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Fünf Tipps: So schützen Sie Ihre Gesundheit bei starker Luftverschmutzung

An Tagen mit starker Luftverschmutzung ist Sport in Innenräumen oft die bessere Wahl.
Bei starker Luftverschmutzung ist Sport in Innenräumen oft die bessere Wahl. Copyright  Canva
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Von Alexandra Leistner
Zuerst veröffentlicht am
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Schon kleine Änderungen im Alltag senken Ihre Belastung durch Schadstoffe deutlich stärker, als viele Menschen erwarten.

Mit dem sonnigen Wetter kehrt auch ein ungebetener Begleiter zurück: Feinstaubbelastung.

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In den vergangenen Tagen meldeten mehrere Länder in Europa hohe Luftverschmutzung, besonders Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich.

Die Luftqualität schwankt im Jahresverlauf. Jahreszeiten, Wind und ein Mix aus natürlichen und menschengemachten Quellen spielen eine Rolle. Nach Angaben des Copernicus-Observatoriums ist solche Belastung im Frühling zwar nichts Ungewöhnliches. Auffällig an der aktuellen Episode ist jedoch, dass der Feinstaub aus mehreren Quellen stammt, darunter aus landwirtschaftlichen Emissionen durch Dünger.

Der neue World Air Quality Report 2025 (Quelle auf Englisch) kommt zu dem Schluss, dass sich die Luftqualität weltweit verschlechtert – vor allem durch die vom Menschen verursachte Klimakrise.

Nur Andorra, Estland und Island erreichten in Europa im Jahr 2025 den WHO-Jahresrichtwert für PM2,5 von fünf Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³).

Mit jedem Atemzug nehmen wir Sauerstoff auf, aber auch winzige Partikel und Gase. Einige davon schaden der Gesundheit. Feine Partikel können die Lunge reizen, Allergien auslösen oder chronische Erkrankungen wie Asthma und Herzleiden verschlimmern.

In den kommenden Tagen dürfte die Luftverschmutzung vielerorts deutlich zunehmen. Was können Sie tun, um sich selbst und Ihre Angehörigen zu schützen? Hier sind praktische Tipps, wie Sie die Belastung senken und besser durch diese Phase kommen.

1. Belastung draußen und drinnen senken

Das klingt zunächst einfach, doch WHO-Expertinnen und -Experten warnen, dass reines Zuhausebleiben nicht automatisch ausreicht (Quelle auf Englisch). Grundsätzlich gilt: Aktivitäten im Freien möglichst einschränken. Die Luft in Innenräumen ist aber nicht automatisch sauber. Gute Lüftung und Luftreiniger mit HEPA-Filtern helfen.

Verzichten Sie möglichst auf Braten ohne Dunstabzug sowie auf das Verbrennen von Holz oder Kohle. Auch Rauchen, aggressive Reinigungsmittel und stark parfümierte Sprays erhöhen die Belastung in der Wohnung.

Laut WHO setzt schon der Weg zur Arbeit viele Menschen erheblichen Abgasen aus. Eine kurze Fahrt kann einen großen Teil der täglichen Dosis ausmachen. Wenn Sie unterwegs sein müssen, wählen Sie ruhigere Nebenstraßen, fahren Sie außerhalb der Stoßzeiten und vermeiden Sie, wenn möglich, längere Staus.

2. Sport: Nutzen und Risiken

Auch bei schlechter Luft lohnt sich regelmäßige Bewegung. Für gesunde Erwachsene überwiegt der langfristige Nutzen. Das Herz wird stärker, das Risiko für Schlaganfälle, Diabetes und bestimmte Krebsarten sinkt – trotz erhöhter Feinstaubbelastung. Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen profitieren weniger, Medikamente können aber unterstützen.

WHO-Fachleute raten, weiter aktiv zu bleiben und Zeiten oder Orte mit besserer Luft zu wählen (Quelle auf Englisch). Etwa früh am Morgen oder in Parks und Grünanlagen, wo die Schadstoffwerte meist niedriger sind. Manchmal ist Training in der Halle oder zu Hause die bessere Option.

3. Richtig essen bei Smog

Viel Wasser und Lebensmittel mit vielen Antioxidantien – etwa Beeren, Zitrusfrüchte, Blattgemüse, Nüsse und einige fette Fischarten – helfen dem Körper, den oxidativen Stress und die Entzündungsprozesse durch Luftverschmutzung besser zu verkraften. Studien deuten darauf hin, dass solche Lebensmittel Herz und Gefäße schützen können (Quelle auf Englisch). Sie könnten auch einen Teil der Schäden durch Luftverschmutzung abmildern, auch wenn dazu noch mehr Forschung nötig ist. Im Zweifel gilt: lieber zu gesünderen Lebensmitteln greifen.

4. Schadstoffe abwaschen

Schadstoffpartikel aus der Luft lagern sich auf der Haut ab und können mit ihr reagieren, was oxidativen Stress und Entzündungen fördert (Quelle auf Englisch). Menschen mit Pollenallergien kennen das Problem oft schon. Eine Dusche nach dem Aufenthalt im Freien an Tagen mit hoher Luftbelastung hilft, Partikel von Haut und Haaren zu entfernen und die Gesamtbelastung zu senken.

5. Luftqualitäts-Apps nutzen

Die Werte der Luftverschmutzung können sich im Tagesverlauf rasch ändern. Apps wie AirVisual oder Plume Labs zeigen in Echtzeit die Luftqualität an. So lassen sich Aktivitäten besser auf Zeiten mit saubererer Luft legen – viele dieser Dienste greifen auf Daten des Copernicus-Programms zurück.

Schon kleine Anpassungen helfen. Etwa, die Rushhour zu meiden oder nach einem Regenschauer nach draußen zu gehen.

Hält die schlechte Luft über längere Zeit an, empfehlen Fachleute Luftreiniger in Innenräumen. Die WHO rät zudem, FFP2-Masken zu tragen, wenn sich Aufenthalte im Freien nicht vermeiden lassen, etwa bei Waldbränden.

Nicht alle Menschen können Luftverschmutzung gleichermaßen aus dem Weg gehen. Wohnort, Beruf, Wohnsituation und der Zugang zu saubereren Verkehrsmitteln oder technischen Lösungen für Innenräume spielen eine große Rolle. Besonders Menschen, die im Freien arbeiten oder in stark belasteten Stadtvierteln leben, haben deutlich weniger Möglichkeiten, ihre Belastung zu senken.

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