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Hantavirus-Verdachtsfälle: Vier Deutsche vor wochenlanger Quarantäne

Die persönlichen Schutzprozesse des BIchat-Krankenhauses
Die persönlichen Schutzprozesse des BIchat-Krankenhauses Copyright  Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Von Célia Gueuti & Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der "Hondius" stehen vier Deutsche unter Beobachtung. Trotz negativer Tests werden sie wochenlang in Quarantäne bleiben müssen. Experten warnen: Wegen der langen Inkubationszeit sind Erkrankungen weiter möglich.

Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" stehen vier Deutsche unter strenger Beobachtung. Sie wurden inzwischen zurück nach Deutschland gebracht. Die Verdachtsfälle stammen aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Sie befinden sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums entweder in Kliniken oder in häuslicher Quarantäne, die mehrere Wochen dauern kann. Alle vier waren symptomfrei.

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Eine Person aus Mittelsachsen muss laut den lokalen Behörden sogar sechs Wochen isoliert bleiben. Bislang zeigt keiner der Rückkehrer Symptome. Auch ihre PCR-Tests sind negativ. Experten warnen jedoch, dass eine Erkrankung wegen der langen Inkubationszeit von bis zu 45 Tagen weiterhin möglich sei.

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die Infektionskette auf ein niederländisches Ehepaar zurückgeht, das sich vermutlich bereits vor der Einschiffung in Argentinien mit der Andes-Variante infiziert hatte.

Der Erreger ist die einzige bekannte Hantavirus-Unterart, die in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Insgesamt starben bislang drei Passagiere der "Hondius" – das niederländische Paar sowie eine deutsche Reisende. Das Schiff hatte zuletzt Teneriffa verlassen und Kurs auf die Niederlande genommen.

Infizierte Französin in sehr kritischem Zustand

In Frankreich hat sich der Gesundheitszusstand der ersten positiv getesteten Passagierin der Kreuzfahrt weiter verschlechtert. Sie wird im Pariser Krankenhaus Bichat auf der Intensivstation behandelt. Weitere französische Krankenhäuser bereiten sich auf die Aufnahme von Kontaktfällen vor.

Denn am Montag beschloss die französische Regierung, dass Kontaktfälle des Hantavirus eine feste Quarantäne von 42 Tagen in einem Krankenhaus einhalten müssen.

Premierminister Sébastien Lecornu kündigte zudem tägliche interministerielle Treffen an, um die Entwicklung der Situation zu verfolgen. Laut dem Fernsehsender TF1 fand am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr ein erstes Koordinierungstreffen statt, an dem Vertreter der Kabinette des Premierministers, des Innen-, Gesundheits-, Außen- und Verkehrsministeriums, jedoch keine Ärzte teilnahmen.

Seit dem Wochenende hatte sich der Zustand der Französin, die positiv auf das Virus getestet wurde, verschlechtert. Sie wird auf der Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der Abteilung für Infektions- und Tropenkrankheiten betreut.

Diese Abteilungen, die es in den meisten Universitätskliniken in Frankreich gibt, verfügen über spezielle Zimmer, in denen Patienten isoliert werden, die während ihrer Behandlung potenziell hochansteckend sind. Schleusen zum Betreten der Zimmer, versiegelte Fenster, Unterdruck und Schutzprotokolle beim Betreten – alles ist darauf ausgerichtet, dass die Luft im Krankenzimmer gefiltert wird und nicht in den Rest des Gebäudes entweicht.

Der Herzschlag und die Atmung der Quarantänepatienten werden mehrmals täglich gemessen, um die Entwicklung ihres Zustands zu verfolgen.

Derzeit gelten 22 Franzosen als Kontaktfälle. Einer von ihnen, ein Franzose aus Concarneau, wurde identifiziert und in ein Krankenhaus in Rennes verlegt. Er und die anderen Fallkontakte waren mit der niederländischen Kreuzfahrerin, die das Hantavirus in sich trug und inzwischen verstorben ist, auf Flugreisen nach Südafrika.

Die Personen, die mit diesen beiden Flügen gereist waren, müssen sich "unverzüglich" bei den Gesundheitsbehörden melden, sieht ein Regierungsdekret vor.

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