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Studie: Abnehmspritzen senken Gewicht, verbessern Lebensqualität jedoch nicht

Abnehmspritzen senken Gewicht, verbessern Lebensqualität aber nicht.
Abnehm-Medikamente: weniger Gewicht, keine bessere Lebensqualität Copyright  Cleared/Canva
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Abnehmspritzen werden weltweit immer beliebter. Eine neue Studie zeigt jedoch: Nach einem Jahr verbessert sich die Lebensqualität kaum über den Gewichtsverlust hinaus.

Im vergangenen Jahr haben Millionen Menschen Abnehmmedikamente wie Ozempic und Mounjaro genommen. Eine neue Studie legt jedoch nahe, dass die positiven Effekte auf den Lebensstil kaum über die Zahl auf der Waage hinausgehen.

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Die im Fachblatt The BMJ veröffentlichte Untersuchung wertete 262 klinische Studien mit rund 100.000 Teilnehmenden und 19 verschiedenen Wirkstoffen aus.

Die Forschenden stellten fest, dass stärkerer Gewichtsverlust durchweg mit mehr Nebenwirkungen und einem häufigeren Abbruch der Behandlung einherging.

„Die meisten Wirkstoffe verbessern die Lebensqualität nicht in relevantem Ausmaß, und nur wenige zeigen Vorteile für das Herz-Kreislauf-System“, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie.

In den Studien füllten die Teilnehmenden standardisierte Fragebögen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus. Die Forschenden verglichen, wie stark sich diese Werte unter Einnahme der Abnehmmedikamente im Vergleich zu reinen Lebensstiländerungen veränderten. Über die wichtigsten Behandlungen hinweg fanden sie keine klinisch relevante Verbesserung der Lebensqualität.

Unter allen untersuchten Therapien sorgten Tirzepatid – der Wirkstoff in Mounjaro und Zepbound – und CagriSema, das bisher nicht zugelassen ist, bei übergewichtigen Erwachsenen für die stärkste Gewichtsabnahme.

Für subkutan verabreichtes Semaglutid, das in Ozempic und Wegovy steckt, gibt es derzeit die robustesten Hinweise auf eine geringere Sterblichkeit und weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse, heißt es in der Studie.

Allerdings nahmen unter Tirzepatid und Semaglutid auch die fettfreie Körpermasse ab, also das Körpergewicht ohne Fettanteil. Eine geringe Muskelmasse steht mit einem höheren Risiko für Stürze, Knochenbrüche und einen frühen Tod in Verbindung.

Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass die meisten ausgewerteten Studien nur kurze Nachbeobachtungszeiten hatten. Für neuere Medikamente brauche es mehr Forschung, um ihre langfristigen Folgen einschätzen zu können.

Externe Fachleute mahnen zudem, die Ergebnisse zur Lebensqualität besonders vorsichtig zu interpretieren, da deren Erfassung stark variieren kann.

„Lebensqualität ist komplex und fällt bei jedem Menschen anders aus. Standardisierte Instrumente liefern zwar wichtige Informationen, erfassen aber womöglich nicht alle Aspekte einer Behandlung, die für Menschen mit Adipositas zählen“, sagt Marie Spreckley von der University of Cambridge.

Adipositas behandeln: Mehr als nur Gewicht verlieren

Adipositas gilt zunehmend als komplexe chronische Erkrankung. Wer Erfolg nur am Gewicht festmacht, greift nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren zu kurz, unterschätzt Nutzen und Risiken und verstärkt zugleich die Stigmatisierung.

„Die Studie bestätigt, was wir bereits vermutet haben: Manche Medikamente führen zu erheblichem Gewichtsverlust, doch weniger Kilos bedeuten nicht automatisch bessere Gesundheit in allen Bereichen“, sagt José M. Ordovás von der Tufts University, der nicht an der Untersuchung beteiligt war.

„Die Waage erzählt nur einen Teil der Geschichte“, so Ordovás. Erfolg bei Adipositas lasse sich nicht allein in Kilo ausdrücken, sondern auch in Gesundheit, Funktion und Lebensqualität.

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