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WHO: Europa muss nach 200.000 vermeidbaren Hitzetoten handeln

FILE: Touristen schützen sich mit Regenschirmen vor der Hitze, während sie am Dienstag, 22. Juli 2025, für eine Führung im Forum in Rom anstehen.
ARCHIV: Touristen schützen sich mit Regenschirmen vor der Hitze und stehen am Dienstag, 22. Juli 2025, in Rom für eine Forum-Führung an. Copyright  AP Photo/Gregorio Borgia
Copyright AP Photo/Gregorio Borgia
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Hitzewellen fordern in Europa jedes Jahr Tausende Todesopfer. Laut WHO ließen sich viele dieser Fälle mit konsequenter Politik vermeiden.

Jedes Jahr nimmt weltweit die Zahl hitzebedingter Erkrankungen und vorzeitiger Todesfälle durch extreme Hitze zu.

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Allein in Europa hat Hitze in den vergangenen vier Jahren mehr als 200 000 Todesfälle verursacht und fast alle wären vermeidbar gewesen, sagte Hans Kluge, Europadirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO.

„Die Auswirkungen des Klimawandels sind eine unmittelbare Bedrohung, und seine sichtbarste und tödlichste Folge ist extreme Hitze“, fügte Kluge bei der Vorstellung der neuen WHO-Leitlinien zu Hitze-Gesundheitsaktionsplänen in Deutschland hinzu.

„Hitzewellen sind keine seltenen Wetteranomalien mehr. Sie haben sich zu einer wiederkehrenden Krise entwickelt, die Leid verursacht, Menschenleben fordert und unsere Gesundheitssysteme und unsere Infrastruktur belastet“, sagte er.

Europa gehört zu den Regionen der Welt, die die Erderwärmung besonders stark trifft, und hat bereits jetzt mit häufigen Hitzewellen zu kämpfen, warnte die WHO.

Die meisten vorzeitigen Todesfälle durch extreme Hitze verzeichnete Italien, gefolgt von Spanien, Deutschland und Griechenland; Griechenland weist die höchste Zahl hitzebedingter Todesfälle pro Million Einwohner auf.

Steigende globale Temperaturen, rasche Verstädterung und eine alternde Bevölkerung verstärken sich gegenseitig und erhöhen sowohl die Hitzeexposition als auch die Anfälligkeit für ihre Folgen.

Diese Entwicklungen führen zu einer wachsenden, zudem ungleich verteilten Belastung durch hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle und machen den Bedarf an wirksamer Prävention und Vorbereitung deutlich, warnt die WHO.

„Schutz vor Hitze ist auch eine soziale Frage. Wer keinen Garten oder Pool hat und in überhitzten Wohnungen in zubetonierten Stadtvierteln lebt, kann sich gegen die Hitze kaum schützen“, sagte Carsten Schneider, Deutschlands Bundesumweltminister.

Kluge stimmte zu, dass individuelle Maßnahmen – etwa die Mittagshitze zu meiden und Wohnungen kühl zu halten – viel bewirken können, betonte aber, dass sie nicht ausreichen, um eine systemische Krise zu bewältigen.

Hitzeschutz: WHO setzt auf koordinierte Maßnahmen

Die WHO hat am Donnerstag die zweite Auflage ihrer Hitze-Gesundheitsaktionspläne veröffentlicht und gibt Regierungen sowie anderen Akteuren Empfehlungen, wie sie Vorsorge und Reaktion auf Hitze verbessern können.

„Kurz gesagt: Hitze-Gesundheitsaktionspläne retten Leben. Sie ermöglichen Städten und Ländern, extreme Hitze frühzeitig zu erkennen, sich darauf vorzubereiten und koordiniert zu reagieren“, sagte Kluge.

Die Leitlinien decken ein breites Spektrum an Maßnahmen ab. Sie reichen von mehr Begrünung für Schatten in Städten und dem Aufbau von Netzwerken mit Kühlzentren über soziale Dienste, die darauf achten, dass ältere Menschen ausreichend trinken, bis hin zu Schulungen für Lehrkräfte und Betreuungspersonal, damit sie die Anzeichen hitzebedingter Erkrankungen erkennen.

Die ersten WHO-Leitlinien erschienen 2008 und wurden nun aktualisiert, um die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zu berücksichtigen.

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