Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Wer ist bisher in Europa infiziert? Hantavirus-Patientin in Paris benötigt künstliche Lunge

Passagiere werden von dem vom Hantavirus befallenen Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Hafen von Granadilla auf Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien, am Sonntag, 10. Mai 2026, an Land gebracht.
Passagiere werden von dem vom Hantavirus befallenen Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Hafen von Granadilla auf Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien, am Sonntag, 10. Mai 2026, an Land gebracht. Copyright  AP Photo/Manu Fernandez
Copyright AP Photo/Manu Fernandez
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die mit dem Hantavirus infizierte Passagierin liegt in kritischem Zustand in einem Krankenhaus in Paris. Nach Angaben der WHO gibt es derzeit keine Anzeichen für einen größeren Ausbruch, mit weiteren Fällen ist aber zu rechnen.

Eine Französin, die sich auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius mit dem Hantavirus infiziert hat, befindet sich in einem sehr kritischen Zustand. Die etwas über 60-Jährige wird mit einer künstlichen Lunge behandelt, wie das Behandlungsteam des Pariser Krankenhauses Bichat mitteilte.

WERBUNG
WERBUNG

Die vier weiteren von der Kreuzfahrt nach Frankreich zurückgekehrten Passagiere befinden sich im selben Krankenhaus auf der Station für Infektionskrankheiten. Bisher waren ihre Tests negativ.

Auch die nach Deutschland heimgekehrten Passagiere wurden negativ getestet.

Bei vielen Menschen kommen Erinnerungen an die Coronavirus-Pandemie auf. So haben einige ihre Blutspende im Bichat-Krankenhaus abgesagt. Das Gesundheitspersonal arbeitet mit FFP2-Masken.

Nach den Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 12. Mai wurden 11 Erkrankte registriert, davon neun bestätigt infizierte Hantavirus-Patienten. Drei Todesfälle durch das Virus gab es unter den Passagieren des Kreuzfahrtschiffes.

Die WHO erklärte, angesichts der Dynamik der Ausbreitung auf einem Schiff und der Inkubationszeit des Virus sei mit weiteren Fällen zu rechnen, aber es gebe "derzeit keine Anzeichen für den Beginn eines größeren Ausbruchs".

Die Weltgesundheitsorganisation weist auch darauf hin, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch in der Frühphase der Krankheit am wahrscheinlichsten ist.

Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder werden in ihren Ländern überwacht. Die WHO empfiehlt eine 42-tägige Quarantäne zu Hause oder in einem Krankenhaus.

Wie geht es den infizierten Passagieren?

Die französische Passagierin, die in Paris ins Krankenhaus eingeliefert wurde, leidet an einer schweren Form der Krankheit, die lebensbedrohliche Lungen- und Herzprobleme verursacht hat, erklärte Dr. Xavier Lescure, Spezialist für Infektionskrankheiten des Hôpital Bichat.

Er sagte, die Frau sei an ein lebenserhaltendes Gerät angeschlossen, das Blut durch eine künstliche Lunge pumpt, sie mit Sauerstoff versorgt und diesen in ihren Körper zurückführt. Man hoffe, dass das Gerät die Lunge und das Herz so weit entlaste, dass sie sich erholen könne. Lescure nannte es "die letzte Stufe der unterstützenden Pflege".

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, die Hantavirus-Situation in Frankreich sei "unter Kontrolle" sei, und forderte eine starke europäische Koordination zur Eindämmung des Virus.

"Die Regierung hat die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Situation ist unter ihrer Autorität unter Kontrolle, dank unseres Gesundheitspersonals", so Macron während einer Pressekonferenz in Nairobi zum Abschluss des Africa Forward Gipfels.

Ein spanischer Passagier, der im Gómez Ulla Krankenhaus in Madrid unter Quarantäne steht, wurde am Dienstag positiv getestet.

Der Patient hatte leichtes Fieber und leichte Atemwegssymptome. "Die Person ist derzeit stabil und hat keine offensichtliche klinische Verschlechterung", schrieb das spanische Gesundheitsministerium in einem Beitrag auf X.

Die 13 weiteren nach Spanien heimgeholten Passagiere der MV Hondius wurden bisher negativ getestet.

Passagiere in Quarantäne

Alle Passagiere sind inzwischen in ihre Heimatländer gebracht worden, eine Operation, die vom spanischen Regierungschef Pedro Sánchez und dem WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus als "Erfolg" bezeichnet wurde.

"Alle vermuteten und bestätigten Fälle wurden isoliert und unter strenger medizinischer Aufsicht behandelt, um das Risiko einer weiteren Übertragung zu minimieren", sagte Tedros.

Die Empfehlungen der WHO sehen eine strenge Überwachung zu Hause oder in einer Quarantäneeinrichtung für 42 Tage vor, die ab dem 10. Mai zu zählen sind.

Wie wird das Hantavirus übertragen?

Menschen können sich durch den Kontakt mit kontaminiertem Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere mit dem Hantavirus anstecken.

Tätigkeiten, bei denen man mit Nagetieren in Kontakt kommt, wie z. B. das Reinigen geschlossener oder schlecht belüfteter Räume, Land- und Forstwirtschaft sowie das Schlafen in nagetierverseuchter Umgebung, erhöhen das Risiko.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher nur unter Haushaltsmitgliedern oder Intimpartnern dokumentiert.

Anzeichen und Symptome des Andenvirus treten zwischen vier und 42 Tagen nach dem Kontakt mit dem Virus auf. Nach Angaben des US-amerikanischen Center for Disease Control and Prevention sind Menschen in der Regel nur ansteckend, solange sie Symptome haben.

Weitere Quellen • AP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Letzte Passagiere verlassen Hantavirus-Kreuzfahrtschiff auf Teneriffa

Long-Hantavirus: Wie es Überlebenden nach der Infektion geht

Wer ist bisher in Europa infiziert? Hantavirus-Patientin in Paris benötigt künstliche Lunge