Region ist weltweit die einzige, die ihr Ziel voraussichtlich verfehlen wird, den Tabakkonsum von Frauen bis 2025 um 30 Prozent zu senken. Nach den vorliegenden Daten dürfte der Rückgang seit 2010 lediglich 12 Prozent betragen.

Über 40 Prozent der erwachsenen Raucherinnen weltweit, rund 62 Millionen Frauen, leben in der Europäischen Region. Die Prävalenz liegt bei 17,2 Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie der zweithöchste Wert von 9,1 Prozent in Amerika.

Ähnlich sieht es bei E-Zigaretten aus: In fast der Hälfte der Länder mit verfügbaren Daten ist der Anteil der E-Zigaretten-Nutzerinnen unter Mädchen höher als unter Jungen, so die WHO.

„Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Strategie der Industrie, die junge Menschen mit aromatisierten Produkten und ausgeklügeltem Marketing in sozialen Medien ins Visier nimmt“, sagte Kluge.

Er verwies darauf, dass Länder wie Belgien, Dänemark und die Niederlande zeigen, dass Gegensteuern möglich ist: Sie regulieren neue Produkte, verbieten Geschmacksrichtungen und schränken Werbung ein.

„Jedes Land in dieser Region sollte das Gleiche tun, um kommende Generationen zu schützen“, so Kluge.

Was unternehmen die europäischen Staaten?

Nach Angaben der WHO haben nur 18 der 53 Länder der Region Rauchverbote, die wirklich alle öffentlichen Räume abdecken.

Einige Staaten wie Frankreich, Finnland, Italien und Schweden haben zumindest Teilverbote erlassen, etwa an Stränden, in Schulen oder in Parks.

In der Europäischen Union laufen die Verhandlungen über die Überarbeitung der Tabaksteuerrichtlinie weiter.

Der ursprüngliche Vorschlag der Europäischen Kommission, die Steuersätze bis 2028 anzuheben, auch für E-Zigaretten und Nikotinbeutel, stößt jedoch in den Mitgliedstaaten auf Widerstand und könnte sich verzögern.

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