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UNICEF: Fast alle Kinder leiden unter den dauerhaften Gesundheitsfolgen der Klimakrise

ARCHIV: Kinder gehen durch ein überflutetes Feld im Bezirk Mandera in Kenia.
Archivaufnahme: Kinder laufen durch ein überflutetes Feld im Bezirk Mandera in Kenia. Copyright  AP Photo/Brian Inganga, File
Copyright AP Photo/Brian Inganga, File
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Mit der Zuspitzung der Klimakrise sind Kinder weltweit zunehmend Risiken ausgesetzt. Dazu gehören natürliche und menschengemachte Gefahren, die ihr Leben stark prägen können.

Fast jedes Kind weltweit ist Klimarisiken ausgesetzt, die seine Gesundheit und Entwicklung bedrohen, wie ein neuer UNICEF-Bericht (Quelle auf Englisch) zeigt.

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„Das Leben von Kindern gerät durch die Folgen von Hitzewellen, Waldbränden, Dürren und Überschwemmungen immer wieder aus den Fugen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell.

„Die Hälfte aller Kinder weltweit lebt inzwischen mit mindestens drei sich überschneidenden Klimarisiken, die ihren Alltag prägen.“

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern, ihr Wohlbefinden sowie ihren Zugang zu Bildung und Schutz enorm sind. Dennoch seien sie bislang kaum erfasst und beziffert.

„Wenn wir Gesundheits- und Bildungssysteme stärken und Infrastruktur kindgerecht ausbauen, schützen wir Kinder vor heutigen Klimarisiken und sichern ihre Zukunft besser ab“, sagte Russell und rief zu mehr Investitionen in widerstandsfähige Dienste auf.

Kinder trifft die Klimakrise überproportional stark. Ihre Körper befinden sich noch in der Entwicklung, dadurch reagieren sie empfindlicher auf körperlichen und seelischen Stress.

Ein Teil dieser Verwundbarkeit lässt sich nicht vermeiden. Dennoch können Behörden laut Bericht den Zugang zu den wichtigsten sozialen Diensten verbessern und diese krisenfester machen.

Klimakrise: Die größten Gefahren für Kinder

In fast allen Ländern steigen die Temperaturen, Extremwetterereignisse nehmen zu.

Nach Schätzungen von UNICEF ist fast jedes Kind klimabedingten Gesundheitsrisiken ausgesetzt, oft durch eine Kette aufeinanderfolgender Folgen:

Schwere Dürren können Ernten vernichten und die Ernährungslage verschärfen. Das beeinträchtigt Wachstum und Entwicklung von Kindern.

Die durch Dürren ausgetrocknete Vegetation begünstigt Waldbrände. Dadurch verschlechtert sich die Luftqualität, und die Böden werden später im Jahr anfälliger für Sturzfluten. Solche Überschwemmungen können die Ausbreitung von durch Wasser übertragenen Krankheiten fördern.

Überschwemmungen

Weltweit sind Schätzungen zufolge mehr als 360 Millionen Kinder Überschwemmungen ausgesetzt. Sie riskieren Ertrinken und Verletzungen, außerdem breiten sich Infektionskrankheiten stärker aus, darunter durch Insekten übertragene Krankheiten wie Malaria sowie wassergebundene Krankheiten wie Cholera.

Von Überschwemmungen beschädigte Häuser sind zudem anfälliger für Schimmel, der Atemwegserkrankungen auslösen kann, warnte die UN-Organisation.

Wenn die Versorgung mit sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygieneangeboten zusammenbricht, drohen schwere Erkrankungen wie Durchfall, eine der häufigsten Todesursachen bei kleinen Kindern weltweit.

Extreme Hitze

Mehr als 1,5 Milliarden Kinder sind häufigen und schweren Hitzewellen ausgesetzt. Im Vergleich zu Erwachsenen sind sie sowohl für kurzfristige als auch für langfristige Folgen von Hitzestress anfälliger. Sie schwitzen pro Kilogramm Körpergewicht weniger und ihr Stoffwechsel ist höher, dadurch heizt sich ihr Körper bei extremer Hitze schneller auf.

Starke Hitze erhöht zudem das Risiko für Frühgeburten, Fehlbildungen und Komplikationen bei Schwangeren, etwa Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruckerkrankungen.

Schlechte Luftqualität

Fast alle Kinder, insgesamt 2,3 Milliarden, leben laut Bericht in Regionen mit gesundheitsschädlicher Luft. Luftverschmutzung gehört damit zu den größten Umwelt-Risikofaktoren für die Gesundheit.

Da sich Lunge, Atemwege und Immunsystem von Kindern bis ins junge Erwachsenenalter weiterentwickeln, reagieren sie besonders empfindlich auf belastete Luft.

Vektorübertragene Krankheiten

Wie sehr der Klimawandel die globale Gesundheit bedroht, zeigt sich nach Angaben der UN-Organisation auch an der Zunahme und der veränderten Ausbreitung klimasensibler Krankheiten.

Kinder weltweit sind immer häufiger Krankheiten wie Malaria, Denguefieber und West-Nil-Fieber ausgesetzt.

Laut Bericht sind 1 Milliarde Kinder dem Risiko einer Malaria-Infektion ausgesetzt. Die Krankheit kann tödlich verlaufen und langfristige neurologische Schäden hinterlassen, die Entwicklung, Lernen und Schulleistungen beeinträchtigen. Kinder und Jugendliche sind zudem besonders gefährdet, eine schwere, mit Malaria verbundene Blutarmut zu entwickeln, eine der Hauptursachen für Todesfälle.

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